Deutsche Premiummarken: Welche Automarke hat die Nase vorn?

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Mercedes und Smart

„Mercedes-Benz verbucht weltweit einen steigenden Absatz, der Markt erholt sich langsam wieder und wir nutzen das Jahr 2010, um uns für die Zukunft neu auszurichten“, sagt Harald Schuff. Die Auftragseingänge bei Mercedes entwickeln sich gut und der Absatzrückgang nach Auslaufen der Umweltprämie treffe die Marke nicht so stark wie andere Hersteller.

Der Smart Fortwo hat im Fahrzeugsegment „Minis“ im Mai mit sieben Prozent Marktanteil sogar die Nase vorn. In der Segmentbetrachtung hat Mercedes mit der C-Klasse (Mittelklasse), E-Klasse (obere Mittelklasse), S-Klasse (Oberklasse) E-Klasse Coupé (Sportwagen) und B-Klasse (Minivans) gleich vier Topseller im Programm. Ein Vertrauensbeweis der Kunden.

Auch das Flotten- und das Nutzfahrzeuggeschäft ziehe wieder an. Als wichtige Aufgabe für 2010 sieht Schuff, die Balance zwischen Neu- und Gebrauchtwagengeschäft sowie stabile Restwerte zu erreichen.

Elektro kommt

In den kommenden Jahre ist in Kooperation mit Renault/Nissan eine neue Version des Smart geplant – auch ein Viersitzer ist im Gespräch. Bevor das neue Modell 2014 auf den Markt kommt, soll 2012 eine Elektrovariante der aktuellen Version serienreif werden.

Dass gerade exklusive Smart-Händler mit dem langen Zeitraum bis zu den neuen Modellen zu kämpfen hätten, relativiert Schuff: „Wir haben bislang noch jedem unserer Händler zur Seite gestanden und gemeinsam eine Lösung gefunden.“ Kaufanreize für den Kleinwagen erhofft sich Daimler von der neue Generation des Smart Fortwo, die im Herbst 2010 auf den Markt kommt. Darüber hinaus lädt MBVD seine Händlerverbände zu Produktschauen ein, um sie über die künftige Modellpalette zu informieren.

Junge Sterne

Die durchschnittlichen Händlerrenditen lagen zwischen 0,5 und 2,1 Prozent. Die Weichen für weiteres Wachstum sind dank der gestarteten Modelloffensive gestellt: 16 neue oder weiterentwickelte Modelle werden bis 2011 auf den Markt kommen, darunter zwei Fahrzeuge einer künftig vierköpfigen Elektro-Modellfamilie im Kompaktwagensegment. Zu den Neuheiten gehören der Smart Fortwo Electric Drive, der B-Klasse F-Cell und der A-Klasse E-Cell – drei Serienfahrzeuge mit alternativen Antrieben.

Die Restwerte aller Hersteller sind gesamtmarktinduziert im letzten Jahr unter Druck geraten. Mit dem im März 2009 eingeführten Gebrauchtfahrzeugprogramm „Junge Sterne“ entzog sich Mercedes einem Teil der Marktverwerfungen. Seit Anfang 2010 sieht man in Stuttgart eine Konsolidierung und teilweise wieder steigende Restwerte.

Für die Handelsorganisation wurde das Restwertmodell 2009 angepasst, sodass die Vertragspartner von möglichen Restwertschwankungen entkoppelt sind und nun besser planen können.

Obwohl die Besitzumschreibungen insgesamt rückläufig sind, verzeichnet die Marke mit dem Stern über alle Altersegmente hinweg eine Belebung des Absatzes und eine höhere Preisdurchsetzung. Impulse gibt auch die Gebrauchtfahrzeugmarke „Junge Sterne“.

„Bereits vor drei Jahren haben wir eine Qualitätsoffensive gestartet, deren Erfolg sich in internen und externen Messungen widerspiegelt – Beispiele hierfür sind die herausragenden Ergebnisse, etwa beim ADAC-Werkstättentest. Wir unterstützen die Mitarbeiter und Führungskräfte auch zukünftig durch geeignete Schulungen, Beratungen und Systemveränderungen, um unsere führende Position im Premiumsegment noch weiter auszubauen“, sagt Mercedes-Sprecherin Konstanze Fiola.

Fazit: Die deutschen Premiumanbieter sind auf dem Heimatmarkt eine Klasse für sich. BMW, Mini, Audi, Mercedes und Smart vereinen per Mai 2010 einen Marktanteil von 27,6 Prozent auf sich. Vom Volumen her betrachtet hat Mercedes auf dem deutschen Markt die Nase vorn. Hinsichtlich Markenimage und Produktqualität hat der Stern aber Glanz eingebüßt. Mercedes muss hier verloren gegangene Strahlkraft gegenüber Audi und BMW wettmachen. Flott sind die großen drei alle unterwegs. Wer in den nächsten paar Jahren dauerhaft die Pole Position erobern wird und sie dann auch verteidigen kann, darüber entscheiden letztlich die Kunden.

(ID:350173)