Diagnose: Die September-Revolution?

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Künftig Flashen, aber wie?

Die neue Datenfreizügigkeit betrifft zudem lediglich Euro-5/6-Fahrzeuge. Für viele Jahre wird ein Heer an Euro-3/4-Fahrzeugen zum Alltagsbild gerade in Freien Werkstätten gehören. Und auch wenn der eine oder andere Fahrzeughersteller darüber nachdenkt, die Daten für diese Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, so gibt es dafür keine Gewähr.

21589620

Unterschiedliche Lösungen

Dass hier das Prädikat „zukunftsweisend“ nicht nur eine Werbefloskel ist, demonstriert Diagnoseanbieter Actia. Denn alle „Multi-Diag“-Produkte der Franzosen verfügen bereits seit dem Jahr 2004 über die entsprechende Technologie – Update überflüssig. Auch Diagnose-Urgestein Bosch bescheinigt seinen Testern, mit Ausnahme des Einsteigermodels KTS 200, die serienmäßige Euro-5-Tauglichkeit.

Andere Hersteller wie das Unternehmen Techmess/Brain Bee zeigen sich kulant: „Ab April 2010 stehen unseren Kunden entsprechende Softwarefunktionen in Form von Updates kostenlos zur Verfügung“, so Geschäftsführer Josef John.

Fortschritte im kleinen

Zusammenfassend stellt sich die Frage: Was sind die Vorteile der Euro-5/6-Verordnung aus Diagnosesicht und für wen? Antwort: Sie erweitert zum einen die technischen Möglichkeiten freier Kfz-Betriebe (Stichwort Flashen/Zugang zu diebstahlrelevanten Daten). Zum anderen stellt sie den Mehrmarken-Geräteherstellern mehr und bessere Daten zur Verfügung. Das trägt dazu bei, deren Tester noch vielfältiger einsetzen zu können, und reduziert um ein nicht unerhebliches Maß den Abstand zu einem Markendiagnosegerät.

Einen Preissturz wird die aktuelle Entwicklung bei Multimarkentestern aber sicher nicht auslösen – leider. Denn das zeit- und kostenaufwendige „Re-Ingeneering“ – das Erzeugen von Diagnosedaten durch das Auslesen von Fahrzeugen – wird deshalb nicht überflüssig werden, ist Christian Spiegel, Bereichsleiter Diagnose des Diagnoseanbieters Tecno, überzeugt. So steht am Ende zwar keine Revolution, aber immerhin eine handfeste Evolution ins Haus – eine durchaus gute Nachricht, möchte man meinen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:319931)