Pkw-Vertrieb Europas Neuwagenmarkt ist auf Wachstumskurs

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die Kurve der Neuwagen-Verkaufszahlen zeigt weiter nach oben. Mit einem positiven Schlussakzent ist das Verkaufsjahr 2025 zu Ende gegangen. Doch der echte Durchbruch fehlt noch.

Im Gesamtjahr 2025 wurden in Europa mehr Neuwagen ausgeliefert als im Jahr zuvor. Doch die Stimmung ist nur verhalten positiv.(Bild:  Grimm – VCG)
Im Gesamtjahr 2025 wurden in Europa mehr Neuwagen ausgeliefert als im Jahr zuvor. Doch die Stimmung ist nur verhalten positiv.
(Bild: Grimm – VCG)

Der europäische Automarkt hat zum Jahresschluss 2025 nochmals kräftig zugelegt. Wie der Herstellerverband Acea am Dienstag, 27. Januar, mitteilte, kamen im Schlussmonat 1.173.205 Millionen Neuwagen auf die Straßen der Länder der EU, der Efta und Großbritanniens. Das war ein Plus von 7,76 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Damit hat sich der seit Juli anhaltende Aufwärtstrend schwungvoll fortgesetzt. Im Gesamtjahr 2025 wurden den Angaben zufolge 13,27 Millionen Neuwagen registriert. Das war unterm Strich ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Jahresergebnis 2024.

Dabei legten die Märkte der EU nur 1,8 Prozent zu, in Großbritannien legte der Neuwagenmarkt im Gesamtjahr um 3,5 Prozent zu. In den Efta-Ländern ging es, getrieben durch Norwegen (+42,4 Prozent – 96 Prozent Elektroanteil), um 13 Prozent nach oben.

„Wir haben im vergangenen Jahr zwar eine leichte Erholung des Neuwagenmarkts gesehen. Insgesamt aber geht es nur im Schneckentempo aufwärts“, analysiert Constantin Gall, Mobilitätsexperte der Unternehmensberatung EY. Für das neue Jahr rechnet er mit einem neuerlichen nur geringfügigen Absatzplus. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieben weiterhin ungünstig.

Auch die hohen Neuwagenpreise, die nicht zuletzt auf regulatorische Vorgaben zurückzuführen seien, schreckten die potenziellen Kunden von einem Neuwagenkauf ab, ergänzte Gall und folgert: „Die Autoindustrie muss sich also auf ein schwieriges Jahr 2026 einstellen.“

BEV wächst – aber sehr ungleich

Die großen europäischen Ansatzmärkte entwickelten sich im Gesamtjahr 2025 uneinheitlich. Neben Großbritannien legten die Verkäufe insbesondere in Spanien zu (+12,9 %). Deutschland verbuchte ein leichtes Plus von 1,4 Prozent, während der Absatz in Italien (–2,1 %) und Frankreich (–5,0 %) rückläufig war. Positiv entwickelten sich dagegen einige mittelgroße Märkte wie Dänemark (+6,7 %), Österreich (+12,3 %), Polen (+8,4 %), Portugal (+7,3 %), Tschechien (+7,4 %) und Ungarn (+6,4 %).

Fortgesetzt hat sich gesamteuropäisch das Absatzwachstum der elektrischen Modelle, der Anteil der Verbrenner ging dagegen zurück. Der Anteil der BEVs stieg im Gesamtjahr in den erfassten Märkten von 15,4 auf 19,5 Prozent. Allerdings verschleiert die Gesamtbetrachtung weiterhin die starken Gefälle zwischen den Staaten. Während in Belgien ein Drittel der Neuzulassungen rein elektrisch angetrieben wird und in Großbritannien knapp 25 Prozent, sind es in Polen rund 7 Prozent, in Bulgarien 5 Prozent und in Kroatien 2 Prozent.

Reine Benzin-Pkw kommen noch auf einen Anteil von 26,1 Prozent (2024: 33,0 %), Diesel-Modelle stellen noch 7,7 Prozent aller Neuzulassungen (2024: 10,4 %). Hybrid-Pkw ohne Stecker stellen 34,4 Prozent des Marktes (2024: 31,4 %), Plug-in-Hybride kommen auf 9,6 Prozent (2024: 7,4 %). Alle anderen Antriebsarten (LPG, CNG, Brennstoffzelle) machten 2,7 Prozent der Neuzulassungen aus.

Tesla rutscht ab, Volkswagen wächst

Großer Verlierer im Rennen um die Gunst der Kunden war der E-Auto-Hersteller Tesla. Die Amerikaner verloren europaweit 26,9 Prozent ihrer Käufer. Der Marktanteil fiel von 2,5 auf 1,8 Prozent. Ebenfalls hohe Rückgänge bei einem auf 0,4 Prozent gefallenen Marktanteil musste Mitsubishi verkraften (–23,4 %) – nicht zuletzt wegen fehlender Modelle. Auch für Jaguar Land Rover (–17,1 % – auch wegen der vorübergehenden Einstellung von Jaguar), Suzuki (–14,6 %), Volvo (–9,9 %) und Mazda (–9,8 %) lief es schlecht.

Im Plus sind dagegen die chinesischen Hersteller SAIC (+24,9 %) mit der Kernmarke MG sowie BYD (+286,6 %). Größter Automobilkonzern in Europa bleibt Volkswagen – der Marktanteil stieg getrieben durch ein Absatzplus von 5,1 Prozent von 26,2 auf 26,9 Prozent. Der Stellantis-Konzern verlor 3,9 Prozent der Verkäufe, die Renault-Gruppe legte um 5,9 Prozent zu.

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