Acea Europäischer Lobbyverband verliert Stellantis

Von Jens Rehberg

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Nachdem der Industrieverband die Forderung des EU-Parlaments nach einer Zulassungssperre für Verbrenner ab 2035 nicht verhindern konnte, hat Carlos Tavares die Mitgliedschaft gekündigt. Die Entscheidung des Stellantis-Chefs gab der Hersteller in einem Nebensatz bekannt.

Stellantis-Deutschlandzentrale in Rüsselsheim(Bild:  »kfz-betrieb« / Rehberg)
Stellantis-Deutschlandzentrale in Rüsselsheim
(Bild: »kfz-betrieb« / Rehberg)

Stellantis verlässt als erster großer Hersteller überhaupt den europäischen Autoindustrieverband Acea. Im vorletzten Satz einer Presseerklärung des Autobauers vom Dienstag heißt es, man wolle sich zum Ende dieses Jahres aus dem Verband der Europäischen Automobilhersteller zurückziehen.

Offiziell begründet das Unternehmen diesen Schritt damit, dass Stellantis statt klassischer Lobbyarbeit lieber die direkte Interaktion mit Bürgern und Interessengruppen unterstützen wolle. Als Hauptanlass für seine Erklärung will der Hersteller dann auch die Ankündigung verstanden wissen, ein jährliches, offenes Treffen zu initiieren, bei dem Konzepte für eine „saubere, sichere und erschwingliche Mobilitätsfreiheit“ erarbeitet werden sollen.

Als Teilnehmer sieht Stellantis unter anderem Mobilitäts- und Technologieanbieter, Akademiker, Politiker und Wissenschaftler. Das Forum soll öffentlich zugänglich sein.

EU legt sich auf Elektromobilität fest

Werden die jüngsten Beschlüsse der EU-Kommission und des -Parlaments umgesetzt, bis 2035 die Emissionen der Neuwagenflotten der Hersteller um 100 Prozent zu reduzieren, können ab diesem Zeitpunkt keine Pkw und Transporter mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden. Das würde auch Plug-In-Hybride betreffen. Zudem hatten die Parlamentarier den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen abgelehnt.

BMW-Chef und Acea-Präsident Oliver Zipse hatte „angesichts der Volatilität und Unsicherheit, die wir Tag für Tag weltweit erleben“ die langfristige Festlegung der EU als verfrüht bezeichnet. Volkwagen und Mercedes dagegen hatten die Pläne der EU als „ambitioniert, aber erreichbar“ eingeschätzt.

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