Trotz lahmender Wirtschaft und Arbeitsplatzsorgen stützen die Privatkäufer derzeit den Neuwagenmarkt. Dabei greifen sie vermehrt zu Elektroautos. Der Annahme, dass der E-Absatz von taktischen Zulassungen gepusht wird, widersprechen aktuelle Daten.
Die Zahl der Neuzulassungen ist im August gestiegen – erfreulich deutlich im Privatkundengeschäft.
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)
Das leichte Wachstum des deutschen Neuwagenmarkts im August speist sich zu einem wesentlichen Teil aus einem wachsenden Privatkundengeschäft. Wie aus einer Datenanalyse der Marktforschung Dataforce hervorgeht, legten die Neuzulassungen in diesem Vertriebssegment im vergangenen Monat um 7 Prozent zu. Allerdings werten die Statistiker das Vergleichsergebnis des Vorjahres als „besonders schwach“. Der Zuwachs ist also weniger eine Normalisierung als ein Wachstum des Marktes.
Prozentual noch deutlich stärker gewachsen ist im August der Absatz im Geschäft mit den Vermietern. In dieses Marktsegment flossen 21 Prozent mehr Neuwagen als im Vorjahresmonat – in absoluten Zahlen waren es 3.600 Einheiten mehr. Und das, obwohl der vergangene Monat einen Arbeitstag weniger hatte als der August 2024.
Ebenfalls erheblich im Plus sind die Eigenzulassungen. Wie schon in der jüngeren Vergangenheit öfter zu sehen war, ergibt sich dabei ein gespaltenes Bild. Der Handel hält sich mit Eigenzulassungen weiterhin deutlich zurück. Die Zahl der auf diesem Weg neu angemeldeten Pkw sank um 3 Prozent auf knapp 31.000 Einheiten. Das sind weiterhin deutlich mehr als auf Herstellerseite mit 19.400 Einheiten. Jedoch hat deren Eigenzulassungstätigkeit im August um 21 Prozent zugelegt. Unter dem Strich legten die Händler- und Werkszulassungen im August um 4,8 Prozent zu.
Das Sorgenkind bleibt weiterhin der Gewerbekundenmarkt. Das Neuzulassungsvolumen in diesem Segment ging um 2 Prozent zurück. In diesem Geschäftsfeld schlägt die trübe wirtschaftliche Perspektive durch – die Betriebe investieren nur vorsichtig. „Die konjunkturelle und geopolitische Unsicherheit ist und bleibt sehr hoch“, hieß es jüngst in einer Analyse der Unternehmensberatung EY. Arbeitstäglich bereinigt ergibt sich ein minimaler Zuwachs von einem Prozent.
Unter dem Strich scheint sich die Pkw-Nachfrage nach acht Monaten auf niedrigem Niveau zu stabilisieren. Nach zwei Monaten mit einem deutlichen Plus ist der kumulierte Rückstand auf das Vorjahresergebnis auf 1,7 Prozent geschrumpft. Damit sei „bis Jahresende sogar noch ein kleines Wachstum möglich“, heißt es von der Marktforschung. „Ein wichtiger Faktor dabei sind sinkende Preise für Elektroautos. Die Hersteller geben die sinkenden Batteriekosten weiter, das Interesse der Käuferinnen und Käufer steigt.“
Steigende BEV-Zahlen jenseits der Eigenzulassungen
Wachstumstreiber sind vor allem BEVs (+46 %) und PHEVs (+77 %), während die Verkäufe von Verbrennern langsam zurückgehen. Häufig wird spekuliert, dass es sich bei den steigenden Zulassungszahlen von Elektroautos vor allem um taktische Eigenzulassungen handele. Das wird jedoch durch die Zulassungsstatistik klar widerlegt.
Genau wie im Juli (+72 %) verzeichnete der Privatmarkt auch im August (+61 %) den stärksten prozentualen Zuwachs bei Elektroautos. Der Anteil der vollelektrischen Verkäufe liegt den dritten Monat in Folge bei über 20 Prozent; das heißt, jede fünfte Person, die privat einen Neuwagen kauft, entscheidet sich für ein echtes Elektroauto. Im Gewerbekundenmarkt liegt der BEV-Anteil gleichwohl noch etwas höher (22,6 %).
Elektro-Transporter bei 10 Prozent Marktanteil
Bei den Transporter-Zulassungen (leichte Nutzfahrzeuge + Pkw-Utilities) ging es im August mit 18 Prozent steil bergauf. Das war jedoch weniger einem besonderen Nachfrageschub als vielmehr den schwachen Vergleichszahlen des Vorjahres zu verdanken. Insgesamt zeigt sich der Markt im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil und dürfte etwas oberhalb der Marke von 500.000 Einheiten herauskommen.
Bemerkenswert ist die Entwicklung der Elektrotransporter. Aussagekräftiger als das Wachstum (+218 % zum Vorjahr) ist die Marktanteilsentwicklung. Mit 9,9 Prozent kratzt der August zum ersten Mal überhaupt in einem Normal-Monat ohne direkte Sondereinflüsse am zweistelligen Bereich. Im Juli und August 2023 wurden zwar noch höhere Anteile erreicht, das waren jedoch vorgezogene Käufe vor Ende der Bafa-Förderung für gewerbliche Käufer, infolgedessen dann die Verkäufe ab September 2023 einbrachen.
Stand: 08.12.2025
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