Onlinevertrieb Hunderte Händler kündigen offenbar bei Fahrzeugbörse

Von Dr. Martin Achter 2 min Lesedauer

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Die britische Online-Plattform Auto Trader hatte Händler in den vergangenen Tagen mit einer Reservierungsfunktion für Fahrzeuge verärgert. Jetzt folgten offenbar Hunderte einem Aufruf und kündigten ihre Verträge – oder stuften sie herunter. Der Aktienkurs der Plattform steht unter Druck.

Zahlreiche Händler in Großbritannien sind am Mittwoch (12. November 2025) offenbar dem Aufruf gefolgt und haben ihre Verträge bei der Fahrzeugbörse Auto Trader gekündigt oder diese heruntergestuft. Ärger entzündet sich an einer neuen Funktion der Plattform.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Zahlreiche Händler in Großbritannien sind am Mittwoch (12. November 2025) offenbar dem Aufruf gefolgt und haben ihre Verträge bei der Fahrzeugbörse Auto Trader gekündigt oder diese heruntergestuft. Ärger entzündet sich an einer neuen Funktion der Plattform.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

In Großbritannien ist offenbar eine größere Zahl von Händlern dem Aufruf zur Vertragskündigung bei der Online-Fahrzeugbörse Auto Trader gefolgt – oder hat ihre Inseratspakete heruntergestuft. So sagte der Gründer der Facebook-Gruppe „Autotrader Dealers Community“, Ibrar Mohammed, dem britischen „Car Dealer Magazine“: „Ich kenne die genauen Zahlen derzeit nicht, aber den Rückmeldungen per E‑Mail nach zu urteilen, scheint es sich um Hunderte zu handeln. Wir haben eine kleine Umfrage gemacht, und dort waren einige Hundert dabei, viele davon mit großen Accounts.“

Die Gruppe hatte Händler dazu aufgerufen, bis Mittwochmittag (12. November 2025) ihre Verträge zu kündigen. Sie stellte dafür auch Musterschreiben zur Verfügung. Dem Bericht zufolge hat sich die Mitgliederzahl der Gruppe in weniger als zwei Tagen um 1.000 auf rund 3.300 vergrößert. Dem Bericht zufolge posteten am Mittwoch zahlreiche Händler Screenshots ihrer Kündigungsschreiben auf Facebook. Auch in anderen Gruppen auf Facebook und Whatsapp organisierten sich Händler.

Die Aktien von Auto Trader sackten in den vergangenen fünf Tagen angesichts des Unmuts der Händler um rund 12 Prozent ab. Der Kurs lag gestern bei umgerechnet 7,85 Euro. Allein am Mittwoch verloren die Papiere um knapp vier Prozent. Auto Trader ist im britischen Leitindex FTSE 100 notiert.

Der Unmut der Händler gegenüber Auto Trader richtet sich auf die neue Reservierungsfunktion „Deal Builder“. Dies führt Auto Trader gerade verpflichtend für alle Inserate ein. Folge davon ist, dass die Plattform die Kontaktknöpfe in den Inseraten von Händlern getauscht hat.

Plattform ändert Buttons

Der Button, mit dem Kaufinteressenten Händlern eine E-Mail-Nachricht mit einer Anfrage schicken konnten, musste dem Knopf weichen, mit dem Kaufinteressenten jetzt für 99 Pfund Sterling (etwa 112 Euro) ein Fahrzeug reservieren können. Die Fahrzeuge erscheinen nach einer Reservierung offenbar für alle weiteren Kaufinteressenten als reserviert in den Suchergebnissen. Unter anderem dies wirkt sich offenbar deutlich auf die Nachfrage aus. Nur der Anruf-Button bleibt auf seiner bisherigen Position.

Die Reservierungsgebühr fließt zwar wohl an die Händler. Die Kritik entzündet sich aber daran, dass unter anderem durch den Tausch der Buttons auf den Fahrzeugdetailseiten die Zahl der Leads massiv zurückging. Nach Einschätzung von Händlern schreiben Kaufinteressenten Händler lieber per E-Mail an, als sie anzurufen. Auch müssen Nutzer der Plattform für den neuen Service wohl ein Konto mit verifizierten Kontaktdaten anlegen, was die Nachfrage ebenfalls hemmen könnte. 

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