Gefahren: Das Vier-Augen-Prinzip des Skoda Octavia

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Ohne den Octavia wäre der Skoda-Erfolg der letzten Jahre wohl kaum denkbar gewesen. Modellpflege ist da Pflicht. Nun kommt das Facelift des Modells schon fast einer Neuauflage gleich.

Die Scheinwerfer des überarbeiteten Skoda Octavia sind scharf geschnitten. Vor allem aber stehen sie einzeln, so dass das Facelift aus vier Augen strahlt.
Die Scheinwerfer des überarbeiteten Skoda Octavia sind scharf geschnitten. Vor allem aber stehen sie einzeln, so dass das Facelift aus vier Augen strahlt.
(Bild: Skoda)

„Der Vorstand war schon nicht begeistert, als die ersten Reaktionen kamen“, erzählt Frantisek Drabek, „aber wir konnten ihn beruhigen: Wenn der Jozef sagt, dass das gut ist, dann passt das auch!“. Drabek ist als Produktmanager für das Facelift des Skoda Octavia verantwortlich, und besagter Jozef ist der bisherige und zu BMW wechselnde Chef-Designer von Skoda: Jozef Kaban. Der hatte sich das neue Vier-Augen-Gesicht in den Kopf gesetzt und durchgeboxt, das auf den ersten Bildern wirklich etwas unglücklich wirkte. Doch Kaban sollte recht behalten: In voller Größe sieht der aufgefrischte Tscheche richtig gut aus. Davon können sich bald auch die Kunden persönlich überzeugen: Ab dem Frühjahr steht der Octavia für mindestens 17.450 Euro in den Schauräumen.

Der Octavia wird immer selbstbewusster, die neuen, zweigeteilten Frontleuchten (auf Wunsch mit Voll-LED-Technik) wirken nicht mehr so brav wie bisher, die Schürzen sind bulliger und auch die um drei Zentimeter verbreiterte Spur hinten zeigt Wirkung. Damit macht er nicht nur Mitbewerbern wie Opel Astra oder Hyundai i30 das Leben schwerer, sondern auch seinem Technikspender VW Golf. Zumal er, gemäß dem Skoda-Claim „Simply Clever“, eben immer „ein bisschen mehr Auto“ ist.

Skoda Octavia: Lifting für das Volumenmodell
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Das gilt vor allem für das Platzangebot. Zwar spielt er mit 4,67 Meter längenmäßig nicht mehr wirklich in der Kompaktklasse mit. Preislich aber tritt er in diesem Segment an – und dort bietet sonst keiner einen Fond, in dem große Menschen die Beine übereinanderschlagen können, oder bis zu 1.740 Liter Stauraum in der Kombi-Version, die nur 700 Euro mehr kostet als die Limousine. Genau das macht den Octavia wahrscheinlich auch zum meistverkauften Kombi in Europa.

Musste Skoda früher oftmals die abgelegte Technik der Konzernmutter Volkswagen auftragen, dürfen sich die Tschechen mittlerweile mehr oder weniger nach Herzenslust im Bauteileregal bedienen. „Dafür müssen wir aber auch entsprechend bezahlen“, betont Drábek. Deshalb kommt der neue, 9,2 Zoll große Infotainment-Bildschirm auch erstmal ohne Gestensteuerung aus. Ansonsten aber steht das System dem Golf-Pendant in nichts nach: Statt klassischer Schalter und Tasten wird nunmehr auf eine edel wirkende iPad-ähnliche Glasplatte gedrückt.

Die Technik arbeitet flink und ohne Verzögerung, die Bedienung ist einfach, die Auflösung gestochen scharf und natürlich kann der Octavia auf Wunsch immer ins Internet und sich neben Google-Streetview-Daten zum Beispiel auch aktuelle Tankstellenpreise ziehen. Einziger Wermutstropfen des neuen Systems: Neben dem stylischen High-End-Gerät wirkt die übrige Inneneinrichtung fast ein wenig altbacken. Die nahezu perfekte Verarbeitung, die gute Übersicht und nicht zuletzt die hervorragenden Sitze entschädigen dafür aber vollkommen.

Standardmotorisierung zum Start – Ausbau folgt bald

Nicht nur in Sachen Infotainment fährt Skoda nun im Konzern ganz vorne mit, sondern darf sich schon aber der zweiten Jahreshälfte auch den neuen 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS schnappen. Bis es soweit ist, stehen die altbekannten Aggregate zur Wahl: Vier Diesel von 66 kW/90 PS bis 135 kW/184 PS und genauso viele Benziner, die zwischen 63 kW/86 PS und 132 kW/180 PS leisten; obendrauf kommt noch das 230 PS starke RS-Top-Modell und eine Erdgas-Variante mit 81 kW/110 PS. Je nach Motor gibt es ein präzises Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe, für die meisten Antriebe steht auch ein Doppelkupplungsgetriebe mit sechs oder sieben Stufen zur Wahl und die stärkeren Aggregate fahren auf Wunsch sogar mit Allrad vor – nicht nur in der optisch auf Abenteuer getrimmten Scout-Version.

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