Die Vertriebsziele der deutschen Top-Ten-Marken

Von Jens Rehberg

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Die 10 größten in Deutschland gehandelten Pkw-Marken wollen 2014 zusammen vier Fünftel des Marktvolumens abdecken – und natürlich alle wachsen. Aber zu welchem Preis?

Ulrich Fromme hat den Vorsitz in der Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen im ZDK.(Foto:  Zietz)
Ulrich Fromme hat den Vorsitz in der Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen im ZDK.
(Foto: Zietz)

Die 10 größten in Deutschland gehandelten Pkw-Marken wollen 2014 zusammen vier Fünftel des Marktvolumens abdecken. Das geht aus den Absatzzielen für das laufende Verkaufsjahr hervor, die »kfz-betrieb« entweder bei den Herstellern und Importeuren oder bei den Vertriebspartnern der Fabrikate abgefragt hat. Demnach wollen die 10 großen Marken zusammen um zirka 3,5 Prozentpunkte beim Marktanteil wachsen. 2013 kamen die 10 volumenstärksten Fabrikate gemeinsam noch auf 76,3 Prozent aller neu in Deutschland zugelassenen Pkw.

„Die Konkurrenz in die Flucht schlagen und daraus für das eigene Fabrikat höhere Absatzzahlen ableiten mag zwar für das eine oder andere neue Modell funktionieren – aber nicht selten geht die Taktik nur über den Preis auf“, kommentierte Ulrich Fromme, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeugewerbe (ZDK), die Zahlen auf Anfrage (siehe Kommentar im Kasten). Die Folgen trage vor allem der Handel.

Von den großen Fabrikaten mit Abstand am dynamischsten wachsen will dieses Jahr Seat (+15%). Nicht zuletzt der neue Leon-Kombi, der sich erst im laufenden Verkaufsjahr voll auswirken wird, soll die Absatzzahlen der Volkswagen-Tochter in Deutschland nach vorne bringen.

Ambitioniert wirkt die 10-Prozent-Wachstumsvorgabe von BMW, da produktseitig der Hauptimpuls vom neuen 2er-Van ausgehen dürfte, der aber erst ab Herbst bei den Händlern steht.

Auch Daimler hat im laufenden Verkaufsjahr einiges vor und plant, in Deutschland mit seiner Kernmarke um bis zu zehn Prozent beim Neuwagenvolumen zuzulegen. Die neuen Mercedes-Modelle haben gerade Rückenwind, und demnächst kommen unter anderem die neue C-Klasse, die V-Klasse, der GLA und das S-Coupé in den Schauräumen hinzu.

„Wo bleibt das Umdenken hin zu einer nachfrageorientierten Marktbelieferung?“ (Kommentar von Ulrich Fromme, ZDK)
Kommentar

Ulrich Fromme hat den Vorsitz in der Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen im ZDK.(Foto:  Zietz)
Ulrich Fromme hat den Vorsitz in der Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen im ZDK.
(Foto: Zietz)

Der deutsche Markt für Neufahrzeuge wächst nicht mehr nennenswert. Das ist Fakt. Wir leben weitestgehend vom Ersatzbedarf. Und der liegt in Deutschland bei plus/minus drei Millionen Einheiten. Drei Millionen Einheiten entsprechen auch unserer Prognose für das „Normaljahr“ 2014, in dem nicht mit konjunkturellen Ausbrüchen zu rechnen ist. Bei allen ambitionierten Zielen ist das am Ende des Tages der Kuchen, den sich die Vertriebschefs der Automobilhersteller und Importeure teilen. Nicht mehr und nicht weniger.


Die Konkurrenz in die Flucht schlagen und daraus für das eigene Fabrikat höhere Absatzzahlen ableiten mag zwar für das eine oder andere neue Modell funktionieren. Aber nicht selten geht die Taktik nur über den Preis auf. Die Folgen trägt vor allem der Handel: Überfüllte Höfe mit viel zu vielen unverkauften, oft auch nur schwer verkäuflichen Autos, Eigenzulassungen im alarmierenden sechsstelligen Bereich, ruinöse Dumpinggeschäfte, die ganz nebenbei das gesamte Markenimage beschädigen. Wo bleibt hier das Umdenken hin zu einer nachfrageorientierten Belieferung des Marktes? Die hoch angesetzten Ziele für 2014 lassen daran zweifeln!

VW und Audi haben moderatere Verkaufsziele ausgegeben. Die für 2014 wirksamsten Impulse werden bei VW wohl vom gelifteten Polo und vom neuen Golf Plus ausgehen. Audi lässt es in Sachen Produktneuheiten dieses Jahr etwas langsamer angehen und plant entsprechend zurückhaltend. Nichtsdestotrotz sind beide Fabrikate gut ins neue Jahr gestartet (VW: +9,4% im Vergleich zum Januar 2013; Audi: +17,5%) – Audi allerdings nur auf dem „unechten“ Markt: Fast die Hälfte der rund 17.600 im Januar getätigten Neuzulassungen entfielen auf das Werk beziehungsweise die Handelspartner oder wurden in die Vermieterflotten gedrückt.

Auch Opel gibt seinen Vertragspartnern mit 9 Prozent ein äußerst sportliches Wachstumsziel mit auf den Weg. Bereits 2013 waren 7,5 Prozent Marktanteil das Ziel gewesen, das Rüsselsheim allerdings deutlich verfehlte. Jetzt soll diese Marke 2014 fallen. Da der neue Corsa wohl erst spät im Jahr erscheint, werden die beiden mit dem Cascada jüngsten Opel-Modelle Mokka und Adam als Wachstumstreiber fungieren und sehr gut laufen müssen.

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