Euroskills 2014: Lille hat sich gelohnt

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Die Ausbildung in Deutschland ist im internationalen Vergleich spitze, wie sich bei der Berufseuropameisterschaft zeigte. Die Kfz-Mechatroniker konnten ihren Titel zwar nicht verteidigen. Trotzdem gab es doppeltes Gold für Fahrzeugberufe.

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Großer Jubel bei der deutschen Berufe-Nationalmannschaft nach den Euroskills 2014 in Lille.
Großer Jubel bei der deutschen Berufe-Nationalmannschaft nach den Euroskills 2014 in Lille.
(Foto: Worldskills Germany)

Berufsmeisterschaften stehen internationalen Sportwettkämpfen inzwischen in nichts mehr nach. Das hat die vierte Auflage der Euroskills, die vom 1. bis 4. Oktober im französischen Lille stattfand, eindrucksvoll gezeigt. Die Teilnehmer mussten an den drei Wettkampftagen absolute Höchstleistungen bringen, und bei vielen Gewerken herrschte Spannung bis zur letzten Minute.

So auch bei den Kfz-Mechatronikern. Denn da es keine Zwischenstände gibt, kann sich kein Teilnehmer taktisches Geplänkel erlauben. Insgesamt war das Niveau der Teilnehmer in diesem Jahr sehr gut. Angetreten waren Kfz-Spezialisten aus elf Nationen. Für Deutschland kämpfte Dominic Eisenbeiser aus dem thüringischen Barchfeld. Er landete zwar letztlich nur im Mittelfeld, war aber trotzdem mit seiner Leistung zufrieden. Dass es nicht zu einem Platz auf dem Treppchen reichte, lag nicht an seiner fachlichen Kompetenz, sondern eher an mangelnder Routine. Eisenbeiser studiert seit zwei Jahren an der Berufsakademie Glauchau, um später das Autohaus seiner Eltern übernehmen zu können.

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Die Kfz-Mechatroniker mussten ihr Können in vier Bereichen unter Beweis stellen: Fahrwerk und Bremse, Motormechanik, Motordiagnose sowie Body- und Komfortelektronik. Die Fahrzeuge, an denen sie ihre Aufträge abarbeiten mussten, waren jeweils mit einer ganzen Reihe von Fehlern gespickt. Deshalb waren eine gute Systemkenntnis mit umfangreichem Detailwissen und handwerkliches Geschick gefragt. Es reichte nicht, einfach nur defekte Bauteile zu benennen und so durch Raten zum Ziel zu kommen. Vielmehr mussten die Teilnehmer bei jedem als defekt deklarierten Bauteil detailliert messtechnisch nachweisen, wie sie zu ihrem Ergebnis gekommen waren. Am besten schaffte das Declan Mc Grath aus Großbritannien. Silber ging an Marcus Morén aus Schweden, und Bronze holte sich Rui Brites aus Portugal.

Gold für Deutschland

Größeren Erfolg in den Fahrzeugberufen hatten der deutsche Zweiradmechaniker Markus Schmitz und der Landmaschinenmechaniker Daniel Patzelt in Lille. Beide holten sich nämlich die Goldmedaille. Bei den Zweiradmechanikern verwies Schmitz den Schweizer Oliver Heller und den Österreicher Norbert Gaugusch auf die Plätze zwei und drei. In dieser Disziplin waren allerdings nur diese drei Länder angetreten, was jedoch die Leistung des Deutschen nicht schmälert. Denn auch die Aufgaben der Zweiradmechaniker waren äußerst anspruchsvoll.

Bei den Landmaschinenmechanikern gibt es gleich zwei neue Europameister. Patzelt teilt sich den Tiltel mit dem Niederländer Giel Buijs, da beide fast punktgleich waren. Bronze holte sich Benjamin Schmid aus Österreich.

Insgesamt blickt die Deutsche Berufe-Nationalmannschaft auf einen erfolgreichen Wettbewerb zurück. In den 14 Berufen, in denen sie vertreten war, holten die Teilnehmer zusammen immerhin zehn Medaillen, fünf goldene, drei silbern und zwei bronzene.

Deutsche Sieger und damit Europameister in ihren Wettbewerben wurden Thomas Kühler und Lukas Stollberg als Team „Mobile Robotik“, der Kältetechniker Julian Walz und, wie beschrieben, der Zweiradmechaniker Markus Schmitz und der Landmaschinenmechaniker Daniel Patzelt. Das Stuckateur-Team Marc Armbrüster und Valmir Dobruna holten nicht nur die Goldmedaille, sie wurden zudem als „Best of Nation“ für die deutschen Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl geehrt.

Silber gewannen der Fliesenleger Volker Rosenberg, das Straßenbauer-Team Sebastian Full und Sebastian Falz sowie der SHK-Anlagenmechaniker Dominik Engel. Eine weitere Silbermedaille gab es für das Team Installation, bestehend aus Letztgenanntem und dem „Goldenen“ Kältetechniker. Die Bronzemedaille holten sich der Elektroinstallateur Felix Fendl und das Team ICT-Specialist mit den Mitgliedern Mark Swillus, Tim-Thomas Micheel und Simon Stamm.

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