»kfz-betrieb«-Auto-Check: Kia Picanto 1.0 Edition 7

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Der neue Picanto fährt mit energischem Design und stärkeren Motoren selbstbewusst aus der „Niedlicher-Kleinwagen-Ecke“ heraus. Bereits in der Basismotorisierung überzeugt er mit jeder Menge Fahrspaß.

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Der honiggelbe Metalliclack kostet 490 Euro extra.
Der honiggelbe Metalliclack kostet 490 Euro extra.
(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Das europäische Designteam von Kia hat unter der Führung des deutschen Stardesigners und Kia-Präsidenten Peter Schreyer im Designzentrum an der Theodor-Heuss-Allee in Frankfurt die dritte Generation des Picanto nachgeschärft. Schreyer, der vorher im Volkswagen-Konzern Fahrzeuge wie den New Beetle oder Audi TT entwarf, beschreibt seine Philosophie als „die Einfachheit der geraden Linie“. Damit meint er den weitgehenden Verzicht auf die zahlreichen, technisch sinnfreien Sicken, Falze und Karosserieschnörkel, mit denen viele andere Hersteller um Aufmerksamkeit buhlen.

So auch beim Picanto: Schreyers „Tigernasengrill“ prägt zusammen mit großen, eckigen Klarglas-Scheinwerfern und markanten Lufteinlässen vor den Rädern das neue Gesicht des Kleinwagens. Es wirkt energisch, gleitet aber nicht in die martialische Grimmigkeit eines Audi A1 oder Toyota Aygo ab.

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Seit April befeuert der Kleine die Absatzzahlen – knapp 25 Prozent mehr verkaufte Picantos als im Vergleichszeitraum 2016 sprechen eine deutliche Sprache. Für 9.990 Euro gibt es das Basismodell Attract mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder in Weiß – immerhin mit ESC, Traktionskontolle und Zentralverriegelung. Mehr Komfort bieten die drei weiteren Ausstattungsvarianten. Fünf Sonderausstattungspakete, eine manuelle Klimaanlage und eine optionale Zusatzkonservierung für Motorraum und Fahrzeugunterboden runden die Modellauswahl ab. Nur die Unilackierung in Schneeweiß ist aufpreisfrei, die neun Metalliclacke schlagen mit 490 Euro zu Buche.

Unserem honiggelben Redaktionstestwagen in der „Edition 7“-Ausführung spendierte Kia noch das Sonderausstattungspaket Emotion. Für 890 Euro verwöhnt es den Käufer mit beheizbaren Vordersitzen und Außenspiegeln sowie beheizbarem Lederlenkrad, Start-Stopp-Einrichtung und Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Die manuelle Klimaanlage ist bei der Edition 7 serienmäßig dabei, doch für ein Navi müsste der Käufer weitere 890 Euro in die Hand nehmen.

Durchaus sportlich

Egal – der Picanto punktet mit anderen Werten. Kia hat den Radstand auf 2.400 Millimeter vergrößert, das Lenkgetriebe erneuert und viel Feinarbeit in die straffe Fahrwerksabstimmung investiert. So überzeugt der agile Kleinwagen in der Stadt mit einem Wendekreis von nur 9,4 Metern. Auf der Landstraße und Autobahn überrascht der Picanto mit sauberem Geradeauslauf und hohen Kurvengrenzgeschwindigkeiten.

Gewiss, ein Fahrzeug mit 49 kW/67 PS als sportlich zu bezeichnen, klingt gewagt. Trotzdem trifft es auf den Picanto zu. Mit seiner knackigen Schaltung, wenig Seitenneigung, fein dosierbaren, kräftig zubeißenden Bremsen und richtig guten Sitzen mit viel Seitenhalt animiert er seinen Fahrer zu schneller Kurvenhatz. Der Dreizylinder sorgt für flotten Vortrieb – vorausgesetzt der Fahrer stillt den Drehzahlhunger des Einliterzwergs.

Eine Krawallbüchse ist der Picanto trotzdem nicht; Kias Ingenieure haben sich auch bei der Akustikdämmung keine Blöße gegeben. Und überhaupt empfiehlt sich der Picanto durchaus für längere Urlaubsreisen. Denn der große, variable Kofferraum schluckt viel Gepäck. Der Fahrer kann die Rücksitzbank asymmetrisch umlegen. Hinter dem Beifahrersitz ergibt sich dann ein Stauraum mit maximal 1,5 Meter Länge für sperrige Gegenstände mit nahezu flachem Boden ohne störende Stufen.

Im Herbst schiebt Kia noch eine 100-PS-Turbovariante nach. Dann kann der Kleine auch geschwindigkeitstechnisch halten, was die Form verspricht.

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