Umfrage Hälfte der Händler rechnet mit rückläufigen Geschäften

Von Yvonne Simon

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Der Handel geht überwiegend pessimistisch in die kommenden Monate: Nahezu jeder zweite Händler erwartet einer DAT-Umfrage zufolge, dass sich die Geschäfte im zweiten Halbjahr negativ entwickeln. Auch wenn die Ware knapp bleibt, zeichnet sich bei den Kunden Zurückhaltung ab.

Im Gebrauchtwagengeschäft herrscht weiterhin trübe Stimmung. Es mangelt an Fahrzeugen.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Im Gebrauchtwagengeschäft herrscht weiterhin trübe Stimmung. Es mangelt an Fahrzeugen.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Der Krieg in der Ukraine und der Fahrzeugmangel trüben weiterhin die Aussichten der Kfz-Betriebe: Fast die Hälfte der Autohändler (48 %) rechnet für das zweite Halbjahr mit rückläufigen Geschäften. Das geht aus dem aktuellen DAT-Barometer hervor, das die Deutsche Automobil Treuhand am Dienstag veröffentlicht hat.

40 Prozent der befragten Händler gehen demnach von einem gleichbleibenden Niveau aus, und nur 10 Prozent erwarten, dass sich die Lage verbessert. Vergleicht man diese Zahlen mit derselben Befragung des Vorjahres, dann haben sich die Einschätzungen um ein Vielfaches verschlechtert. Denn damals prognostizierten nur 18 Prozent eine negative Entwicklung, und gut die Hälfte (51 %) rechnete mit besseren Geschäften.

Nach wie vor stellt die Fahrzeugbeschaffung den Handel vor erhebliche Herausforderungen. 92 Prozent der Händler stimmten der Aussage zu, dass die Beschaffungssituation von Neu- und Werksdienstwagen beim Hersteller schwierig ist. Vor einem Jahr bestätigten 77 Prozent diese Aussage, Ende 2020 nur 58 Prozent.

Ebenfalls 92 Prozent erklärten gegenüber der DAT zudem, dass junge Gebrauchtwagen knapp seien. Auch hier zeigt sich eine steile Entwicklung: Vor einem Jahr teilten 65 Prozent der Händler diese Meinung, Ende 2020 nur jeder zweite Händler.

Wie gehen die Händler mit den Engpässen um? Gut 42 Prozent der Befragten reagieren mit dem Kauf älterer Fahrzeuge. 27 Prozent decken sich nun öfter mit Fremdmarken ein, und 16 Prozent sehen sich vermehrt im Ausland nach passender Ware um. Ein geringer Prozentsatz (13 %) gab zudem an, jetzt verstärkt gebrauchte Plug-in-Hybride und Elektroautos zu kaufen.

Standtage steigen leicht

Wie immer erhebt die DAT zudem die Standtage. Sowohl Benziner als auch Diesel stehen jetzt wieder etwas länger. Hohe Preise am Gebrauchtwagenmarkt gepaart mit der Inflation und Sorge vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten bremsen das Kaufinteresse. Gebrauchte Selbstzünder stehen wie im Vorjahr 84 Tage, Benziner warten im Schnitt 87 Tage auf einen neuen Besitzer, was ebenfalls nahezu dem Niveau von 2021 entspricht.

Jeder Standtag beschert den Händlern derzeit Kosten von 25 Euro. Eingerechnet sind hier unter anderem Finanzierungskosten für die einzelnen Pkw, Werbe- und Marketingkosten, Verbringungs-, Lager- und Reinigungskosten sowie Aufwände beim Reparieren von Standschäden.

Besonders kritisch ist der sogenannte Risikobestand an Fahrzeugen, die mehr als 90 Tage auf den Höfen stehen. Ihr Anteil ist in den letzten drei Jahren von von 38 auf 18 Prozent gesunken.

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