HUK-E-Barometer Immer mehr Fahrer wechseln zum E-Auto

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

Die neue staatliche Kaufprämie für Elektroautos zeigt Wirkung: Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle HUK-E-Barometer, das eine deutlich steigende Umstiegsbereitschaft und wachsende Nachfrage im E-Automarkt belegt – und vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) als wichtiger Impuls bewertet wird.

Auch bisher zurückhaltende Gruppen tendieren verstärkt zum E-Auto – bei Mietern nahmendie Umstiege im März um 86 Prozent zu, bei Autofahrern ohne Garage oder Carport um 75 Prozent.(Bild:  Simon – VCG)
Auch bisher zurückhaltende Gruppen tendieren verstärkt zum E-Auto – bei Mietern nahmendie Umstiege im März um 86 Prozent zu, bei Autofahrern ohne Garage oder Carport um 75 Prozent.
(Bild: Simon – VCG)

Bei aller Kritik an der Kaufprämie: Ihr Ziel, den Absatz von neuen E-Autos zu erhöhen, scheint sie zu erreichen. Darauf weist das aktuelle HUK-E-Barometer hin. Die Zahl der Neuzulassungen im Bereich Elektro steigt aktuell deutlich, aber auch das Interesse an gebrauchten E-Autos steigt. Und das, obwohl sie nicht von der E-Prämie profitieren.

Laut der HUK-Studie wechselten im ersten Quartal 2026 so viele private Autofahrer in Deutschland vom Verbrenner auf ein rein elektrisches Auto wie nie zuvor seit Beginn der Erhebung im Jahr 2020. 7,5 Prozent aller Fahrzeugwechsel im ersten Quartal waren demnach Umstiege auf reine Elektroautos – nach 6,3 Prozent im Vorquartal und 5,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Besonders stark fiel der Anstieg im März aus: Mit 8,9 Prozent lag die Umstiegsquote um mehr als ein Drittel über dem Jahresmittel 2025. Bei jungen Autofahrern unter 40 Jahren schnellen die Werte auf fast das Doppelte (7,8 Prozent gegenüber 4,0 Prozent im Vorjahr).

Förderung trifft genau die Zielgruppen

Rund jeder fünfte Führerscheinbesitzer (18 Prozent) gibt an, dass die neue staatliche Unterstützung direkte Auswirkungen auf seine Kaufpläne habe. Elf Prozent denken dadurch erstmals über ein reines Elektroauto nach, sieben Prozent wollen einen geplanten Kauf vorziehen. Die Wirkung ist bei preissensiblen Gruppen besonders stark: Jüngere Autofahrer unter 40 Jahren reagieren fast dreimal so häufig positiv wie Ältere (31 zu 12 Prozent), Eltern mit minderjährigen Kindern sogar mehr als doppelt so oft (32 zu 14 Prozent). Auch bisher zurückhaltende Gruppen zeigen Dynamik – bei Mietern nahmen die Umstiege im März um 86 Prozent zu, bei Autofahrern ohne Garage oder Carport um 75 Prozent.

Vom Umstieg auf elektrische Neuwagen profitieren tendenziell besonders die preisgünstigeren Modelle, insbesondere von ausländischen Herstellern.

ZDK: Gebrauchter Stromer wird zum Einstiegshebel

Aus Sicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bestätigen die Ergebnisse, dass die sozial gestaffelte Kaufprämie wichtige Impulse setzt. „Die Entwicklung zeigt, dass Elektromobilität immer dann an Dynamik gewinnt, wenn sie für breite Kundengruppen wirtschaftlich erreichbar wird", sagt ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler.

Gleichzeitig warnt der Verband vor einem einseitigen Fokus auf Neuwagen. „Der weitere Hochlauf der Elektromobilität kann nicht allein über den Neuwagenmarkt gelingen", so Hasler. Niedrigere Anschaffungskosten seien ein zentraler Hebel für zusätzliche Nachfrage. Deshalb sieht der ZDK vor allem im Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge großes Potenzial – insbesondere bei jungen Gebrauchten, also Fahrzeugen bis maximal einem Jahr Alter.

„Für viele Verbraucher wird der gebrauchte Stromer zum entscheidenden Einstiegshebel in die Elektromobilität", betont Hasler. Bezahlbare Fahrzeuge, transparente Bewertungen des Batteriezustands und gezielte Unterstützungsmaßnahmen könnten hier zusätzliche Dynamik erzeugen. Der ZDK fordert daher eine Stärkung flankierender Maßnahmen – etwa beim privaten Laden oder bei der Förderung gebrauchter Elektrofahrzeuge.

HUK: Förderung gebrauchter E-Autos würde Trend verstärken

Ähnlich sieht dies auch Jörg Rheinländer, Vorstand der HUK-Coburg für Kfz-Versicherung: „Viel spricht dafür, dass eine Ausdehnung der Förderung auch auf gebrauchte E-Autos den Trend noch deutlich verstärken könnte, weil niedrigere Anschaffungskosten ein entscheidender Hebel im E-Automarkt sind."

Das HUK-E-Barometer basiert auf internen Daten der HUK-Cooburg mit über 14,5 Millionen versicherten Fahrzeugen (knapp ein Viertel aller privat zugelassenen Kraftfahrzeuge in Deutschland) sowie quartalsweisen repräsentativen Online-Befragungen mit jeweils rund 4.000 Personen.

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