Neuwagen Der gewerbliche Markt bricht weg – und rettet die Elektrozahlen

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die Neuwagennachfrage sinkt auf breiter Front, eine echte Belebung ist nicht in Sicht. Im Februar sorgten vor allem die Eigenzulassungen der Hersteller für statistische Kosmetik.

Im Februar entwickelten sich fast alle Absatzkanäle schwach. Die Hersteller wurden dagegen sehr aktiv.(Bild:  Volkswagen)
Im Februar entwickelten sich fast alle Absatzkanäle schwach. Die Hersteller wurden dagegen sehr aktiv.
(Bild: Volkswagen)

Der deutsche Neuwagenmarkt ist aus verschiedenen Richtungen unter Druck. Der Rückgang der Erstzulassungen im Februar um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat resultiert aus einer Konsumzurückhaltung in allen relevanten Vertriebskanälen. Einzig die Eigenzulassungstätigkeit der Hersteller und Importeure wirkte im Februar stützend auf die Marktentwicklung.

Den Gesamtmarkt nach unten getrieben hat im zurückliegenden Monat vor allem das Geschäft mit den Firmen- und Flottenkunden. Der gewerbliche Markt brach nach den Zahlen der Marktforschung Dataforce um 13 Prozent ein. Damit ist dieses Marktsegment – mit einer Ausnahme – seit zehn Monaten rückläufig. „In den letzten Jahren hatten die Flotten den Markt stets stabilisiert – jetzt scheint sich hier aber auch eine gewisse Sättigung abzuzeichnen“, bilanziert Dataforce die Entwicklung. Zum Vorjahreswert fehlen in diesem Vertriebskanal fast 10.000 Einheiten.

Vor diesem Hintergrund ist die positive Entwicklung des Elektroantriebs umso erstaunlicher, sind doch die Firmenkunden traditionell ein wichtiger Abnehmer dieser Antriebsart. Und tatsächlich kletterte die Zahl der gewerblich zugelassenen E-Fahrzeuge im Februar um 52 Prozent. Dass der Dieselanteil weiter schrumpfte (-23,8 %), passt dagegen ins Bild einer schwachen gewerblichen Nachfrage.

Eigenzulassungen verzerren die Elektrozahlen

Allerdings ist die Freude am Elektroaufschwung nicht ungetrübt, denn eine noch viel deutlichere Steigerungsrate gab es bei den Elektrozulassungen der Hersteller und Importeure. Dieser Zulassungskanal hatte im Februar generell um 14,8 Prozent zugelegt. Die Zahl der Elektrofahrzeuge stieg in diesem Kanal jedoch um 87 Prozent. Diese Entwicklung spreche für eine wachsende Bedeutung der Eigenzulassungen in der Vertriebsstrategie der Hersteller, heißt es von Dataforce. Sehr wahrscheinlich werde die Branche getrieben vom Wunsch, die Flottenziele der EU seitens der Hersteller direkt zu erfüllen.

Im Privatmarkt sank der Stromer-Absatz sogar um 3 Prozent. Der Marktanteil der E-Modelle lag immerhin bei 15,9 Prozent. Gleichzeitig wuchs im Privatmarkt allerdings das Interesse an Plug-in-Hybriden deutlich (+60 %). Augenscheinlich haben viele Käufer noch immer die Sorge vor der fehlenden Reichweite oder Lademöglichkeit.

Über alle Antriebsarten hinweg verlor der Privatmarkt dennoch 6,2 Prozent seines Vorjahresvolumens. Das sind rund 4.400 Einheiten. Die Händler hielten sich trotzdem mit Eigenzulassungen zurück. Auf diese Weise fanden 32.100 Neuwagen den Weg auf die Straßen – das waren 8,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Auch deshalb kommt Dataforce in der Bewertung des Neuwagenmarkts zu einem ernüchternden Ergebnis: „Der deutsche Pkw-Markt steckt weiterhin in einer mittelschweren Krise“, heißt es in einem Statement der Marktbeobachter.

Transportermarkt bricht ebenfalls ein

Die schlechte Konjunktur schlug im Februar auf den Transportermarkt durch, in dem Dataforce die Zulassungen der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities ausweist. Er hatte sich zuletzt noch robust gezeigt, war aber zugleich durch Vorzieheffekte und Eigenzulassungen beflügelt worden. Im Februar brachen die Flottenzulassungen nun um 13,4 Prozent ein – also in einer ähnlichen Größenordnung wie im Pkw-Segment. Im Privatmarkt (+9,5 %) sowie im Fahrzeugbau (+24,3 %) legte das Neuwagenvolumen der Transporter jedoch zu.

Etwas strikter nutzte der Handel das Mittel der Eigenzulassungen (-3,4 %). Die Autovermieter (-43,7 %) hielten sich mit Neuzulassungen dagegen extrem zurück, sodass am Ende die Gesamtzulassungen der Transporter 9 Prozent ins Minus rutschten.

Unterschieden nach Kraftstoffarten legten auch im Transportersegment die Elektro-Modelle deutlich zu (+22 %). Diese Antriebsart kommt mit 2.700 Einheiten dennoch nur auf einen Marktanteil von 7,4 Prozent. Die Diesel-Zulassungen gingen demgegenüber um 9 Prozent zurück und zogen den Gesamtmarkt somit ins Minus.

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