Elektronik „verschmilzt“ mit Blech

Auch Karosseriebetriebe werden immer häufiger mit moderner Fahrzeugtechnik konfrontiert

12.07.2007 | Redakteur: Steffen Dominsky

Helmut Faforke von Bosch (links) hatte die KTS-Familie inklusive dem taufrischen KTS 200 (unten im Bild) im Gepäck.
Helmut Faforke von Bosch (links) hatte die KTS-Familie inklusive dem taufrischen KTS 200 (unten im Bild) im Gepäck.

Unzählige elektronische „Heinzelmännchen“ und jede Menge Sensoren und Aktoren stecken in modernen Fahrzeugen. Die Zeiten, in denen der Karosseriebauer als Handwerkszeug lediglich ein paar Hämmer, Handfäuste und ein Schweißgerät benötigte, neigen sich dem Ende zu.

Das, womit sich Mechaniker und Mechatroniker schon seit Längerem auseinandersetzen, steht zahlreichen Spenglern noch bevor: Ohne entsprechende Diagnosecomputer lassen sich die Kraftfahrzeuge von heute – selbst wenn sie „nur“ einen Blechschaden haben – oftmals nicht mehr fachgerecht instand setzen. Sei es die korrekte Einstellung eines erneuerten Scheinwerfers oder das Zurücksetzen eines Crashsensors. Ohne Hilfe von Kollege Computer geht bei einer Reparatur viel Zeit verloren oder manche Arbeit wird für den Karosseriebetrieb gar unmöglich.

Dieses Problem haben auch zahlreiche Diagnosegerätehersteller erkannt. Fast alle bieten mittlerweile „kleine“ und preisgünstige Geräte an, die auch den Bedürfnissen von Spenglern entgegenkommen. Diese müssen einen Fehlerspeicher auslesen und löschen oder bestimmte Bauteile wie einen Airbagsensor erneuern können. Umfangreiche Fehlersucharbeiten mit Oszilloskop-Unterstützung oder das Auslesen von Messwerteblöcken ist für sie eher unwichtig.

Auch für Spengler

Auf dem Expertenmeeting Karosserie-Instandsetzung zeigten einige der bekannten Diagnoseanbieter ihre Produkte. Die Firma Bosch empfiehlt Karosseriebetrieben, schon bei der Schadenaufnahme den Fehlerspeicher auszulesen, um neben den sichtbaren auch elektronische Schäden aufzuspüren. Der bekannte Werkstattausrüster hat vor Kurzem seinen neuen Diagnosetester KTS 200 präsentiert, den er auch für Karosseriebetriebe entwickelt hat. Er ist unter anderem dank seines Preises ein interessantes Angebot.

Mit ihm kann jeder Betrieb die wichtigsten Arbeiten wie Stellgliedtests, Fehlerspeicher lesen/löschen, Anpassungen und Variantenkodierungen schnell und sicher ausführen. Der gerade einmal DIN A5 große handliche Tester ist mit lediglich fünf Tasten zu bedienen. Ein Spritzwasserschutz und praxisgerechte „Gummiknöpfe“ machen den KTS 200 zum robusten Arbeitsgerät für Mechaniker und Spengler.

Dank der Esitronic-Software kann die Werkstatt fast alle europäischen und asiatischen Fahrzeuge prüfen und instand setzen. Zudem hat der Anwender erstmals die Möglichkeit, die Software auch außerhalb eines regelmäßigen Abonnements – das heißt nur bei Bedarf – zu kaufen, ohne dass die Funktion des Geräts eingeschränkt wird.

Zahlreiche Angebote

Der Firma AVL hat seit Kurzem den Dixe Drive Pocket im Programm. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine kleine und handliche Ausgabe des bekannten Multimarken-Geräts Dix Drive des Fürther Diagnoseunternehmens. Der zirka DIN A4 große Tablet-PC bietet alles, was ein Betrieb für Diagnose, Wartung und Instandsetzung an modernen Automobilen, Motorrädern und demnächst auch Nutzfahrzeugen benötigt.

Parallel dazu bietet AVL in Verbindung mit der passenden Software auch das OBD-Auslesemodul Di Scope an, das als günstige Diagnosevariante mithilfe eines vorhandenen PCs oder Laptops betrieben werden kann. Das ist z. B. für kleine Werkstätten oder Karosseriebetriebe interessant, die auf ein separates Gerät verzichten können oder müssen.

Der Diagnosespezialist Gutmann hat mit dem Mega Macs 50 ein gleichfalls handliches und leistungsfähiges Diagnosegerät im Programm. Es ist für alle die gemacht, die als Handwerker mit modernen Fahrzeugen arbeiten müssen, jedoch nicht als Fachkräfte in den „Elektronikhimmel“ aufsteigen wollen. Dies sind neben Schnellservicebetrieben auch Karosseriebetriebe.

Mit einer praxisgerechten Folientastatur und einer einfachen Menüführung kann die Werkstatt so an allen gängigen Fahrzeugen zum Beispiel Fehler auslesen/löschen oder Stellgliedtests durchführen. Erhältlich ist der Mega Macs 50 außerdem in einer 50-monatigen Mietvariante.

Kräftige Unterstützung

Um Karosserie-Instandsetzer besser zu unterstützen, haben die Gutmänner zusammen mit dem technischen Schulungszentrum Weissach einen Diagnoselehrgang speziell für Karosseriebauer veranstaltet, der auf großes Interesse stieß. Zudem arbeitet das Diagnoseunternehmen eng mit Lackiererverbänden zusammen.

WOW, die Elektroniksparte der Würth Gmbh & Co. KG, brachte ihr neuestes Produkt mit zum Expertenmeeting. Bei dem IQ 300 handelt es sich um einen Tablet-PC mit Touchscreen-Oberfläche. Er vereint Handlichkeit mit guter Übersicht, ohne bei der Diagnoseleistung Abstriche zu machen.

Auch WOW empfiehlt Karosseriebetrieben, bei modernen Fahrzeugen generell einen elektronischen „Vorabcheck“ durchzuführen. Nur durch einen Eingangs- und Ausgangsvergleich kann die Werkstatt erkennen, ob sie ihre Arbeiten korrekt ausgeführt hat und nicht selbst für Fehlerspeichereinträge gesorgt hat.

In Zusammenarbeit mit dem ZKF entstand der WOW-Pocket-PC. Das handliche Diagnosewerkzeug, das in jede Hemdtasche passt, wurde auch für die Belange von Karosseriewerkstätten entwickelt. Der „Kleine“ bietet neben einem attraktiven Preis nahezu alle Funktionen seiner großen Brüder.

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