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Jedoch ist der Mercedes-typische Controller mit Touchpad vorhanden. Damit lassen sich alle Funktionen des Multimediasystems (Infotainment, Navigation, Telefon) in gewohnter Manier ansteuern. Auch ansonsten hat sich der Stuttgarter Autobauer viel Mühe gegeben, dem Innenraum ein Mercedes-Ambiente zu verleihen (siehe auch Bildergalerie).
Von außen kann sich die X-Klasse ebenfalls gut sehen lassen. Die Front verleiht dem Wagen das derzeit typische Mercedes-SUV-Gesicht. Auffällig an unserem Testwagen war die sogenannte „Styling Bar“ aus poliertem Edelstahl. Diese ist direkt hinter der Fahrerkabine auf die Bordwände der Ladefläche montiert, wirkt optisch wie ein Überrollbügel und verleiht dem Pick-up eine besondere Note.
Besondere Note hin, Premiumanspruch her – am Ende ist die X-Klasse in erster Linie ein Nutzfahrzeug. Das Auto muss vor allem mit seiner Nutzlast von über einer Tonne punkten. Das reicht laut Hersteller beispielsweise aus, um 17 volle 50-Liter-Bierfässer auf der Ladefläche zu transportieren. Mit einer Zugkraft von bis zu 3,5 Tonnen zieht die X-Klasse zudem einen Anhänger mit drei Pferden oder eine Acht-Meter-Yacht.
X-Klasse benötigt Mercedes-Fans
Wir haben weder Bierfässer noch Pferde noch eine Acht-Meter-Yacht transportiert. Dennoch haben sich im Testzeitraum viele unterschiedliche Transporte ergeben (siehe Bildergalerie). Wer einen Pick-up fährt, und sei es nur für ein paar Tage, der findet ständig etwas zum Transportieren bzw. erhält aus dem Bekanntenkreis entsprechende Anfragen. Für unsere Transporte war die Variante 250d 4Matic mit ihren 190 PS an Bord völlig ausreichend. Diese Leistung reicht sicher auch den meisten Gewerbe- und Hobbytreibenden aus. Nur wer permanent die Tonne Nutzlast und zudem noch die Anhängelast ausreizt, greift besser auf den V6-Dieselmotor mit 258 PS zurück.
Egal ob 190 oder 258 PS – grundsätzlich gilt auch für die X-Klasse: Rational gibt es für Pick-ups kaum Kaufgründe. Ein solches Fahrzeug findet man entweder total cool, oder es kommt überhaupt nicht infrage. Dazwischen ist wenig Platz für Argumente.
Fazit: Die X-Klasse muss ihre Fans in erster Linie in den Verkaufswelten der Mercedes-Benz-Händler finden. Von Vorteil ist, dass die Marke von Haus aus viele gewerbliche Kunden hat. Nachteilig hingegen wirkt sich aus, dass die größten Wettbewerber für die X-Klasse mit der breiten SUV-Palette der Marke im eigenen Haus vorhanden sind.
Auch wenn Daimler mit dem Pick-up eine der letzten Lücken im Mercedes-Portfolio geschlossen hat, die X-Klasse wird auch künftig kein leichtes Spiel haben. Und das liegt keinesfalls an der Zusammenarbeit mit Nissan/Renault, sondern eher am Premiumpreis. Für Pick-up-Freaks in Europa gibt es beispielsweise mit dem Ssangyong Musso eine viel günstigere Alternative. Und für echte Pick-up-Fans kommen sowieso nur amerikanische Modelle wie beispielsweise ein RAM 1500 infrage. Wir werden die X-Klasse weiter beobachten und sind sehr gespannt, wie sich der Absatz des Pick-ups mit Stern in Deutschland und der Welt weiter entwickelt und ob der neue Daimler-Chef Ola Källenius an dem Auto wirklich festhalten wird.
Technische Daten
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