Der Zustand der Antriebsbatterie entscheidet maßgeblich über den Restwert der Fahrzeuge. Wie sich der „Gesundheitszustand“ einer Batterie ermitteln lässt, zeigte Dekra mit Testfahrten während des Deutschen Remarketing Kongresses in Würzburg.
Bei Dekra sagt „ROSI“, wie fit die Batterie ist. Testfahrer erklärten den interessierten Händlern auf dem Deutschen Remarketing Kongress, wie sie den Zustand und die Leistung einer E-Auto-Batterie prüfen können.
(Bild: Stefan Bausewein)
Moderne Elektroautos sind inzwischen alltagstauglich geworden und haben zum Teil beeindruckende Reichweiten. Doch was ist mit gebrauchten E-Autos, die bereits viele Kilometer auf den Achsen haben? Einerseits haben sie eventuell eine alte Batterietechnik verbaut, und andererseits sind die Batterien durch die Ladezyklen und den täglichen Betrieb schon gealtert.
Aber wie groß ist ihr Leistungsverlust wirklich? Händler, die ein gebrauchtes E-Auto in Zahlung nehmen, und Kunden, die dieses dann kaufen möchten, wollen das genau wissen. Denn die Antriebsbatterie ist bekanntlich das mit Abstand teuerste Bauteil in einem E-Auto – bei Neuwagen liegt ihr Wert oft bei rund einem Drittel des Fahrzeugpreises. Zugleich ist sie eine Blackbox, deren Zustand man von außen nur schwer beurteilen kann. Bei Autos mit herkömmlichem Antrieb weiß man zwar auch nicht, wie lange ein Motor noch halten wird, doch hier gibt es bekanntlich genug Erfahrungswerte, die Fachleuten eine gute Einschätzung ermöglichen.
Anders ist das bei Antriebsbatterien. Einerseits sind die Erfahrungen hier noch nicht so ausgeprägt, und andererseits sind die Einflussfaktoren auf die Alterung besonders vielfältig. Sie betreffen nicht nur den Kilometerstand und das Alter, sondern beispielsweise auch Art und Anzahl der Ladezyklen, die hierbei verwendeten Stromstärken, Ladedauer, Ladezustand bei Nichtnutzung sowie das Nutzungsprofil und den individuellen Fahrstil.
Wie sich der Gesundheitszustand, der sogenannte State of Health (SoH) einer Antriebsbatterie objektiv und herstellerunabhängig feststellen lässt, zeigte Ronald Hufnagel, Produktmanager bei Dekra, auf dem Deutschen Remarketing Kongress. Die Dekra hat dafür eine spezielle Hochvoltbatterie-Diagnose entwickelt. Mithilfe des patentierten Verfahrens lässt sich nach seinen Angaben der SoH innerhalb von nur 15 Minuten zuverlässig ermitteln. Alle Dekra-Niederlassungen bieten diesen Test inzwischen für Autohäuser, Flotten- und Fuhrparkbetreiber, Leasinggesellschaften, Banken und Hersteller sowie Importeure an.
Der Batterietest in der Praxis
Der eigentliche Test, davon konnten sich die Teilnehmer des Kongresses bei Live-Demonstrationen überzeugen, ist schnell erledigt. Nachdem der Dekra-Experte sein Smartphone oder ein Tablet mit der Fahrzeugkommunikationsschnittstelle (VCI) und diese mit dem OBD-II-Anschluss des Fahrzeugs verbunden hat, führt das Messequipment einen statischen Test durch. Bei dem liest es Diagnosedaten aus, prüft das Hochvoltsystem sowie das Batteriemanagementsystem und verbindet sich mit der Dekra-Datenbank.
Danach folgt ein kurzer dynamischer Test, bei dem das Auto auf einer Strecke von etwa 100 Metern auf 50 km/h beschleunigt wird. Auch dabei liest die VCI verschiedene Batteriekenndaten aus dem System aus und sendet diese an die Datenbank. Diese wiederum verarbeitet die Werte mithilfe von patentierten Algorithmen und vergleicht sie mit Basisdaten, die die Dekra zu jedem einzelnen Fahrzeugtyp bei Tests und Messfahrten ermittelt hat. Das eigentliche Know-how des von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen validierten Verfahrens liegt also in der Einordnung der Messwerte und in der umfangreichen Datenbank.
