BEV-Markt Kunden entdecken gebrauchte E-Autos

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Elektroautos aus zweiter Hand haben lange als risikoreich gegolten, unter anderem wegen des wenig greifbaren Batteriezustands. Inzwischen wächst aber das Interesse an gebrauchten BEV. Dennoch dürften die Preise unter Druck geraten.

Gebrauchte E-Autos kommen vermehrt auf den Markt. Inzwischen stoßen sie bei Kunden verstärkt auf Interesse.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Gebrauchte E-Autos kommen vermehrt auf den Markt. Inzwischen stoßen sie bei Kunden verstärkt auf Interesse.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Gebrauchte Elektroautos rücken stärker in den Fokus der (Privat-)Käufer. Während bei Neuwagen die BEV-Lust laut den Erhebungen des DAT-Barometers in den letzten Monaten und Jahren etwas nachgelassen hat (vielleicht auch im Gefolge der veränderten staatlichen Förderung), stehen die Befragten gebrauchten E-Autos inzwischen offener gegenüber als in früheren Jahren. Insgesamt ist der E-Antrieb aber noch immer die am wenigsten präferierte Motorart im Gebrauchtwagenmarkt.

Konkret zeigten sich zuletzt 14 Prozent der Gebrauchtwagen-Interessenten offen für den E-Antrieb. Vor einem Jahr waren es nur 9 Prozent gewesen. Das wachsende Interesse geht dabei zulasten der Plug-in-Hybride (noch 17 %), während der Zuspruch für Benziner (41 %) und für Diesel-Modelle (16 %) zuletzt unverändert blieb. Zu beachten ist bei der Analyse der Zahlen allerdings, dass sich das Angebot an gebrauchten BEV zuletzt deutlich verbessert hat – und damit automatisch mehr Interesse bei den Käufern erzeugt. Auch technische Faktoren wie die bessere Möglichkeit zur Batterieprüfung dürften in diese Entwicklung hineinspielen.

Interessant ist, dass Kaufinteressenten, die ein E-Auto anschaffen wollen, zunehmend Interesse an jungen gebrauchten E-Fahrzeugen entwickeln. Ein elektrischer Pkw jünger als zwölf Monate kommt inzwischen für 44 Prozent der BEV-Interessenten in Frage – vor zwei Jahren waren es noch 30 Prozent. Gleichzeitig stieg das Interesse an gebrauchten E-Modellen, die älter als ein Jahr sind, von 7 auf 12 Prozent. Dagegen ist die Neuwagen-Präferenz von 69 auf 61 Prozent gesunken (Anm. d. Red.: Mehrfachnennungen waren möglich).

Generell lässt sich weiterhin beobachten, dass die BEV-Interessenten durchaus überzeugt sind von ihrer Antriebsart. 84 Prozent unterstellen dem Elektroauto, umweltfreundlich in der Nutzung zu sein. 69 Prozent sehen darin die Antriebstechnik der Zukunft und für 64 Prozent ist das E-Mobil ein perfektes Alltagsauto. Gleichzeitig konstatieren 40 Prozent der potenziellen BEV-Käufer, dass die Technologie noch nicht ausgereift ist.

Die überwiegende Mehrheit der BEV-Interessenten will das Auto zudem als Erstwagen anschaffen (79 %). Das unterstreicht ebenfalls, dass ein E-Auto inzwischen durchaus als echte Alternative angesehen wird. Als gewünschte Mindestreichweite geben die Befragten allerdings im Schnitt 366 Kilometer an, was dann doch einige – zumindest bezahlbare – Modelle aus dem Rennen werfen würde.

Wie sehr die Anforderungen der Kunden auseinandergehen, zeigt sich beim Blick auf jene Käufer, die derzeit einen Benziner bevorzugen: In dieser Gruppe könnten sich nur 27 Prozent vorstellen, auf ein BEV umzusteigen. Und der müsste dann im Schnitt eine gewünschte Mindestreichweite von 448 Kilometern haben.

Gebrauchtwagenpreise sinken marginal

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind E-Autos fast schon ein Schnäppchen. Ihre Restwerte sind laut den Daten der DAT die geringsten im Vergleich mit dreijährigen Benzinern oder Dieseln (bis 20.000 Kilometer Laufleistung pro Jahr). Bei BEV liegt der Restwert demnach bei 61,5 Prozent vom einstigen Listenpreis. Dieser Wert ist seit Jahresstart allerdings mehr oder weniger unverändert geblieben.

Dagegen ist speziell bei Diesel-Modellen eine leichte Abwärtsbewegung nicht mehr zu übersehen. Der durchschnittliche Restwert ist seit Jahresbeginn um einen Prozentpunkt auf 67,8 Prozent gesunken. Der Benziner-Restwert ging dagegen nur von 69,6 auf 69,2 Prozent zurück. Dennoch bilanziert die DAT, dass „der Höhenflug der Gebrauchtwagenpreise offenbar vorbei ist“.

Aus Sicht der Restwert-Experten werden die BEV-Gebrauchtwagenpreise allerdings zunehmend unter Druck geraten. Ursache sind die massiven Preissenkungen für neue Tesla-Modelle, wodurch die gebrauchten Tesla-Fahrzeuge nicht mehr zu den derzeitigen Angebotspreisen verkauft werden können. „Das wird sich auch auf Gebrauchtwagen anderer Hersteller auswirken, die mit Tesla im Wettbewerb stehen“, heißt es im aktuellen DAT-Barometer.

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