Caravaning-Studie Hoffnungsschimmer in einem schwierigen Markt

Von Julia Mauritz 2 min Lesedauer

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Hohe Einkaufspreise und volle Lager trüben die Laune der Freizeitmobil-Händler bereits seit geraumer Zeit. Doch in einer repräsentativen Umfrage zeichnet sich nun eine sachte Wende ab: Das Stimmungsbarometer steigt wieder leicht – aus diversen Gründen.

Das Interesse an Reisemobilen ist nach wie vor hoch. Wachstumschancen sehen die Händler für 2025 vor allem im Segment der teil- und vollintegrierten Reisemobile.(Bild:  Messe Düsseldorf / ctillmann)
Das Interesse an Reisemobilen ist nach wie vor hoch. Wachstumschancen sehen die Händler für 2025 vor allem im Segment der teil- und vollintegrierten Reisemobile.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Die Händler von Reisemobilen und Wohnwagen ächzen bereits seit Monaten unter hohen Preisen und Zinsen sowie einem hohen Warenbestand. Doch jetzt zeichnen sich erste Erholungstendenzen ab: Sowohl die Neuzulassungen als auch die Besitzumschreibungen steigen wieder, die Werkstätten sind voll ausgelastet, und auch die Stimmung im spezialisierten Handel hat sich zuletzt leicht verbessert. Das bringt eine Online-Umfrage unter 100 spezialisierten Caravaning-Händlern an den Tag, die die GSR-Unternehmensberatung und die Marktforscher von Miios im November durchgeführt haben.

Die Schere zwischen zufriedenen und unzufriedenen Händlern ist groß

39 Prozent der Befragten gaben darin an, mit dem Absatz von neuen Reisemobilen zufrieden zu sein. Bei einer Befragung im Frühjahr 2024 war nur gut jeder vierte befragte Händler zufrieden mit dem Neuwagengeschäft. Gleichwohl ist rund ein Drittel der Händler unzufrieden mit den Verkaufszahlen. Als Hauptgründe gaben sie in der Befragung die hohen Warenbestände und die gestiegenen Einkaufspreise an. Zudem bemängelte fast jeder zweite befragte Händler fehlende Angebote an attraktiven Finanzierungs- und Leasingkonditionen.

Bezüglich der Vertriebsaussichten für 2025 erwartet jeder fünfte Befragte ein Wachstum: Chancen sehen die Händler vor allem im Verkauf der teil- und vollintegrierten Reisemobile. Mehr als die Hälfte geht von einem konstanten Absatz aus. Lediglich ein Viertel rechnet im kommenden Jahr mit rückläufigen Absatzzahlen – im Frühjahr hatte sich noch mehr als die Hälfte pessimistisch geäußert.

Ein Indiz, dass es bei Freizeitmobilen wieder etwas bergauf geht, ist auch die höhere Investitionsbereitschaft der Händler: Drei von vier Befragten planen für 2025 Investitionen: Die größten Ausgaben sind dabei für zusätzliches Personal sowie für die Qualifizierung der Vertriebs- und Servicemitarbeiter geplant. Nach Ansicht von Sabine Weber, Caravaning-Spezialistin der GSR-Unternehmensberatung, ist das mit Blick auf die Tatsache, dass der Anteil an Erstkäufern deutlich steigen dürfte, die richtige Strategie: „Bei dem damit wachsenden Beratungsbedarf ist eine zusätzliche Qualifizierung der Vertriebsmitarbeiter eine wertvolle und wichtige Maßnahme.“ Außerdem fragten die Käufer vermehrt Finanzierungs- und Leasingangebote nach.

70 Prozent der Werkstätten sind voll ausgelastet

Fluch und Segen zugleich ist die hohe Werkstattauslastung, von der die Caravaning-Händler in der jüngsten Umfrage berichten: Bei der letzten Befragung im Frühjahr 2024 hatten rund 60 Prozent der Werkstätten von einer Vollauslastung berichtet. Im November waren es rund 70 Prozent. Im Schnitt liegt die Werkstattauslastung gegenwärtig bei 96 Prozent – ein Zuwachs von drei Prozentpunkten gegenüber März 2024. „So eine hohe Werkstattauslastung ist sicherlich erfreulich, birgt aber gleichzeitig auch erhebliche Risiken. Lange Wartezeiten auf einen Werkstatttermin und hohe Stundenverrechnungssätze können eine budgetorientierte Kundschaft dauerhaft abschrecken – dies gilt es, zu vermeiden“, bemerkt Miios-Geschäftsführer Niklas Haupt.

Die regelmäßigen Händlerbefragungen von Miios und GSR dienen als Grundlage für den Caravaning-Branchenindex. Und der zeigt für den Herbst 2024 einen gestiegenen Stimmungswert von 90 Punkten – 5 Punkte über dem zuletzt ermittelten Wert vom Frühjahr 2024.

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