Koaxialleitungen/Fakra-Verbindungen Zu filigran für Mechatronikerhände?

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 5 min Lesedauer

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Im Gegensatz zu früheren Aussagen gelten Koaxialleitungen mit Fakra-Verbindungen heute als reparabel. Doch Vorsicht: Die Vorgehensweise ist filigran und nicht mit der Instandsetzung konventioneller Kfz-Kabel vergleichbar. Wir erklären alle Details – auch für eine Interimslösung.

Am Zentralrechner – neudeutsch Headunit – des VW Touareg (Typ 7P) sind fünf Fakra-Verbindungen verbaut. Hinzu kommen fünf HSD- (vierpolig) sowie Ethernet-, MOST-Bus- und Quadlock-Anschlüsse.(Bild:  Quaestum)
Am Zentralrechner – neudeutsch Headunit – des VW Touareg (Typ 7P) sind fünf Fakra-Verbindungen verbaut. Hinzu kommen fünf HSD- (vierpolig) sowie Ethernet-, MOST-Bus- und Quadlock-Anschlüsse.
(Bild: Quaestum)

Die schlechte Nachricht vorweg: Fakra-Verbindungen sind extrem unsexy und zudem erklärungsbedürftig, Letzteres selbst gegenüber Fachleuten. Vermutlich deshalb hat die Automobil- und Zulieferindustrie den Wechsel hin zu diesem Koaxialleitung-Verbindungsstandard nicht kommuniziert. Er geschah in der ersten Hälfte der 2000er-Jahre, also bereits vor rund zwei Jahrzehnten. Erste Fahrzeuge mit Fakra-Verbindungen, die in nennenswerter Stückzahl vom Band fuhren, sind die erste Generation des VW Touareg (Typ 7L) und der VW Passat B6 (Typ 3C).

Zuvor wurden andere Standards genutzt, um Koaxialleitungen zu verbinden, beispielsweise Minicrimp, Wiclic, Rast, Rast-2, SMA und SMB. Diese vorherigen Standards wurden jedoch den Ansprüchen der Autoindus­trie nicht dauerhaft gerecht. Gründe hierfür sind die technisch und zeitlich anspruchsvolle Montage (zum Teil mit Schraubgewinde), die nicht skalierbare Verwechslungssicherheit (jede neue Anwendung bedarf einer anderen Gestaltung), die nicht universelle Reparaturmöglichkeit und nicht zuletzt die große Teilevielfalt.