Reifentest Gutes Ergebnis für die Ganzjahresreifen

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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Im Reifentest von GTÜ, ACE und ARBÖ zeigten die neun getesteten Produkte nur wenige Schwächen. Durchgefallen ist kein Testkandidat, aber die beiden Spitzenprodukte setzten sich doch deutlich ab.

Rollwiderstandstest mal anders? Die Teifentester von ACE, ARBÖ und GTÜ hatten bei ihrem Vergleich offensichtlich auch Spaß.(Bild:  GTÜ)
Rollwiderstandstest mal anders? Die Teifentester von ACE, ARBÖ und GTÜ hatten bei ihrem Vergleich offensichtlich auch Spaß.
(Bild: GTÜ)

Die Urlauber, die sich derzeit in den Alpen aufhalten, dürften zu diesem frühen Zeitpunkt wohl kaum mit Neuschnee gerechnet und ihr Auto bereits auf Winterreifen umgerüstet haben. Fahrer von Ganzjahresreifen sind dagegen fein raus – denn die Alleskönner bieten mittlerweile durchaus akzeptable Winter- und Schneeeigenschaften.

Das zeigt auch der neueste Reifentest des Auto Club Europa (ACE), des Auto-, Motor- und Radfahrerbunds Österreich (ARBÖ) und der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Das Testteam hat diesmal neun Ganzjahresreifen in der Dimension 215/50 R 18 geprüft; Testfahrzeug war ein TW T-Roc.

Die Bandbreite reichte von Premiumherstellern wie Pirelli oder Goodyear hin zu preisgünstigeren Alternativen von Maxxis oder Toyo. Die Winter-Tests fanden auf dem Arctic-Falls-Testgelände in Schweden statt, die Sommer-Tests auf dem ATP-Gelände im niedersächsischen Papenburg.

Die Ganzjahresreifen von Continental und Michelin haben einen deutlichen Vorsprung vor dem Rest des Feldes, aber auch Goodyear, Bridgestone und Pirelli sind empfehlenswert.(Bild:  GTÜ)
Die Ganzjahresreifen von Continental und Michelin haben einen deutlichen Vorsprung vor dem Rest des Feldes, aber auch Goodyear, Bridgestone und Pirelli sind empfehlenswert.
(Bild: GTÜ)

Besonders im Fokus stehen bei Ganzjahresreifen immer die Schneeeigenschaften, obwohl diese im wahren Leben – trotz der aktuellen Wetterextreme in den Alpen – ja nur selten zum Tragen kommen. Bei der Vollbremsung aus 40 km/h auf schneebedeckter Fahrbahn lagen noch alle Reifen mit 19,4 (Falken Euroall Season AS 210) bis 20,9 (Pirelli Cinturato All Season SF 2) Metern nah beieinander. Zum Vergleich lief im Test der letzte Sommerreifen-Testsieger mit. Das Ergebnis macht deutlich, wie gefährlich es ist, im Winter mit den falschen Pneus unterwegs zu sein: Bis der Wagen zum Stehen kam, legte er 51,8 Meter zurück – mehr als doppelt so viel wie die Ganzjahresreifen.

Beim nächsten Szenario, dem Anfahren im Schnee, teilte sich das Feld weiter auf: Der Reifen von Michelin (Crossclimate 2) benötigte nur 23,3 Meter, um 30 km/h zu erreichen, der Toyo Celsius AS 2 landete mit 27,5 Metern auf dem letzten Platz. Im Handling überzeugten vor allem Michelin und Continental Allseason-Contact 2: Sie zeigten lediglich leichtes Untersteuern in Kurven und sind ansonsten präzise zu lenken – mit guter Seitenführung. Verlierer war Toyo, der zu wenig Seitenführung besitzt und deutlich übersteuert.

Viel häufiger haben es Autofahrer mit nassen Fahrbahnen zu tun, weswegen dieser Testpunkt auch besonders wichtig ist. Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn führt der Continental klar: Aus 80 km/h kam er schon nach 29 Metern zum Stehen, dicht gefolgt von Pirelli und Bridgestone Turanza Allseason 6, die jeweils 29,9 Meter benötigten. Auf dem letzten Platz landete erneut Toyo mit einem Bremsweg von 33,5 Metern. Im Handling stachen gleich drei Reifen hervor: Goodyear Vector 4 Seasons Gen-3, Pirelli und Continental sind allesamt präzise zu fahren, lediglich in den Kurven kam es zu leichtem Untersteuern. Am schwächsten schnitten Michelin, Bridgestone, Falken und Toyo ab. Bei Aquaplaninggefahr fahren sich alle solide, sodass es keine Ausreißer nach unten gab.

Auf trockener Fahrbahn lieferte natürlich der mitgelaufene Sommerreifen den kürzesten Bremsweg ab: An seine 30,6 Meter kam kein getesteter Allwetterreifen heran. Auf trockener Fahrbahn wendete sich auch das Blatt für den bislang letztplatzierten Toyo: Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h benötigte er nur 36,7 Meter bis zum Stillstand. Besser machten es lediglich Pirelli (35,6 Meter) und Continental (36,1 Meter). Schlusslichter sind Goodyear und Falken mit je 42 Metern, sowie Vredestein Quatrac Pro Plus (42,4 Meter). Zwischen dem Erst- und Letztplatzierten lagen 6,8 Meter – das entspricht einem langen Kastenwagen. Beim Handling lagen alle Kandidaten nah beieinander.

Die beste Balance zwischen allen Anforderungen schaffte im GTÜ-Reifentest der Continental Allseason-Contact 2, dicht gefolgt von Michelin Crossclimate 2. Falken ist dagegen stark im Winter, aber schwach im Sommer. Und Toyo punktet im Trockenen, ist aber sonst das Schlusslicht. Drei Reifen sind immer noch empfehlenswert und vier sind bedingt empfehlenswert: Vredestein, Maxxis Premitra All Season AP 3 SUV, Falken und Toyo. Durchgefallen ist keiner. Klar zeigt sich auch: Sommerreifen im Winter sind höchst gefährlich – aber gleichzeitig zeigen viele Ganzjahresreifen vor allem im Bremstest auf trockener Straße, dass auch Reifenentwickler nicht zaubern können.

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