Neue Autobörse „Für mich ist Größe zweitrangig“

Autor: Silvia Lulei

Viel wichtiger ist für Thomas Hanswillemenke, Vorstand Mobilität der Santander Consumer Bank, dass der Handel über die neue Autobörse gute Geschäfte macht – vom Fahrzeugverkauf über Servicegeschäft bis hin zu Auto-Abo und Carsharing.

Thomas Hanswilllemenke will ein Ökosystem für Mobilität schaffen.
Thomas Hanswilllemenke will ein Ökosystem für Mobilität schaffen.
(Bild: frank reinhold)

Kurz vor dem Start der Santander-Autobörse äußerten Sie sich im Bankenblog, dass „die Digitalisierung durch die Mauern der Bankhäuser dringt“.

Wir sind seit 18 Monaten in einem Transformationsprojekt für unsere gesamte IT-Plattform. Wir haben bereits unser Joint Venture mit der Hyundai Capital Bank Europe (HCBE) auf diese Plattform gehoben und seit Mitte November unser komplettes Portfolio migriert. Das hat gut funktioniert; aber es ist nur der erste Schritt. Wir wollen die Technologie soweit ausbauen, dass wir sie auch für das Santander-eigene Geschäft nutzen können. Das wird aber noch mal den gleichen Zeitraum in Anspruch nehmen. Unsere Prozesse und unser Produktportfolio sind deutlich komplexer als beispielsweise die der HCBE. Aber abgesehen von unseren eigenen Entwicklungen ist es vorteilhaft, durch Akquisition weitere Kompetenzen zu bekommen. Denn letztendlich zählt in der Entwicklung der Faktor „Time to Market“.

Was den Faktor „Time to Market“ angeht, erlebt die Santander-Autobörse jetzt ein ambitioniertes Revival. Vor fast 20 Jahren waren Sie mit der Idee einer Autobörse bei der damaligen AKB-Bank schon mal auf dem Markt. Waren Sie damals gnadenlos zu früh oder zu idealistisch?

Wir waren wahrscheinlich eher Idealisten; auch, weil wir parallel mit den heutigen Branchengrößen Mobile.de und Autoscout 24 an den Markt gingen. Wir sind relativ erfolgreich gestartet, mussten dann allerdings feststellen, dass zum damaligen Zeitpunkt der Betrieb einer Autobörse nicht zum Kerngeschäft der damaligen AKB-Bank gehörte. So was läuft nicht auf dem IT-System einer Bank; man braucht separate Teams, eigene Budgets und eine Strategie, die sich sowohl an der Bankstrategie orientiert und gleichzeitig die Besonderheiten des Geschäftsfeldes berücksichtigt. Das haben wir im ersten Versuch nicht so stringent verfolgt. Wir haben uns dann weiter auf das Kerngeschäft der Bank fokussiert, und das hat ja auch sehr erfolgreich funktioniert. Zu früh waren wir damals also nicht. Aber ich hätte mir – Stand heute – schon gewünscht, wir hätten durchgehalten. Weil, die Idee ist nach wie vor schlagend, wenn auch heute vielleicht nicht mehr in diesem Classified-Ansatz, den Mobile.de und Autoscout 24 immer noch verfolgen.

Über den Autor

 Silvia Lulei

Silvia Lulei

Fachredakteurin Kfz-Gewerbe, Vogel Communications Group