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Ergebnis binnen gut zwei Stunden: Bosch entwickelt Corona-Schnelltest

| Autor: Christoph Seyerlein

Labore stoßen mit den Corona-Tests aktuell häufig an ihre Kapazitätsgrenzen. Bosch will nun Abhilfe schaffen und hat gemeinsam mit einem nordirischen Medizintechnik-Unternehmen einen Corona-Schnelltest entwickelt.

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Bosch will mit einem Schnelltest helfen, die Corona-Pandemie einzudämmen.
Bosch will mit einem Schnelltest helfen, die Corona-Pandemie einzudämmen.
(Bild: Bosch)

Mit einem eigens entwickelten Schnelltest will Bosch das Gesundheitssystem im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, liefert das Produkt in weniger als 2,5 Stunden ein Ergebnis. Der Schnelltest erfüllt nach Bosch-Angaben die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ab April soll er in Deutschland erhältlich sein.

Binnen sechs Wochen haben die Schwaben ihr Produkt gemeinsam mit dem nordirischen Medizintechnik-Unternehmen Randox Laboratories entwickelt. Es kann neben SARS-CoV-2 auch neun weitere Atemwegserreger feststellen – beispielsweise auch Influenza A und B. Marc Meier, Geschäftsführer der Bosch Healthcare Solutions GmbH, erklärt: „Die Besonderheit des Bosch-Tests ist: Durch die Differenzialdiagnostik ersparen sich die Ärzte zusätzlich die Zeit für weitere Tests, erhalten rasch eine fundierte Diagnose und können daraus schneller eine geeignete Therapie einleiten.“

In diversen Labortests habe der Bosch-Test Ergebnisse mit einer Genauigkeit von mehr als 95 Prozent geliefert, hieß es vonseiten des Unternehmens. Die Probe wird mittels Abstrichtupfer aus Nase oder Rachen eines Patienten entnommen. Anschließend wird die Kartusche, die bereits sämtliche für den Test erforderliche Reagenzien enthält, für die Analyse in das entsprechende Gerät eingeführt.

Denner: „Zeit der entscheidende Faktor“

Das medizinische Personal kann sich während der Auswertung anderen Aufgaben widmen, beispielsweise der Behandlung von Patienten. Mit dem entsprechenden Vivalytic-Analysegerät von Bosch sollen bis zu zehn Tests am Tag möglich sein. Die Testkartuschen sollen dem Vernehmen nach zwischen 50 und 100 Euro kosten, einen Vivalytic-Gerät liegt preislich bei etwa 15.000 Euro.

Bosch-Chef Volkmar Denner sagte: „Im Kampf gegen das Coronavirus ist Zeit einer der entscheidenden Faktoren. Eine zuverlässige, schnelle Diagnose direkt vor Ort ohne Umwege – das ist der große Vorteil unserer Lösung, die für uns auch ein Beispiel von Technik fürs Leben ist.“

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