Der Tesla-Absatz in Deutschland und Europa sinkt, der Aktienkurs fällt rapide. Dazu kommen ungeklärte Probleme rund um die Gigafactory in Brandenburg. Es läuft nicht mehr für Tesla. Das Model-Y-Facelift hat richtungsweisenden Charakter.
„Elon sucks“: Die klare Distanzierung von Tesla-Gründer Elon Musk sieht man immer häufiger auf Fahrzeugen des US-Herstellers. Fraglich ist, wie sehr die Verkaufszahlen langfristig leiden.
(Bild: Rehberg – VCG)
Positive Schlagzeilen für oder zu Tesla sind in den vergangenen Monaten selten geworden. Im neuen Jahr hat sich dran nichts geändert. In Deutschland (nach zwei Monaten -70 %) und Europa (im Januar -50 %) geht der Absatz steil nach unten, was aber auch an einem in die Jahre gekommenen Modellprogramm liegen könnte. Und dem weiterhin fehlenden Einstiegsmodell. Im weltgrößten Automarkt China verlor die US-Marke im Februar ebenfalls fast 50 Prozent.
Die kommenden Wochen und Monate könnten richtungsweisend werden, denn Tesla bringt nun das Facelift des Model Y auf den Markt – genannt „Juniper“. Mit dem will Tesla einige, teils deutlich kritisierte Schwächen der ersten Model-Y-Generation ausbügeln. Möglicherweise hat also einfach nur das Warten auf das Facelift die Verkaufszahlen zuletzt in den Keller getrieben. Denn wer kauft das alte, problembehaftete Produkt, wenn ein neues, besseres angekündigt wird?
Die Neuauflage des Model Y umfasst eine lange Liste an technischen Details, die konkret verbessert wurden. Das Facelift ist aber auch auf den ersten Blick von außen zu erkennen. Vorn fallen schmalere Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht und eine durchgehende LED-Lichtleiste auf, die das Fahrzeug ein Stück weit futuristisch erscheinen lassen. Im WLTP-Testzyklus schafft der Juniper mit einer Akkuladung offiziell 568 Kilometer, das wären 6,6 Prozent mehr als der Vorgänger. In der Realität sind es laut den ersten Testergebnissen gut 400 Kilometer bei kalten Temperaturen. Im Sommer dürften es dann ein paar Kilometer mehr sein.
Das Facelift-Modell hat den oft kritisierten Fahrkomfort spürbar verbessert. Auch gegen den hohen Geräuschpegel, der sich insbesondere bei schnellerer Fahrt einstellt, ist das Facelift deutlich besser abgeschirmt. Grund ist unter anderem, dass sämtliche Scheiben aus verbessertem Akustikglas gefertigt sind. Führend in seiner Klasse bleibt das Tesla-Modell beim Kofferraumvolumen. Mit aufrechter Rücksitzbank sind es 971 Liter, bei umgelegten Rücksitzen maximal 2.138 Liter.
Wie sich die Verkaufszahlen entwickeln, wird aber nicht mehr nur vom Modell selbst abhängen. Die Frage steht im Raum, wie verschnupft die E-Fahrer-Community auf die Aktivitäten von Elon Musk reagiert. Und natürlich, wie sich die Autobauer-Konkurrenz schlägt – insbesondere die ID-Familie von Volkswagen sowie die verwandten Skoda- und Cupra-Modelle graben erfolgreich an den bisherigen Tesla-Kunden. Und in der – zugegeben – gut ausgestatteten Launch-Version gibt es das Model-Y-Facelift vorerst ab 60.990 Euro. Im Angesicht der derzeitigen wirtschaftlichen Unsicherheiten ist das kein Must-have.
Weitere Schritte zum Robotaxi
Technisch geht Tesla immerhin weiter Richtung Zukunft. Im US-Bundesstaat Kalifornien hat der Hersteller die Genehmigung für den Betrieb eines Fahrdiensts beantragt. Es ist ein erster Schritt auf dem Weg zum Ziel, das von Firmenchef Elon Musk angekündigte Robotaxi-Angebot auf die Beine zu stellen. Aus dem Antrag gehe aber hervor, dass in den Wagen auf der Plattform zumindest anfangs noch Menschen am Steuer vorgesehen seien, berichtete der Finanzdienst Bloomberg.
Musk hatte im Vorjahr verkündet, dass die Zukunft von Tesla im autonomen Fahren liege. Er spricht schon lange davon, dass zumindest neuere Fahrzeuge von ihren Besitzern losgeschickt werden könnten, um Geld als Robotaxis zu verdienen. Den Start einer Fahrdienst-Plattform dafür stellte Musk zuletzt für dieses Jahr im Bundesstaat Texas – und möglicherweise auch in Kalifornien – in Aussicht.
Branchenexperten bezweifeln allerdings, dass ein selbstfahrendes Autos nur mit Kameras – Elon Musk verzichtet aus Kostengründen auf die von den Konkurrenten genutzte Lidar-Technik – ähnlich verlässlich und sicher im Straßenverkehr unterwegs sein kann. Im Oktober hatte der Tesla-Chef ein Fahrzeug mit dem Namen „Cybercab“ ohne Lenkrad und Pedale vorgestellt. Es solle 2026 in die Produktion gehen, kündigte er an.
Bald 50-Prozent-Absturz an der Börse
Der Börsenkurs schickt sich jedenfalls seit dem Höchststand vor Weihnachten 2024 an, sich zu halbieren. Stand die Aktie damals bei 424 Euro, sind es inzwischen nur noch 239 Euro. Damit sind die hohen Kursgewinne, die die Aktien mit dem Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl am 5. November verbucht hatten, weitgehend wieder Makulatur.
Stand: 08.12.2025
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Fraglich ist, ob sich Unternehmenschef Elon Musk angesichts der vielen Aufgaben im Weißen Haus, beim Raumfahrtunternehmen Space X und dem Kurznachrichtendienst „X“ überhaupt noch konzeptionell mit dem Automobilbau auseinandersetzt. Hier gilt es durchaus Strategien zu entwickeln, wenn etwa der kolportierte Einstieg beim angeschlagenen Hersteller Nissan funktionieren soll.
Eher klein mutet da der Streit an über einen neuen Wasservertrag zwischen dem E-Autobauer Tesla und dem regionalen Wasserversorger für die deutsche Gigafactory. Dennoch bleibt es eine ungelöste Frage. Der Elektroautobauer hatte den Wasserverbrauch der Fabrik gesenkt. Dadurch änderte sich die Abwasserqualität. Knackpunkte sind höhere Grenzwerte bei der Belastung von Schmutzwasser aus dem Werk, sodass ein neuer Wasservertrag ausgehandelt wurde. Seit eineinhalb Jahren wird nun schon über den neuen Wasservertrag zwischen Tesla und dem Wasserverband Strausberg-Erkner verhandelt.