Zu seinem 50sten Geburtstag vor 14 Jahren beschenkte er sich selbst mit 50 Fahrzeugen. Alle 1950er-Baujahr, so wie er selbst. „Es ist mein eigenes Automobil-Museum, mein Automausoleum“, sagt er stolz und verdrückt beim Anblick seiner Schätze keine Träne des Bedauerns. Mittlerweile sind einige weitere End-Dauerparker dazugekommen. Sie sind (noch) besser erhalten und wirken aus der Ferne wie abgestellt, als wäre ihr Besitzer nur eben mal ausgestiegen. Kommt man näher, sieht man aber ihren wahren Zustand. Gut gehalten hat sich oftmals lediglich das Armaturenbrett, wo zum Teil sogar noch Tachonadeln erkennbar sind. Energie fließt hier allerdings längst nicht mehr.
Letztes Rennen
Ein historischer Jaguar steht auf einem Stück Rennstrecke und liefert sich mit einem Porsche ein letztes ewiges Rennen. In unmittelbarer Nähe ruht ein Fahrzeug, das mehr als nur einen schnellen Blick benötigt, um identifiziert zu werden. Schuld daran ist nicht allein sein verwitterter Zustand, sondern seine nahezu nicht vorhandene Präsens hierzulande. Es handelt sich um einen Moskvich, stammt also aus russischer Produktion. Auch der Citroen 11 CV, der Jahrzehnte einem französischen Polizeichef gehörte, findet sich tief im Gestrüpp. So unterschiedlich die Fahrzeuge und ihre Geschichten auch sind, ähneln sie sich einander im Verfall nun immer mehr.
In einer tiefen Waldkuhle steht einsam ein VW Bulli, seine Türen sind nur angelehnt und wirken fast einladend. Öffnet man sie jedoch, schlägt einem eine dermaßen muffige Luft entgegen, dass man schon viel Enthusiasmus aufbringen muss, um einen längeren Blick ins Innere des Kleinbusses zu werfen. Seine dicken Polstersitze sind aufgerissen und bieten allerhand Kleintieren Unterschlupf, die Gardinen sind voller Löcher. Und aus den umherwehenden Spinnenweben ließe sich locker eine große „Zuckerwatte“ drehen.
Wahre Liebe rostet nicht
Sind die ersten Eindrücke erst einmal verdaut, fallen viele liebevolle und skurrile Details auf. Über dem Defender hat sich ein Fallschirm in den Ästen eines Baumes verheddert, eine alte Ente ist bis zum Dach mit leeren Sektflaschen gefüllt, an der Fahrzeugtür eines Rolls-Royce hängt eine stylische Sonnenbrille, die jedoch wie auch das Fahrzeug selbst komplett mit Erde beschmutzt ist.
Die ästhetische Faszination die von diesen Autos ausgeht mag nicht jeden berühren und mit der Wiederverwertungsrealität heutiger Schrottplätze hat dieser Friedhof nichts zu tun. Der „Skulpturen-Park“ ist etwas für Menschen, die im quasi natürlichen Verfall von Automobilen einen besonderen Reiz entdecken können. Michael Fröhlich sieht darin sogar einen künstlerischen Aspekt und will die Vergänglichkeit der Vehikel aufzeigen, deren letzte gemeinsame Ausfahrt das Unterholz zum Ziel hatte. Offenbar rostet wahre Liebe eben doch nicht.
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