Gründer-Enkel rettet insolventen Kfz-Betrieb

Von Jakob Schreiner Autor Name

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Nachdem das Autohaus WD Müller im November in finanzielle Schieflage geraten war, wird es jetzt mit neuem Inhaber weiter bestehen. Der Enkel des ehemaligen Firmengründers ist Kfz-Unternehmer und hat für seinen neuen Standort bereits recht konkrete Pläne.

Für das Autohaus WD Müller in Harpstedt geht es unter neuer Führung weiter.(Bild:  Autohaus WD Müller)
Für das Autohaus WD Müller in Harpstedt geht es unter neuer Führung weiter.
(Bild: Autohaus WD Müller)

Das insolvente Autohaus WD Müller aus Harpstedt (Lkr. Oldenburg/ Niedersachsen) hat wieder eine Zukunft. Nachdem der VW-Service-Partner im November 2017 in finanzielle Schieflage geraten war, meldete sich noch am Tag der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar ein Interessent zur Weiterführung des Betriebs. Christoph Reckziegel ist nicht einfach ein Investor, sondern der Enkel des einstigen Firmengründers und Namensgebers Wolfdietrich Müller.

Müller verkaufte 2012 den Betrieb an Hauke Brahms, um aus Altersgründen kürzertreten zu können. Er leitete bis zu seinem plötzlichen Tod vor vier Jahren aber weiterhin einen Hyundai-Betrieb in Delmenhorst, den sein Enkel seitdem führt. „Geplant war das so nicht“, erzählt Reckziegel im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „Aus dem recht spontanen Entschluss sind mittlerweile aber vier erfolgreiche Jahre geworden.“

Als er von den Problemen des ehemaligen Betriebs seines Großvaters hörte, war für ihn klar „dass es da irgendwie weitergehen muss“. Da das Grundstück nach dem Verkauf des Unternehmens 2012 weiterhin im Familienbesitz verblieben war, erfuhr Reckziegel früh von den Schwierigkeiten. Bestärkt durch den bisherigen Erfolg sei der Einstieg für ihn der nächste Karriereschritt gewesen. Außerdem sei in Harpstedt „definitiv viel Marktpotenzial vorhanden“. Dass der Standort weiterhin besteht, sei auch im Interesse des Herstellers. „VW hat mir das signalisiert und kommt mir entgegen, um den Standort wieder auf die Beine zu bringen“, sagte Reckziegel.

Das soll zum einen mit einer verbesserten Servicequalität und neuen Standards gelingen, die er etablieren will. Zum anderen will Reckziegel, anders als sein Vorgänger, nicht auf den Gebrauchtwagenhandel verzichten. Brahms hatte den Handel an externe Partner verpachtet. „Beides spielt zusammen. Durch den Fahrzeugverkauf kann ich neue Kunden gewinnen, die dann wieder zum Service in die Werkstatt kommen“, erläuterte er. Anbieten möchte er vor allem junge Gebrauchte und Reimporte von VW und Audi.

Nach der Übernahme beschäftigt Reckziegel an den beiden Standorten 38 Mitarbeiter. Die 20 Mitarbeiter des Harpstedter Standorts wurden alle übernommen. Über die finanziellen Details der Übernahme vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Das „Happy End“ des Autohauses bestätigte die Prognose des zuständigen Insolvenzverwalters Malte Köster, der bereits im November 2017 eine Tendenz sah, „dass das Unternehmen auch in Zukunft noch bestehen kann“.

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