Promi-Oldtimer Donald Trumps Ex-SL zu verkaufen

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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Donald Trumps Name sorgt nicht nur in politischen Debatten für Aufsehen, sondern auch in der Welt der Oldtimer. In diesem Jahr soll ein Mercedes-Benz 560 SL versteigert werden, der einst dem exzentrischen Milliardär und seiner Ex-Frau gehörte.

Ein ganz normaler SL des Typs R107? Mitnichten! Denn diesen kaufte Donald Trump seiner Frau. Jetzt soll der Wagen, der seit elf Jahren einem Händler in Baden-Württemberg gehört, versteigert werden.(Bild:  BAZ DREAM CARS)
Ein ganz normaler SL des Typs R107? Mitnichten! Denn diesen kaufte Donald Trump seiner Frau. Jetzt soll der Wagen, der seit elf Jahren einem Händler in Baden-Württemberg gehört, versteigert werden.
(Bild: BAZ DREAM CARS)

Die Geschichte dieses wüstenroten Mercedes-Benz 560 SL begann am 15. Juli 1987: Damals kaufte Donald Trump, erfolgreicher Immobilien-Tycoon, die deutsche Nobelkarosse für exakt 60.880 Dollar (inkl. Steuern) bei Sovereign Motorcars in Brooklyn, New York. Nach seiner Scheidung 1992 von Ehefrau Ivana, mit der er seit 1977 verheiratet war, bekam sie den Wagen und nahm ihn mit nach Florida. Dort ging er Jahre später in den Besitz eines Autohändlers, der den Roadster 2014 zum Verkauf inserierte. Der Oldtimer-Händler Firat Baz, der mit seinem Sohn Baris ein Klassiker-Geschäft („Baz Dreamcars“) in Waghäusel bei Karlsruhe betreibt, erfuhr durch einen Freund in Florida von der Offerte und kauft den Wagen quasi blind. Dem Magazin des bekannten Oldtimer-Spezialversicherers OCC haben Firat und Baris Baz („Baz Dreamcars“) erzählt, was sie mit dem Mercedes vorhaben und welchen Preis sie sich vorstellen können.

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„Wir haben uns nur die Fotos und die Papiere schicken lassen“, erzählt Baris Baz. 40.000 Euro haben die Händler aus dem Ländle für den Trump-Mercedes berappt. Der Oldie zeigt sich vor Ort in Deutschland als Glücksgriff: nur 11.000 Meilen Laufleistung, tadelloser Zustand, fast Vollausstattung (nur die Standheizung fehlt). Lediglich der Lack wurde teilweise erneuert und die Ledersitze neu bezogen. Aber das Wichtigste: Alle wichtigen Papiere sind im Original vorhanden, die den prominenten Vorbesitz dokumentieren – als Halterin war Ivana Trump eingetragen. Von ihr gibt es auch das Originalnummernschild aus Florida „IVANA 1“.

Wagen soll in den USA versteigert werden

Baris Baz; „Außerdem sind wir auch im Besitz eines Briefes von Ivana Trump, die dem neuen Besitzer des Cabrios viel Spaß mit dem Fahrzeug wünscht.“ Was passiert jetzt mit dem Mercedes? „Wir wollen ihn jetzt in den USA versteigern lassen, sind auf der Suche nach Auktionspartnern.“ Der Wagen soll so deutlich über 120.000 Euro bringen – Familie Baz erhofft sich von der Amtseinführung Trumps einen deutlichen Preis-Aufschlag. Ob diese Rechnung aufgeht?

Doch was bedeutet ein prominenter Vorbesitzer eigentlich für den Wert eines Fahrzeugs? Macht allein der Name aus einem Klassiker ein begehrtes Sammlerstück – oder hängt die Preissteigerung von anderen Faktoren ab? Ist ein Auto mit der Geschichte eines Filmstars genauso gefragt wie das eines Politikers? Um diese Fragen zu klären, hat OCC mit Marcus Görig gesprochen, Oldtimerexperte und Director of Sales beim renommierten Auktionshaus Sotheby’s.

Gute Aussichten für den Trump-Mercedes

OCC: Wie beeinflussen prominente Vorbesitzer den Wert eines Fahrzeugs?