Schon kurz nach dem Test erhält der Dekra-Experte einen Bericht mit SoH-Wert und OEM-Daten wie Nennkapazität, Zellspannung und Zellstrom. Auch allgemeinere Informationen über das Fahrzeug wie Modell, Fahrzeugidentifikationsnummer und Kilometerstand enthält das Ergebnis und ist so eindeutig einem Fahrzeug zuzuordnen.
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Der SoH hat natürlich Auswirkungen auf den Restwert eines E-Fahrzeugs. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) will ihn deshalb künftig in ihre Fahrzeugbewertung mit aufnehmen.
Grundsätzlich ist das Wertverhalten von BEVs volatil, erklärten die DAT-Experten Martin Weiss, Leiter Fahrzeugbewertung, und Martin Endlein, Leiter Unternehmenskommunikation, auf dem Kongress. Genau wie bei der Batterie wirken auch auf die Restwerte viele Faktoren ein. So schickte die Einführung der Innovationsprämie 2020 die Restwerte zunächst in ein Tal. Aber der allgemeine Fahrzeugmangel ließ die Preise wieder ansteigen, genau wie das wachsende Angebot moderner gebrauchter BEVs mit größeren Reichweiten. Die Restwerte dreijähriger Elektroautos waren im Juli 2021 auf einen Tiefstand von 45,8 Prozent gesunken, zuletzt kletterten sie auf 60,2 Prozent.
Stand: 08.12.2025
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Über alle Antriebe hinweg betrugen die Restwerte dreijähriger Fahrzeuge im Juli 2021 54,2 Prozent, wie die DAT auf Basis von Transaktionspreisen registrierte. Im Januar 2023 waren es 68,6 Prozent, etwas weniger als der Rekordwert von 68,9 Prozent, der kurz zuvor erreicht wurde.
Schere zwischen Angebots- und Transaktionspreisen geht auseinander
Die Transaktionspreise selbst hatten über alle Altersgruppen und Laufleistungen hinweg im Sommer mit 29.000 Euro den Gipfel erreicht (Basis: DAT-Verkaufserlösmeldungen). Bis Januar 2023 waren sie im Rückwärtsgang und betrugen dann noch 26.400 Euro. Allerdings beobachtete die DAT auch, dass die Lücke zwischen den Angebotspreisen in den Online-Fahrzeugbörsen und den tatsächlichen Transaktionspreisen im letzten Jahr größer geworden ist als 2021. Im Januar 2023 betrug die Differenz über alle Altersklassen hinweg 600 Euro. Im Dezember 2021 waren es 400 Euro gewesen.
Besonders groß ist die Schere bei Mittelklasse-SUVs: Hier lagen die Angebotspreise den DAT-Experten zufolge 2.200 Euro über dem Transaktionspreis. Bei den BEVs lagen Angebots- und Transaktionspreis lange sehr dicht beieinander. Doch auch hier bewegten sich die Werte in den letzten Monaten auseinander.
Generell befindet sich das Gebrauchtwagengeschäft zurzeit im Spannungsfeld zwischen steigenden Listenpreisen, hohen Zinsen, zögernden Kunden und nach wie vor mangelnder Verfügbarkeit. Ist die Party am Gebrauchtwagenmarkt also erst mal vorbei? Nicht unbedingt: „Nach jeder Party gibt es eine Afterparty“, gab Martin Weiss den Teilnehmern mit auf den Weg.
Die Bewertung von und der Handel mit gebrauchten Elektroautos waren zwei Highlights im Programm des Deutschen Remarketing Kongresses, der am 1. März 2023 in Würzburg stattfand. Rund 400 Teilmehmer informierten sich hier über Trends im Gebrauchtwagengeschäft. Veranstalter ist die Fachmedienmarke »Gebrauchtwagen Praxis«, unterstützt wird der Kongress von den Business Partnern Dekra, Real Garant und Santander.
Merken Sie sich jetzt schon den 24. Februar 2024 vor – dann findet der Deutsche Remarketing Kongress 2024 in Würzburg statt. Tickets zum Frühbucherpreis gibt es hier.