Elektromobilität: E-Autos brauchen kein Motoröl

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Der Mechaniker der Zukunft wird wohl kein Öl mehr in Motoren schütten. Was das für die Serviceumsätze bedeutet, darüber sind die Meinungen geteilt. Zwei Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

(Bild: Rosenow)

Beim Wechsel vom Verbrennungsmotor auf den E-Antrieb werden sich die Serviceumsätze deutlich verringern. Jetzt denken Sie sicher: Die Elektromobilität macht doch gerade einmal ein mageres Prozentpünktchen der Neuzulassungen aus, und der Bestand an Altfahrzeugen ist riesig – so schnell droht von da keine Gefahr. Doch wenn Sie das glauben, dann haben Sie wahrscheinlich die Titelgeschichte in der letzten Ausgabe von »kfz-betrieb« nicht gelesen, in der wir die strikte Hinwendung des Volkswagen-Konzerns zur Elektromobilität thematisiert haben. Hier noch einmal die wichtigsten Zahlen: Bis 2028 wollen die Wolfsburger 70 E-Modelle auf den Markt werfen und davon nicht weniger als 22 Millionen Einheiten verkaufen. 2030 will der Konzern in seiner Neuwagenflotte einen Elektroanteil von 40 Prozent erreichen. Wohl gemerkt: Es handelt sich um batterieelektrische Fahrzeuge, nicht um Verbrenner mit ein bisschen Hybridtechnik.

Das klingt schon bedrohlicher, oder? Auch wenn es „nur“ um Volkswagen und seine Konzernmarken geht und die Strategie der Konkurrenten anders aussehen kann, ist es höchste Zeit für den Autohandel, sich mit den Auswirkungen der Elektromobilität auf das Servicegeschäft zu beschäftigen. Und sie in die Planungen und Investitionsentscheidungen für neue Werkstätten mit einzubeziehen. Wie stark sich die öllosen Stromer (die auch sehr viele andere Verschleißteile und Servicearbeiten nicht mehr brauchen) tatsächlich auf die Werkstattumsätze auswirken, haben in letzter Zeit unabhängig voneinander zwei Studien untersucht, deren wichtigste Ergebnisse wir im Folgenden kurz zusammenfassen wollen.