Marcus Görig: „Ein prominenter Vorbesitzer kann den Verkaufspreis eines Fahrzeugs erheblich steigern. Es gibt jedoch keine feste Regel, wie stark der Einfluss ausfällt. Viel hängt vom individuellen Prominenten, seiner Geschichte mit dem Fahrzeug und der aktuellen Nachfrage ab.“

Gibt es Beispiele, wo prominenter Vorbesitz den Wert eines Fahrzeugs besonders positiv beeinflusst hat?

„Ja, es gibt einige bemerkenswerte Beispiele: Juan Manuel Fangios Mercedes-Benz 300SL Roadster würde normalerweise etwa 1 Million Euro kosten. Doch weil Fangio den Wagen besaß, erzielte er einen Preis von über 5 Millionen Euro. Oder der Porsche 911S von Steve McQueen: Ein vergleichbarer Porsche 911S liegt üblicherweise bei etwa 150.000 Euro. McQueens Wagen wurde jedoch im August 2011 für 1.375.000 US-Dollar versteigert. Der VW Golf IV von Papst Benedikt XVI. wurde im Mai 2005 für 188.938,88 Euro über eBay versteigert. Der Käufer war das Online-Casino GoldenPalace.com. Der damalige Besitzer, ein 21-jähriger Zivildienstleistender aus Olpe, hatte das Fahrzeug im Januar 2005 für etwa 9.500 Euro erworben.“

Gibt es auch Fälle, bei denen der prominente Vorbesitz den Preis weniger stark beeinflusst hat?

„Ja, auch solche Fälle kommen vor. Ein Beispiel ist Tina Turners Mercedes-Benz S320. Während ein Fahrzeug dieses Typs normalerweise für etwa 10.000 Euro gehandelt wird, brachte der Wagen der berühmten Sängerin „nur“ 30.000 Euro ein. Hier zeigt sich, dass der Prominentenbonus nicht immer in astronomische Höhen führt.“

Welche zusätzlichen Faktoren spielen eine Rolle bei der Wertsteigerung durch prominenten Vorbesitz?

„Neben dem prominenten Namen sind der Zustand und die Authentizität des Fahrzeugs entscheidend. Wenn ein Prominenter das Auto nur für wenige Monate besaß und kaum fuhr, hat das meist wenig Einfluss auf den Preis. Anders ist es, wenn der Prominente eine enge Verbindung zum Fahrzeug hatte. Ein gutes Beispiel ist wieder der Mercedes-Benz 300SL Roadster von Juan Manuel Fangio. Er erhielt den Wagen als Geschenk zum Ende seiner Rennfahrerkarriere und besaß ihn bis zu seinem Lebensende. Zudem fuhr er beeindruckende 70.000 Kilometer mit dem Auto. Diese persönliche Geschichte und intensive Nutzung steigerten den Wert erheblich.“

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Wie wichtig ist die aktuelle Popularität des Prominenten für die Preisfindung?

„Die Bekanntheit des Prominenten spielt eine zentrale Rolle. Je berühmter die Person ist – und je aktueller ihre Popularität –, desto größer ist in der Regel die Nachfrage nach dem Fahrzeug und damit auch der erzielte Preis.“

Diese Fahrzeuge besitzt Donald Trump

Donald Trump gilt als absoluter Autonarr. Neben britischen, amerikanischen und italienischen Sportwagen zeigt er auch Interesse an deutschen Luxuskarossen. Zu seinem Fuhrpark gehörten unter anderem ein Rolls Royce Silver Cloud Baujahr 1956), ein Rolls-Royce Phantom, ein Mercedes-Benz SLR McLaren, ein Lamborghini Diablo VT Roadster (Baujahr 1997), Ferrari F430 F1 Coupé, Tesla Roadster, Cadillac Allanté und der Cadillac „Trump“ Golden Series (Baujahr 1988).

Als Präsident der Vereinigten Staaten wird er künftig im Cadillac One chauffiert. Diese spezielle, umgebaute Limousine auf Basis des Cadillac DeVille Touring Sedan ist speziell gepanzert (127 mm Militärstahl), die Scheiben sind 12,7 cm dick und lassen sich nicht öffnen. Die Reifen haben Notlaufeigenschaften, an Bord sollen sich außerdem modernste, abhörsichere Kommunikationsmittel befinden. Das Gewicht der etwa 7 Meter langen „The Beast“ genannten Präsidentenlimousine: etwa 8 Tonnen. Das Präsidentenkennzeichen: 800-002, Washington D.C.

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