E-Mobilität Restwerte der E-Modelle sind deutlich unter Druck

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die Probleme mit der Vermarktung von gebrauchten BEVs sind derzeit in aller Munde. Wie es um diesen speziellen Gebrauchtwagenmarkt wirklich steht, geht aus Zahlen der DAT hervor.

Laden für den Neustart als Gebrauchtwagen: E-Modelle sind in zweiter Hand noch wenig gefragt. Das Angebot ist allerdings auch noch klein.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Laden für den Neustart als Gebrauchtwagen: E-Modelle sind in zweiter Hand noch wenig gefragt. Das Angebot ist allerdings auch noch klein.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die DAT rechnet im Jahr 2024 in keinem Bereich mit einem Durchbruch der Elektromobilität. Trotz des frühen Zeitpunkts im Jahr deuten die Fakten und die Umfrage-Ergebnisse des DAT-Reports weder auf eine Nachfrage- noch auf eine Akzeptanz-Trendwende hin. Im Gegenteil, speziell im Bereich elektrifizierter Gebrauchtwagen verfestigen sich die Schwierigkeiten hinsichtlich Restwerten und Vermarktung.

Laut dem aktuellen DAT-Barometer vom Februar stellen gebrauchte E-Fahrzeuge nur 4 Prozent aller Besitzumschreibungen – dabei handelt es sich zu ungefähr gleichen Teilen um BEVs und PHEVs (zusammen rund 20.000 Einheiten). Das verwundert auf den ersten Blick, da ihr Anteil an den Neuzulassungen seit einiger Zeit deutlich höher liegt.

Viele E-Fahrzeuge nicht im Zweitmarkt

Jedoch sind viele E-Fahrzeuge noch gar nicht auf dem Second-Hand-Markt angekommen, da sie oft langfristig im Privatbesitz sind oder sich (noch) im gewerblichen Leasing befinden. Das Marktvolumen selbst ist seit Juni in etwa gleich groß, wenn auch mit monatlich leichten Verschiebungen zwischen den BEV- und PHEV-Anteilen.

Fit für den Gebrauchtwag-E-n – Von A wie Aufbereitung bis E wie Elektrifizierung

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Während sich der Gebrauchtwagenhandel wieder erholt hat, ist die Lage bei gebrauchten E-Fahrzeugen, die vermehrt auf den Markt kommen, angespannt. Wer jetzt erfolgreich agieren möchte, muss strategisch, taktisch und praktisch versiert vorgehen. Wichtig sind professionelle Abläufe, ein zeitgemäßes Marketing und ein wacher Blick für die Chancen, die der Gebrauchtwagenmarkt hergibt. Beim Deutschen Remarketing Kongress am 28. Februar 2024 geht es genau um diese Themen.

Doch selbst ein wachsendes Angebot würde den Markt für gebrauchte E-Fahrzeuge zunächst nicht positiv beleben. Dafür ist deren Akzeptanz, speziell der BEVs, bei den privaten Käufern zu gering. Laut dem DAT-Report 2024 würden nur 8 bis 13 Prozent ein gebrauchtes rein elektrisches Modell in Erwägung ziehen. Den Druck auf gebrauchte E-Modelle erhöhen zudem die derzeit erheblichen Nachlässe auf die entsprechenden Neuwagen.

Die Marktverwerfungen führen messbar zu einem deutlichen Verfall der Restwerte von E-Mobilen. Im Lauf des Jahres 2023 war der Wert eines typischen dreijährigen E-Modells um knapp 5 Prozentpunkte gesunken. Der Restwert von Benzinern sank im gleichen Zeitraum nur um 1,5 Prozent, Dieselmodelle verloren knapp 3 Prozent. Dass die Restwert-Schere zwischen Verbrennern und E-Modellen immer weiter auseinandergeht, hat für die DAT ebenfalls mit den derzeit starken Nachlässen der Hersteller und Importeure auf Elektro-Neuwagen zu tun, aber auch mit den einstigen Förderprämien.

Steigende Standzeiten

Dass der Gebrauchtwagenmarkt generell derzeit nicht einfach ist, zeigt ein Blick auf die Standtage. Benötigten gebrauchte Benziner im August 2023 im Schnitt noch 80 Tage, bis sie einen Käufer fanden, ist dieser Wert im Januar 2024 auf 93 geklettert. Im Januar 2023 waren es 85 Tage. Bei den Dieseln war im zurückliegenden Jahresverlauf ein Auf und Ab zu erkennen, unter dem Strich ist die durchschnittliche Standzeit von 89 Tagen im Januar 2024 so hoch wie ein Jahr zuvor. Eine aktuelle Auswertung zu den E-Standzeiten liefert der aktuelle DAT-Report nicht. Laut einer früheren Anfrage von »kfz-betrieb« war die Verweildauer auf den Höfen der Händler seit Juni 2023 allerdings tendenziell rückläufig.

Angesichts der lange gezahlten staatlichen Neuwagenprämien ist der Markt für gebrauchte E-Modelle weit von einem Normalzustand entfernt. Aber auch der Neufahrzeugmarkt muss sich im Elektrosegment erst wieder neu finden. Als die BEV-Förderung im vergangenen Jahr noch für gewerbliche wie private Käufer floss, waren Firmenkunden die Hauptabnehmer der BEVs, teils mit Anteilen von deutlich über 60 Prozent. Nach dem Aus der gewerblichen Förderung drehte sich die Verteilung, bis Ende 2023 waren die E-Neuzulassungen mehrheitlich von Privatkäufern veranlasst (bei sinkender Gesamtzahl). Im Januar gingen dann wieder 70 Prozent der E-Modelle an Geschäftskunden.

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