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Audi
Bei Audi hat das Geschäft mit gewerblichen Kunden und Flottenkunden ordentlich angezogen, kompensiert aber bei Weitem nicht das flaue Privatkundengeschäft. Die Händler fordern daher Verkaufsunterstützungsprogramme des Herstellers für das Privatkundengeschäft.
Das Restwertproblem hat sich abgeschwächt – auf der einen Seite aufgrund der Stützungsmaßnahmen von Audi, auf der anderen Seite auch durch steigende Gebrauchtwagenpreise und das teilweise geringe Fahrzeugangebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Die Einführung des A1 sehen die Händler positiv. Sie registrieren auch Interesse seitens der Kunden und sind der Meinung, dass das Auto im Zuge des allgemeinen Downsizings gut ins Portfolio passt. Sie stellen aber auf der anderen Seite keine übergroße Nachfrage fest und können auch nicht viele Kundenaufträge aufweisen.
Das Thema e-tron kommt bei den Händlern und den Kunden gut an. Denn die Modellfamilie zeigt das Engagement des Herstellers bei der Elektromobilität (dies trifft übrigens auf alle hier bewerteten Premiumfabrikate zu!) Die Händler glauben aber nicht, dass in absehbarer Zeit daraus ein wirkliches Geschäft wird. Einige sehen es mehr als „Feigenblattaktion“ von Audi, die allerdings beim Kunden ihre Wirkung erzielt.
Qualitätsoffensive
Positiv vermerken sie die Q-Initiative des Herstellers zur Qualifizierung der Händler. Den größten Teil der Kosten dafür übernimmt Audi. Gespannte Aufmerksamkeit herrscht in Sachen Serviceverträge im Rahmen der neuen GVO.
Mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 haben laut Hersteller die exklusiven Audi-Betriebe im Durchschnitt eine positive Rendite erzielt, die mindestens genauso hoch oder sogar deutlich höher als die Rendite der direkten Wettbewerber war. Aktiv sind die Ingolstädter auch beim Thema Restwerteverfall im Handel. Bereits 2008 führte man das „Audi-Restwertmodell“ ein, mit dem die Händler bei den relevanten Modellen im Leasinggeschäft auf Wunsch bis zu 100 Prozent des Restwertes absichern können. Darüber hinaus reduzierte Audi den Direktverkauf (vor allem an Autovermieter) um 18.000 Fahrzeuge. Damit nimmt der Hersteller den Druck aus dem Geschäft mit jungen Gebrauchten. Die Restwerte haben sich stabilisiert bzw. steigen inzwischen sogar wieder.
Standtage sinken
Audi setzt einige Hebel in Bewegung, die Professionalität im Gebrauchtwagengeschäft zu steigern. Immer mehr Händler, derzeit sind es über 300, gliedern sich der Marke „Audi Gebrauchtwagen plus“ an. Und die meistern das Geschäft mit Secondhand-Pkw laut Audi besser als die, die nicht dabei sind; zudem sinken die Standtage. Im Verkaufsbereich führt Audi flächendeckend den Audi-Schauraumkonfigurator ein: Auf einem hochauflösenden Bildschirm kann der Kunde sein Wunschfahrzeug im Schauraum konfigurieren und detailgetreu betrachten.
Die Herausforderung für Audi-Händler ist zweifellos die Modelloffensive: Audi will bis 2015 42 Modelle anbieten.
Harald Schuff, Leiter der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation Deutschland (MBVD), sieht nach den ersten fünf Monaten 2010 einen leichten Aufschwung für seine Marken Mercedes-Benz und Smart.
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