GTÜ: „Wir sind die Gewinner“

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Jede Menge guter Nachrichten hatte die GTÜ nach Dresden mitgebracht. Dort traf sich die Überwachungsgesellschaft zu ihrem 11. Bundeskongress.

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GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi beim Gang durch die begleitende Ausstellung: Am Stand von »kfz-betrieb« informierte er sich über das umfangreiche Angebot von Vogel Business Media.
GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi beim Gang durch die begleitende Ausstellung: Am Stand von »kfz-betrieb« informierte er sich über das umfangreiche Angebot von Vogel Business Media.
(Foto: Dominsky)

Eine positive Bilanz des vergangenen Jahres zog Rainer de Biasi, Geschäftsführer der GTÜ, auf dem 11. Bundeskongress des Stuttgarter Prüfspezialisten, zu dem rund 400 Partner nach Dresden gereist waren. „Unser Marktanteilsgewinn im Bereich Hauptuntersuchungen fällt mit 5,5 Prozent gegenüber 1,8 Prozent des Gesamtmarkts überproportional aus, und der Grund dafür sind Sie“, lobte de Biasi zur Eröffnung des Kongresses die Arbeit der GTÜ-Partner.

2012 führten die rund 2.200 Partnerunternehmen deutschlandweit 3,9 Millionen HU und 6,5 Fahrzeuguntersuchungen durch. Damit hat die GTÜ einen Anteil von 15 Prozent am deutschen HU-Markt –Tendenz weiter steigend. Hingegen müssen laut den Stuttgartern allen voran die TÜV kontinuierlich Einbußen in diesem Segment hinnehmen.

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Auf den Faktor Mensch kommt es an

Die Garanten für den anhaltenden Erfolg der Prüfgesellschaft sind für de Biasi sowohl die eigenen Partner als auch der Wert der Marke an sich. Da GTÜ-Partner freiberufliche Sachverständige seien, agierten sie am Markt flexibler als andere. Auch die langjährige verlässliche Partnerschaft mit dem Kfz-Gewerbe habe durch eine hohe Servicebereitschaft und Kundenorientierung der GTÜ-Partner dazu beigetragen, dass sowohl Werkstätten als auch Autofahrer die Leistungen der Gesellschaft schätzten und in wachsender Zahl nachfragten.

Dass die GTÜ jährlich fünf Millionen Euro für Werbemaßnahmen ausgibt und sich verstärkt im Bereich Social Media wie Facebook engagiert, sieht der Geschäftsführer ebenfalls als einen Faktor für die stetig steigende Akzeptanz im Gewerbe und beim Konsumenten. „Zudem pflegen wir seit Jahren Partnerschaften mit namhaften Premiumfahrzeugherstellern wie Mercedes-Benz, Volkswagen und Audi und ab Ende des Jahres auch mit BMW“, so de Biasi. Kooperationen wie die mit der „Autozeitung“ und dem gemeinsamen Produkt „Gebrauchtwagenreport“ oder ein breit angelegtes Engagement im Segment Oldtimer („GTÜ Oldtimerarchiv“) tragen dazu bei, die Bekanntheit der Marke weiter zu steigern.

Doch nicht nur im Bereich HU möchte die GTÜ weiter expandieren: Seit Juni hat man sich mit der luxemburgischen Ateel AG zusammengeschlossen. Das Gemeinschaftsunternehmen bietet Homologationsdienstleistungen für Fahrzeuge und Bauteile zur Erlangung von Typ- und Einzelgenehmigungen an. Auch andere Partnerschaften, z. B. mit dem VDE, stehen stellvertretend für eine zukunftsorientierte Ausrichtung im Bereich der technischen Prüfungen und Gutachten.

Ebenfalls wichtig für weiteres Wachstum laut de Biasi: Die Liberalisierung des §21 StVZO. Diese würde den Verantwortlichen des Technischen Dienstes der GTÜ erlauben, Gutachten zur Erlangung der Betriebserlaubnis nach § 21 durchzuführen. Bisher darf die GTÜ zwar Typ- und Einzelgenehmigung für Neufahrzeuge erteilen. Die Abnahme einer Reifen-Räderkombination ist dem Prüfer vor Ort aber verwehrt. Hier müsse Bundesverkehrsminister Ramsauer endlich eine vorliegende Ausnahmeverordnung unterschreiben, so de Biasi.

Umfangreiche Ausstellung

Eien Ausstellung mit zahlreiche Produkten und Dienstleistungen begleitete den Kongress. Das Angebot reichte vom Lackschichtdickenmessgerät für Kunststoffe über den mobilen AU-Tester bis hin zu den Produkten der Vogel Business Media.

Einen Blick sowohl ins hier und heute als auch in die nahe Zukunft warfen die Gastreferenten des Bundeskongress. Allen voran Roger Riedener, Chef der Schweizer Peraves AG, der seinen „Monoracer“ mit nach Dresden gebracht hatte. Das zweisitzige Einspurfahrzeug sei die Antwort auf die Verkehrs- und vor allem Energiefragen der kommenden Jahre, so Riedener. Diesen Kabinenroller, bereits vor 20 Jahren entwickelt und einst mithilfe eines BMW-Motorradmotors befeuert, haben die Schweizer vor drei Jahren auf einen E-Antrieb umgebaut. Die Fahr- und Verbrauchswerte sind beeindruckend: eine theoretischen Höchstgeschwindigkeit von weit über 300 km/h bei einem Durchschnittsverbrauch von einem Kraftstoffequivalent von gerade einmal 0,6 Liter auf 100 Kilometer.

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