Neuzulassungen November E-Autos stromern im Flottenmarkt auf Platz eins

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Eine hohe private Nachfrage hat den Neuwagenmarkt im November entscheidend angetrieben. Ebenso bemerkenswert: Elektrofahrzeuge übernahmen erstmals die Führung im Flottengeschäft.

Der Neuwagenmarkt in Deutschland hat sich im August leicht erholt.(Bild:  Grimm – VCG)
Der Neuwagenmarkt in Deutschland hat sich im August leicht erholt.
(Bild: Grimm – VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt hat im November zum dritten Mal in Folge zugelegt. Vor allem aber entspringt das Plus laut einer Analyse der Marktforschung Dataforce den richtigen Kanälen, nämlich dem Privat- und Gewerbekundenmarkt. Damit stehen hinter den Zahlen – 250.666 Neuzulassungen bedeuten für den November ein Plus von 2,5 Prozent – eine echte Nachfrage und nicht nur künstlich erzeugte Sondereffekte.

Die Autovermieter haben ihre Zulassungen im Berichtsmonat um 10 Prozent gesenkt. Allerdings hatten sie in den vergangenen Monaten ihre Bestände bereits gut gefüllt. Auch die Händler agierten deutlich zurückhaltend und brachten 3 Prozent weniger Neuwagen zur Zulassung. Aktiver waren die Hersteller und Importeure selbst, deren Eigenzulassungen um 4 Prozent zulegten. Insgesamt ging die Zahl der taktischen Zulassungen um 541 Einheiten oder 0,9 Prozent zurück.

Dagegen boomten die wichtigen Segmente. Der Privatmarkt legte um starke 10 Prozent zu und erreichte 85.818 Neuzulassungen – ein Plus von 7.895 Fahrzeugen. Auch der relevante Flottenmarkt wuchs um 2 Prozent auf 80.531 Zulassungen. „Der starke November kommt dem angeschlagenen deutschen Automobilmarkt wie gerufen", kommentiert Julian Litzinger von Dataforce die Entwicklung.

Elektroautos gehen in Führung

Den Hauptanteil am Aufschwung tragen elektrifizierte Fahrzeuge. BEV und PHEV stemmen das Wachstum fast komplett allein und gleichen die Verluste bei Benzin- und Dieselfahrzeugen mehr als aus. Die E-Auto-Zulassungen legten um 58 Prozent auf 55.739 Neuzulassungen zu und erreichten einen Marktanteil von 22 Prozent. Plug-in-Hybride sprangen um 57 Prozent auf 32.437 Fahrzeuge (12,8 Prozent Marktanteil).

Erwähnenswert ist die BEV- und PHEV-Entwicklung bei den Firmen- und Flottenkunden. Deren Absatz legte um 10.000 Einheiten zu und erreichte laut Dataforce „einen neuen Rekordwert seit Wegfall der alten Prämie“. Beide Antriebsarten kamen zusammen auf einen Marktanteil von 46 Prozent, also jedes zweite Fahrzeug war mit Stecker unterwegs. BEVs allein kamen in Flotten auf 27 Prozent Marktanteil und waren damit die Nummer-1-Antriebsart.

Auch im Privatmarkt zeigt sich der Elektro-Boom: Mit 24 Prozent Marktanteil erreichten BEV den höchsten Wert seit Ende der Förderung. Das Absatzplus der reinen Stromer betrug knapp 10.000 zusätzliche E-Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Wir sehen einen Schub an Elektro- und Plug-in-Fahrzeugen, die eine reale Nachfrage im Markt treffen“, heißt es dazu in der Dataforce-Analyse.

Transporter verkaufen sich träge

Während der Pkw-Markt floriert, hinkt der Transporterbereich hinterher. Mit 40.337 Zulassungen gingen die Verkäufe der leichten Nutzfahrzeuge und Utilities um 2 Prozent zurück. Hier zeigt sich ein gegenteiliges Bild zum Pkw-Segment: Vermieter reduzierten ihre Neuzulassungen drastisch um 19 Prozent, während der Fahrzeugbau mit plus 20 Prozent deutlich mehr Eigenzulassungen vornahm.

„Wir sehen aktuell also vermehrt taktische Zulassungen der Hersteller selbst", analysiert Dataforce. Der Grund: E-Transporter kommen noch nicht von allein im Markt an, werden aber wegen der CO2-Ziele dringend gebraucht. Die Hersteller springen daher mit Eigenzulassungen ein. Immerhin stiegen die E-Transporter-Zulassungen um 73 Prozent auf einen Marktanteil von 12 Prozent (4.668 Fahrzeuge).

Jahresbilanz: 30 Prozent Elektroanteil erreicht

Die Zahlen von Januar bis November unterstreichen den Trend: Bei bislang 2,611 Millionen Pkw-Neuzulassungen (+0,7 % zum Vorjahreszeitraum) erreichen elektrifizierte Fahrzeuge bereits 30 Prozent Marktanteil. BEV kommen auf 490.000 Zulassungen (+41 %), PHEV auf 281.000 (+63 %). Der Privatmarkt wächst dabei deutlich stärker (+5 %) als der Flottenmarkt, der um 6 Prozent schrumpfte.

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