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GTÜ: Oldtimerbatterien im Test

| Autor: Steffen Dominsky

In den authentischen Motorraum eines Old- oder Youngtimers gehört eine entsprechende Batterie. Die Gesellschaft für Technische Überwachung hat zusammen mit „Auto Bild Klassik“ acht solcher Batterien im Testlabor unter die Lupe genommen – mit erstaunlichen Ergebnissen.

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Sechs Oldiebatterien haben GTÜ und „Auto Bild Klassik“ kürzlich getestet.
Sechs Oldiebatterien haben GTÜ und „Auto Bild Klassik“ kürzlich getestet.
(Bild: GTÜ 06/2018)

Fast jeder kennt es: Eigentlich alles original bzw. authentisch. Doch dann bleibt der prüfende Blick fast immer an ihr hängen – der Fahrzeugbatterie. Statt eines zeitgenössischen schwarzen Hartgummiexemplars findet man einen glänzenden, modernen, wartungsfreien Akku im modernen Kunststoffgehäuse. Doch mittlerweile gibt es mehr oder weniger historisch korrekte Batterien. Ihre Optik mit außen liegenden Zellverbindern, Nachfüllöffnungen mit Verschlussstopfen und schwarzem Kunststoffgehäuse ist den historischen Vorbildern nachempfunden. Für ihr Innenleben nutzen sie hingegen aktuelle Blei-Säure-Technik.

(Bild: GTÜ 06/2018)

Grund genug für die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und die Redaktion „Auto Bild Klassik“ angebotene Oldie-Batterien einmal unter die Lupe zu nehmen. Dabei setzte sich die Riege der Testkandidaten aus je vier Batterien mit 12 und 6 Volt Spannung zusammen. Jeweils zwei Batterien besitzen annähernd dieselbe Kapazität. Unter den 12-Volt-Akkus sind das die Batterien der Anbieter FAW und Keckeisen (Int-Act Oldtimer-Power) mit einer Kapazität von je 60 Ah sowie Bosch (Classic) mit 44 Ah und Limora mit 48 Ah. In die Gruppe mit 6 Volt fallen Varta (Classic) und Banner mit je 84 Ah sowie Panther und Langzeit mit je 66 Ah Kapazität. Bei den Messungen im Labor interessierte vor allem die Kapazität sowie das Verhalten bei Kaltstart und nach Tiefentladung.

Außenseiter überrascht

Erste Überraschung: Ausgerechnet der Kandidat mit dem höchsten Preis, die 12-Volt-Batterie von Limora für 298 Euro, quittierte mit einem Komplettausfall bereits nach dem zweiten Ladezyklus ihren Dienst. Für die Limora war der Test an dieser Stelle beendet. Mustergültig zeigte sich hingegen der Testsieger mit 12 Volt, die Int-Act von Keckeisen. Entsprechend ihrer günstigen Ausgangslage, einer Kapazität, die nach dem ersten Laden um 19 Prozent über dem Nennwert lag, glänzte sie auch in den restlichen Disziplinen mit guten Ergebnissen (siehe Tabelle). Nach Erstladung über dem Nennwert (plus 10 Prozent) lag ebenso die Kapazität der Varta Classic, Testsieger unter den Batterien mit 6 Volt. In den Disziplinen „Kapazität“, „Kaltstart“ und „Tiefentladung“ holte sie jeweils die volle Punktzahl. Die restlichen Testteilnehmer erreichten nach dem ersten Laden hingegen Kapazitäten, die zwischen 5 und 29 Prozent unter den von den Herstellern angegebenen Werten lagen.

Recht unterschiedliche Resultate lieferten die Oldtimerspezialisten bei der Kaltstartprüfung. In der Klimakammer mit minus 20 Grad Celsius wird dabei innerhalb von 30 Sekunden ein Strom von 100 Ampere abgerufen. Nach 60 Sekunden Pause folgt der nächste Zyklus. Besonders standfest zeigten sich hier die Kandidaten mit 6 Volt. Die Varta Classic ließ die Prozedur ganze 22 Mal über sich ergehen, die Langzeit auf dem zweiten Rang 20 Mal. Unter den Teilnehmern mit 12 Volt brachte es die Int-Act auf 15 Zyklen, die Bosch auf dem dritten Rang gab bereits nach zwei Kaltstarts auf.

Ins Grübeln kamen die GTÜ-Tester angesichts des Zustands, in dem zwei per Internethändler gelieferte Testkandidaten im Labor ankamen. Die nach dem zweiten Ladezyklus ausgefallene Limora mit 12 Volt zerbröselte an den Gehäuseecken, kleinere Teile waren abgebrochen. Auf dem Gehäuse der 12-Volt-Batterie von Bosch fanden sich Rückstände eines alten oder anderen Etiketts. Alles in allem gilt: Wer Wert auf lückenlose Authentizität im Motorraum legt, wem eine wartungsfreie Starterbatterie mit hellem Gehäuse im historischen Fahrzeug ein Gräuel ist, kommt an einer Oldtimerbatterie nicht vorbei. Hingegen sind Befürchtungen, dass sich alte, mechanische Lichtmaschinenregler nicht mit aktuellen Blei-Säure-Batterien vertragen, unbegründet. Wer die Optik unter der Motorhaube hingegen aus pragmatischem Blickwinkel betrachtet, ist mit einer konventionellen, wartungsfreien und in der Regel preiswerteren Blei-Säure-Batterie besser bedient, so der Rat der GTÜ-Experten.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group