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IAA 2019: Schaeffler geht unter die Getriebehersteller

| Autor: Jan Rosenow

Neben der „Dedicated Hybrid Transmission“, einem Getriebe, das ausschließlich für die Nutzung im Hybridauto entwickelt wurde, stellt das Unternehmen auch Elektromotoren und ein komplettes Drive-by-Wire-Konzept vor.

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Dieses Getriebe von Schaeffler treibt die Hinterachse des Audi E-Tron an. In Zukunft will Schaeffler auch komplette Hybridantriebe liefern.
Dieses Getriebe von Schaeffler treibt die Hinterachse des Audi E-Tron an. In Zukunft will Schaeffler auch komplette Hybridantriebe liefern.
(Bild: Schaeffler)

In der Getriebebranche ist sie das „nächste große Ding“: Die „Dedicated Hybrid Transmission“ (DHT), ein Getriebe, das ausschließlich für die Nutzung im Hybridauto entwickelt wurde und bei dem die E-Maschinen integrale Bestandteile des Getriebekonzepts sind. So etwas gibt es bei Toyota zwar seit dem ersten Prius, aber der Rest der Branche kommt erst jetzt so langsam darauf.

Auch Schaeffler – bislang nicht als Getriebehersteller bekannt, sondern für Komponenten wie Kupplungen oder CVT-Variatoren – zeigt auf der IAA spezielle Hybridgetriebe. Das Unternehmen arbeitet an mehreren Konzepten, beispielsweise auf Basis eines CVT. Die stufenlose Kraftübertragung passt von der Grundcharakteristik her sehr gut zur Leistungsentfaltung einer elektrischen Maschine, deren Betriebspunkte über einen weiten Drehzahlbereich ebenfalls frei wählbar sind. Zudem ermöglicht das CVT einen effizienten Betrieb des Verbrennungsmotors. Im Schaeffler-Konzept eines DH-CVT ist die elektrische Maschine mit einer Spitzenleistung von 80 kW/109 PS und einem maximalen Drehmoment von 330 Newtonmetern vollständig in das Getriebegehäuse integriert – und das bei einer Baulänge von nur 340 Millimetern.

Elektromotoren von 15 bis 300 kW

Ein anderes DHT-Konzept basiert auf einem vergleichsweise simplen automatisierten Schaltgetriebe. Verglichen mit einem hybridisierten Doppelkupplungsgetriebe senkt das die Kosten, da die Trennkupplung zwischen der Elektromaschine und der Kurbelwelle, eine der beiden Doppelkupplungen sowie eine Getriebewelle samt Lagern und Zahnrädern entfallen.

Ob eines dieser Konzepte es in die Serienfertigung schafft, ist noch nicht abzusehen. Anders sieht das bei den E-Motoren von Schaeffler aus. Das Unternehmen startet derzeit mit der Serienentwicklung und Inhouse-Fertigung von E-Motoren von 48 bis 800 V und mit Leistungen zwischen 15/20 PS und 300 kW/408 PS. Im Jahr 2021 beginnt etwa die Fertigung einer E-Maschine für mehrere Elektrofahrzeuge eines führenden europäischen Automobilherstellers.

Auf der IAA präsentiert Schaeffler zudem die neueste Version des Mover, einer autonom fahrenden Entwicklungsplattform, bei der zahlreiche neue Techniken zum Einsatz kommen. Herz des Konzeptfahrzeugs ist das Rolling-Chassis mit der Drive-by-Wire-Technik „Space Drive“, der Schlüsseltechnik für das autonome Fahren. Das Fahrwerk besteht aus vier „Intelligent Corner Modules“, in denen alle Antriebs- und Fahrwerkskomponenten in einer Baueinheit untergebracht sind.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group