Die Marke Cupra ist ein wenig ambivalent: einerseits irgendwie Elektro, andererseits vor allem PS-lastig. Zeitgeist und von gestern. Der Terramar passt in dieses Schema: schon Familienauto, aber doch mit Lust auf Speed. Erst recht in der getesteten VZ-Variante.
Cupra hat mit mit dem Terramar ein klassisches SUV auf den Markt gebracht. Der getestete Terramar VZ 2.0 TSI zeigte mit seinen 265 PS, warum die Marke als sportlich gilt.
(Bild: Rosenow)
Mit dem Terramar hat sich Cupra nochmals einen klassischen SUV gegönnt – und das, wirklich klassisch, auch noch als Verbrenner (angeblich die letzte Cupra-Neuerscheinung mit dieser Antriebstechnik). Aus verkaufsstrategischer Sicht ist das ein nachvollziehbarer Schritt, das SUV-Segment boomt weiter und im Volkswagenkonzern ist alle Technik vorhanden, die es braucht, ein modernes und konkurrenzfähiges SUV-Modell auf den Markt zu werfen.
Der Nachteil: Man fühlt sich im Terramar eher gewöhnlich, der Cupra-typische Aha-Effekt ist nur kurz, wenn man die kupferfarbigen Applikationen erst einmal durchinspiziert hat. Da mal eine Lüftungssteuerung in Kupfer, dort ein bisschen Kupfer am Lenkrad, am Türöffner oder in der Mittelkonsole. Man ist sich sofort bewusst, dass man in einem Cupra-Modell sitzt. Aber man ist sich eben auch schnell bewusst, dass es sich um ein Fahrzeug aus dem Volkswagen-Konzernregal handelt. Die Verwandtschaft zum VW Tiguan ist einfach da – und nicht von ungefähr wird der Terramar im ungarischen Györ gebaut, wo ein anderer Verwandter, der Audi Q3, entsteht.
Trotzdem ist unbenommen, dass das Modell im Handel Fantasien auf neues Absatzpotenzial weckt. Die Deutschlandpremiere im September 2024 wurde im Handel mit Aktionen groß zelebriert. Und natürlich hat der Terramar sein Publikum gefunden. Im ersten Halbjahr verkaufte er sich 8.700 Mal, das dürften geschätzt rund 17 Prozent der Cupra-Neuzulassungen sein (Schätzung, weil das Kraftfahrt-Bundesamt die Cupra-Modelle unter „Seat“ listet – und etwa ein Cupra Leon statistisch nicht von einem Seat Leon differenziert wird). Auf jeden Fall hat sich der Terramar bereits unter den Top-Fünf-Modellen des Importeurs Seat Deutschland etabliert (siehe Daten am Ende des Beitrags).
Viel Power, aber nicht krawallig
Ein wenig überspitzt ist die unterstellte Gewöhnlichkeit natürlich schon. Denn der Unterschied zu den Schwestermodellen im Konzern manifestiert sich beim Fahren. Zumindest der getestete Terramar VZ TSI wird vom 195 kW/265 PS starken Motor ganz schön sportlich nach vorn getrieben. In 5,9 Sekunden ist das Fahrzeug 100 km/h schnell – laut Datenblatt. Bei diesen Werten wundert es nicht, dass jedes Tippen aufs Gaspedal umgehend zu Vortrieb führt. Eigentlich ist es da Pflicht, den Sportmodus zu aktivieren. Denn dann wird der Vortrieb noch untermalt von einem kehligen Röhren.
Wer will, kann das Gefährt theoretisch 243 km/h schnell fahren. In der Praxis wird das eher selten passieren, aber das Kürzel „VZ“ (für spanisch „veloz“ = schnell) hat an dem getesteten Terramar auf jeden Fall seine Berechtigung. Trotzdem: Auch damit präsentiert sich der Terramar fast schon gediegen und familientauglich. Denn dass Cupra die in der DNA verankerte Sportlichkeit auch krawallig interpretieren kann, hat die Marke mit dem Formentor VZ5 im Jahr 2021 bewiesen. Der hatte 390 PS, die das Erfolgsmodell bis zu abgeregelten 250 km/h beschleunigten.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es den Terramar auch als 1,5-Liter-Hybridmodell gibt. Schließlich will die Marke in nicht ganz ferner Zukunft (nach bisherigen Aussagen) eine reine E-Marke werden. Der Hybrid hat eine Systemleistung von 100 kW/272 PS, beschleunigt aus dem Stand in 7,3 Sekunden auf Tempo 100 und wird maximal 215 km/h schnell. Die rein elektrische Reichweite gibt Cupra mit 120 Kilometern an. Damit schafft dieser Antrieb mühelos einige Stadtfahrten, bevor er an den Stecker muss.
