Digitalisierung: Ein Muss, aber kein Selbstzweck

Autor: Christoph Seyerlein

Die Digitalisierung krempelt den Automobilvertrieb grundlegend um. Wie die Branche darauf reagieren kann und warum sie den Kunden dabei nicht aus den Augen verlieren darf, beleuchtet der IFA-Kongress 2017 am 30. November in Nürtingen.

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IFA-Leiter Willi Diez erwartet auch in diesem Jahr wieder hochkarätige Referenten.
IFA-Leiter Willi Diez erwartet auch in diesem Jahr wieder hochkarätige Referenten.
(Bild: IfA)

Digitalstrategien sprießen in der Autobranche aktuell zahlreich aus dem Boden. Aus der Sicht von Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) der Hochschule Nürtingen-Geislingen, ein löblicher Ansatz, der allerdings zu häufig einen Haken hat: Der Kunde spielt in den wenigsten Digital-Vorhaben von Hersteller, Handel und Co. eine Rolle. Diez und IFA-Vizechef Stefan Reindl halten das für eine Gefahr für die gesamte Branche. Deshalb rücken die Wissenschaftler beim 18. Tag der Automobilwirtschaft am 30. November 2017 in Nürtingen den Kunden im digitalen Zeitalter in den Fokus.

„Digitale Elemente können und werden die persönliche Kundenbeziehung nicht ersetzen“, ist Reindl überzeugt. „Die Digitalisierung ist ein Muss, aber kein Selbstzweck – insbesondere im Automobilvertrieb“, gibt er zu bedenken. Kunden würden zwar digitale Elemente zur besseren Information und Kommunikation einfordern; „Solche Elemente werden aber die persönliche Kundenbeziehung auch künftig nicht vollständig ersetzen. Sie werden aber die Strukturen im Automobilvertrieb nachhaltig verändern“, so Reindl weiter.

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Gedanken und Ansatzpunkte zur Digitalisierung im Automobilvertrieb liefern auch beim diesjährigen IFA-Kongress wieder zahlreiche hochkarätige Referenten. Erwartet werden unter anderem Thomas Zahn, Vertriebschef Deutschland der Marke VW, Wayne Griffiths, verantwortlich für den weltweiten Seat-Vertrieb und Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Deutschland. Die Potenziale der Digitalisierung für mehr Kundenorientierung sollen Sabine Scheunert (Daimler) und Thilo Koslowski (Porsche) aufzeigen. Burkhard Weller wird die Perspektiven des Handels in der Welt der Digitalisierung erläutern. Zudem nimmt die Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg, Nicole Hoffmeister-Kraut, den Transformationsprozess in der Automobilwirtschaft aus ihrer Sicht unter die Lupe.

Der Veranstalter rechnet auch in diesem Jahr wieder mit rund 600 Kongress-Teilnehmern. Interessenten können sich noch bis zum 28. November 2017 online zum IFA-Kongress 2017 anmelden.

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Fachredakteur Next Mobility