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Geburt zur Einheit: VW T4 wird Oldie

| Autor: Steffen Dominsky

Er war nach drei Generation nicht mehr Evolution, sondern Revolution: Die vierte Generation „VW Bus“ brach mit allen Konventionen. Drei Jahrzehnte später erhalten die ersten T4 nun ein H-Kennzeichen.

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Vor 30 Jahren stellte VW die vierte Generation des „Bulli“ vor. Auch die wurde wie ihre Vorgängerinnen ein Erfolgsmodell.
Vor 30 Jahren stellte VW die vierte Generation des „Bulli“ vor. Auch die wurde wie ihre Vorgängerinnen ein Erfolgsmodell.
(Bild: VWN)

Es ist ein Paradigmenwechsel, mit dem Volkswagen sein Nutzfahrzeugprogramm vor 30 Jahren neu ausrichtet: Im September 1990 – nach 6,7 Millionen produzierten VW-Bus-Generationen T1, T2 und T3 mit dem Motor im Heck – beginnt mit der Markteinführung des T4 die neue Ära der Frontmotor-Transporter. Erstmals in der Geschichte des Bulli wird nun allein die Vorderachse angetrieben. Reihenmotoren ersetzen die Boxermotoren. Mehr als zwei Milliarden D-Mark hatte das Unternehmen zuvor in den neu entwickelten Bulli investiert.

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Während sich in politischer Hinsicht ab dem 3.Oktober 1990 hierzulande quasi alles verändert und Ost- und Westdeutschland beginnen, zusammenzuwachsen, ändert sich ebenso beim VW Bus mit dem Wechsel vom Heck- auf den Frontantrieb alles: das Design, das Fahrwerk, die Motoren und das Raumangebot. Vor allem im Heck, wo beim nun abgelösten T3 noch der Boxermotor seinen Platz beanspruchte, steht jetzt deutlich mehr Raum zur Verfügung. Das neue Antriebs- und Fahrwerkslayout rückt das Fahrverhalten des Transporters noch näher an das eines Pkws. Deutlich verbessert hat Volkswagen zudem die Crash-Eigenschaften der völlig neuen Karosserie.

Plus an Raum erhöht die Vielseitigkeit

Erstmals bietet Volkswagen den Transporter nun mit zwei unterschiedlichen Radständen an. Zudem ermöglicht die neue Karosseriekonstruktion auch eine Tiefladepritsche und ein modulares Fahrerhauskonzept für branchenspezifische Aufbauten. Der Multivan indes nutzt den zusätzlichen Platz im Innenraum mit seiner vielseitigen Ausstattung aus Liegefläche, Klapptisch und Einzelsitzen in der zweiten Reihe besonders gekonnt aus. Für die Einrichtung der Reisemobil-Ikone California bringt das Frontmotor-Konzept ebenfalls völlig neue Freiheiten mit sich.

Zur Markteinführung können Kunden aus drei Benzinern und zwei Saugdieseln wählen – Vier- und Fünfzylinder mit einem Leistungsspektrum von 44 kW/60 PS bis 81 kW/110 PS. Alle Fünfzylinder-T4 sowie der Caravelle GL und der Multivan besitzen von Anfang an eine Servolenkung. Optional können die Fünfzylinder zudem mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden. Ab 1993 bietet Volkswagen wieder einen Allradantrieb für den Bulli an: den T4 Syncro. Der Allradantrieb setzt einen Fünfzylindermotor voraus, ist allerdings für alle Aufbauten und Ausstattungsvarianten verfügbar.

Volkswagen Nutzfahrzeuge wird eigenständig

1995 wird Volkswagen Nutzfahrzeuge eine eigenständige Marke der Volkswagen AG. Ein Jahr später erhält der T4 eine umfassende Modellpflege. Die Pkw- respektive Camper-Versionen sind an weißen statt gelben Blinkern sowie dem nun vom Design favorisierten, freundlichen „Happy Face“ zu erkennen. Parallel wird die Frontpartie des Multivan, Caravelle und California verlängert. Scheibenbremsen rundum, energieabsorbierende Stoßfänger, ein neues Räderprogramm und keilförmig zulaufende Scheinwerfer werten die gesamte Baureihe auf.

Besonders groß sind die Veränderungen unter der Motorhaube. Endlich gibt es mit dem 2,5 Liter großen Fünfzylinder-Direkteinspritzer (TDI) einen Dieselantrieb, der den Anforderungen vieler Kunden in diesem Segment gerecht wird. Der entwickelt 75 kW/102 PS. Der längere Vorbau des Multivan, Caravelle und California ermöglicht zudem den Einsatz eines neuen Sechszylinder-Benziners mit 2,8 Litern Hubraum und 103 kW/140 PS, der allerdings verbrauchstechnisch nicht zu überzeugen weiß. 1998 legt Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem stärksten Diesel der T4-Baureihe nach: einem 2,5-Liter-TDI mit 111 kW/151 PS. Zum Jahrtausendwechsel steigt auch die Leistung des VR6-Benziners auf 150 kW/204 PS.

Das Finale des T4 leitet 2003 der Multivan „Limited Last Edition“ mit einer besonders exklusiven Serienausstattung ein. Zu den edlen Features gehört eine Sitzanlage in Leder-Alcantara. Als die Erfolgsbaureihe im selben Jahr dem neuen T5 Platz macht, sind rund zwei Millionen Exemplare der vierten Transporter-Generation entstanden. 2020 – 30 Jahre nach dem Debüt der Baureihe – können die ersten T4 ein H-Kennzeichen erhalten und sind somit Oldtimer.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group