Platz im Innenraum, gute Serienausstattung
Der Terramar ist einfach der erwachsenere Bruder des Formentor, was sich in den größeren Außenmaßen zeigt. Mit 4,52 Metern Länge braucht er 7 Zentimeter mehr Platz in der Parklücke und überragt den Formentor in der Höhe ebenfalls um 7 Zentimeter (1,59 Meter). Fast schon logisch fasst der Kofferraum des Terramar ordentlich Gepäck, nämlich 540 Liter (450 im Formentor), maximal sind 1.540 Liter Zuladung möglich. Der Original-Familien-SUV, der Tiguan, schluckt allerdings 1.640 Liter. Trotzdem: Jenseits von Großeinkauf und Urlaubsreise haben Fahrer und Beifahrer im Terramar einfach Platz in alle Richtungen.
Recht pfiffig ist die Möglichkeit, die Rücksitzbank nach vorn oder hinten zu verschieben – und damit entweder mehr Beinfreiheit im Fond oder mehr Ladevolumen zu bekommen. Ein bisschen „simply clever“ haben sich die Cupra-Entwickler wohl bei der Schwester Skoda abgeguckt. Das Terramar-Gegenstück aus Tschechien beherrscht die Verschiebetechnik ebenfalls – und auch die teilbare Rücksitzbank im Verhältnis 60:40.
Stand: 08.12.2025
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Der Markenmonitor 2025 beleuchtet, wie zufrieden der Handel mit 28 Marken ist.
(Bildquelle: VCG)
Seat und Cupra sind top, Citroën ist das Schlusslicht im diesjährigen Markenmonitor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Nur warum ist das so? Gibt es Entwicklungspotenzial und wie schätzt die Branche die Fabrikate ein? Um Antworten zu geben, hat »kfz-betrieb« die Markenmonitor-Daten durchgesehen, komprimiert und durch Grafiken anschaulich aufbereitet. Dadurch ist ein Kompendium entstanden, das die Gemütslage des Handels in 28 Vertriebsnetzen durchleuchtet und auf den Punkt bringt. Die Ergebnisse finden Abonnenten im Online-Dossier Markenmonitor 2025.
Bleiben wir im Innenraum: Der dunkle Grundton wird regelmäßig aufgelockert durch die kupferfarbenen Bauteile. Die Becherhalter in der Mittelkonsole sind umrahmt von einer Kupferzierleiste, die Strömungsrichter der Lüftungsdüsen sind in Kupfer gehalten, auf den Schultern der Innentür-Verkleidungen zieht sich eine Leiste in diesem Farbton und am Lenkrad finden sich ebenfalls verschiedene farbliche Elemente.
Die Serienausstattung ist ordentlich. Sie reicht vom digitalen Soundpaket über Leichtmetallräder und verschiedene Assistenzsysteme bis hin zum Head-up-Display und gekühlten Induktionsladeschalen für das Handy. Die Bedienung der Funktionen orientiert sich am Stand der Technik des Display-Designs im Volkswagenkonzern mit einem großen Touchscreen. Die Icons sind gut erkennbar, die Reaktionszeit ist schnell.
Natürlich hat der Terramar VZ seinen Preis: 54.880 Euro stehen als Basispreis im Info-Blatt des Testfahrzeugs. Das „Sennheiser High-End Surround Soundsystem“ ist da noch nicht dabei – es schlägt als Option mit 600 Euro zu Buche. Mit ein paar weiteren Ausstattungsmerkmalen kommt das Fahrzeug auf dem Hof auf knapp 61.000 Euro.
Zurück zur Sportlichkeit: Der Terramar lässt sich gut ausfahren. Das Fahrwerk ist dynamisch abgestimmt, die Federung ist eher hart als komfortabel abgestimmt. Passend dazu lässt sich der Wagen präzise lenken und flott durch kurvige Strecken steuern. Das kann, je nach dem Typus der Beifahrer, während eines Familienausflugs schon Spaß bereiten. Man denke an Fahrten durch Alpentäler oder entlang der Côte d’Azur. Dafür muss es heutzutage doch kein Roadster mehr sein.