Handy als Autoschlüssel: Smart gestartet

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Die Vorteile des Handy-Schließsystems sind im Lkw prinzipiell die gleichen wie im Pkw: So können die Disponenten in der Spedition Fahrberechtigungen per Mausklick verwalten und verteilen. Die Fahrer müssen sich nicht mehr einen physischen Schlüssel besorgen, sondern benötigen bei Dienstbeginn nur noch ihr Handy. Ebenso einfach gelingt das Widerrufen der Fahrt-Berechtigung.

Entwicklungsbedarf bei Nutzerfreundlichkeit, Bedienbarkeit und Sicherheit

Bis die Technik in der Breite startet, sind jedoch noch einige praktische, rechtliche und technische Probleme zu lösen. Um letzteres kümmert sich beispielsweise das Car Connectivity Consortium, in dem sich unter anderem Apple, Samsung, Vodafone, BMW und General Motors zusammengeschlossen haben. Grundlagentechnik der Schlüssel, da ist sich die Branche weitgehend einig, sollen die weit verbreiteten Standardtechnologien NFC und Bluetooth sein. Entwicklungsbedarf hingegen gibt es noch bei Nutzerfreundlichkeit, Bedienbarkeit und nicht zuletzt bei der Sicherheit. Denn virtuelle Schlüssel können mindestens ebenso leicht gestohlen und kopiert werden wie ihre reellen Pendants.

Auch bei rechtlichen und praktischen Fragen stehen einige Antworten noch aus, nicht zuletzt aus Sicht der Versicherungswirtschaft. So wünscht sich die Allianz eine Protokollfunktion, die speichert, wer das Fahrzeug zuletzt gefahren ist. Zudem stellt sich für die Assekuranz die Frage, wie sich ohne Schlüssel der Diebstahl eines Autos beweisen lässt.

Bislang sandte der Halter die Schlüssel des entwendeten Fahrzeugs bei seiner Versicherung ein, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Mit virtuellen Exemplaren ist das nicht mehr ohne weiteres möglich. Die Allianz fordert daher, virtuelle Schlüssel ebenso restriktiv zu verwenden wie ihre physischen Vorläufer und die unkontrollierte Vervielfältigung technisch zu verhindern. Zudem soll es für jedes Auto ein Verzeichnis der berechtigten Fahrzeugnutzer geben, das der Kunde nicht allein ändern kann.

Ob sich die Idee mit dem virtuellen Schlüssel vor allem bei den in Sachen Auto eher konservativen deutschen Privatwagenfahrern durchsetzt, bleibt abzuwarten. Und hängt wohl nicht zuletzt von der administrativen Handhabung und der konkreten Bedienbarkeit der Technik ab. Wie aufwendig etwa ist ein Wechsel des Handys? Oder was passiert mit Bluetooth-Schlüsseln bei leerem Akku? Im gewerblichen Bereich, bei Speditionen und Carsharing-Anbietern, dürften die praktischen Vorteile hingegen so groß sein, dass der Handyschlüssel relativ schnell Standard werden wird.

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