»kfz-betrieb« Auto-Check: Ram 1500 Classic „Laramie“

Das bisherige Modell gibt es weiterhin als Classic-Variante

| Autor: Wolfgang Michel

Der bisherige Ram 1500 wird von Fiat-Chrysler auch nach dem Modellwechsel 2019 als Classic-Linie fortgeführt. In der Ausstattungslinie „Laramie“ kostet das Auto knapp 50.000 Euro. Im Vergleich zu den neuen 2019er-Modellen mit fast 70.000 Euro Neupreis ist der Ram 1500 Classic fast schon ein Schnäppchen.
Der bisherige Ram 1500 wird von Fiat-Chrysler auch nach dem Modellwechsel 2019 als Classic-Linie fortgeführt. In der Ausstattungslinie „Laramie“ kostet das Auto knapp 50.000 Euro. Im Vergleich zu den neuen 2019er-Modellen mit fast 70.000 Euro Neupreis ist der Ram 1500 Classic fast schon ein Schnäppchen. (Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Das Angebot europäischer und asiatischer Pick-ups ist in Deutschland derzeit so groß wie nie. Aber trotz Mercedes X-Klasse, VW Amarok, Nissan Navarro oder Ssangyong Musso, für viele Pick-up-Fans gilt: Nur ein Ami-Pick-up ist ein echter Pick-up. Die Mehrzahl der weltweit beliebtesten Modelle kommt in der Folge aus amerikanischer Produktion. Jedoch gibt es viele dieser Fahrzeuge hierzulande regulär nicht zu kaufen.

Der in Sterling Heights (Michigan/USA) von Fiat-Chrysler gefertigte Ram 1500 bildet eine der wenigen Ausnahmen. Als offizielle Importeure agieren in Europa die Unternehmen AEC Europe, AGT Europe und KW Automotive. In Deutschland beliefern sie zusammen rund 70 Neuwagenhändler mit Ram- und Dodge-Modellen. Einer der Vertragshändler ist das Autohaus Jakob in Petersberg/Fulda. Die Geschäftsführer Peter und Benjamin Jakob stellten uns für eine mehrtägige Testfahrt einen Ram 1500 Classic Crew Cab in der Ausstattungsvariante „Laramie“ zur Verfügung.

Die Anreise zum Autohaus Jakob erfolgte von Würzburg ins rund 120 Kilometer entfernte Fulda mit Bus und Bahn. Auf dem Rückweg durch die hessisch-fränkische Rhön sollte der Ram 1500 Classic die ersten Fahreindrücke vermitteln. Zuvor jedoch führte die Fahrt zur nächstgelegenen Tankstelle. Die Warnlampe brannte bereits, volltanken war angesagt. In unserem Fall hieß das 125 Euro für 90 Liter Superbenzin. Der Hersteller gibt für das Auto einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von 12,8 Litern auf 100 Kilometern an. Wir waren auf die Reichweite des Ram mit dem vollen Tank (98 Liter) sehr gespannt. Den Blick auf die digitale Verbrauchsanzeige im Cockpit gerichtet verließen wir die Aral-Tankstelle in Richtung Bundesstraße.

50 PS pro Zylinder

An Bord des Ram 1500 arbeitet ein 5,7-Liter-Hemi-V8-Benzinmotor mit 295 kW/401 PS inklusive Zylinderabschaltung. Letztere schaltet bei geringer Belastung vier Zylinder unbemerkt ab. Ebenso stillschweigend verrichtet die Achtstufenautomatik im Zusammenspiel mit dem zuschaltbaren Allradantrieb ihren Dienst. Völlig unaufgeregt glitt der Ram 1500 über die abgehalfterte Landstraße. Das Fahrwerk verfügt vorne über eine Doppelquerlenker-Radaufhängung, hinten ist eine Starrachse mit Multi-Link- Radaufhängung verbaut.

Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl, mit einem Nutzfahrzeug unterwegs zu sein. Im Gegenteil: Fahrwerk und Chassis eliminierten die Schlaglöcher in der Größe von Kuhfladen, Fahrer- und Beifahrer saßen während der Fahrt so bequem wie zu Hause im Fernsehsessel. Auch die Fondpassagiere haben es äußerst komfortabel. Aufgrund der großen Fahrerkabine gibt es hinten so viel Beinfreiheit, wie man es sonst nur aus einer Oberklassenlimousine mit langem Radstand kennt.

Selbst die Windgeräusche hielten sich bei einer Reisegeschwindigkeit von 120 km/h im Rahmen. Beim Gedanken an die nächste Tankrechnung wollten wir nicht unbedingt, die vom Hersteller angegebene Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h um jeden Preis erreichen. Vielmehr lag unsere Reisegeschwindigkeit tendenziell zwischen 100 km/h (Landstraße) und 140 km/h (Autobahn). Der Ram 1500 ist ein Auto zum Cruisen, nicht zum Rasen.

Wer zum allerersten Mal mit dem Ram 1500 Classic „Laramie“ unterwegs ist, dem fällt die eindrucksvolle Innenausstattung auf: Lederausstattung, Sitzheizung, Navi, Tempomat, Klimaautomatik, beheizbares Multifunktionslenkrad, Soundsystem, Ablageflächen und Stauraumboxen, elektrische Sitzverstellung – es fehlt an nichts. Und sicherheitstechnisch ist mit ESP/ABS/ASR, Bremsassistent, Berganfahrhilfe und Anhänger-Stabilitätsprogramm auch alles Wichtige an Bord.

Natürlich schauten wir immer auch auf die grüne Kraftstoffverbrauchsanzeige in der Instrumententafel. Da stand schon mal eine Acht vor dem Komma, jedoch ging es dann bergab. Bergauf rauschte die Zahl wie bei einer digitalen Stoppuhr nach oben. 2,6 Tonnen Leergewicht sind trotz Zylinderabschaltung des V8-Motors eben nicht unter zwölf Liter auf 100 Kilometern zu bewegen. Wer das Gaspedal permanent am Anschlag hat, liegt bekanntlich weit über diesem Wert. Innerstädtisch kamen wir auf den vom Hersteller angegebenen durchschnittlichen Verbrauch von rund 15 Litern. Auf der Autobahn blieben wir bei zurückhaltender Fahrweise durchschnittlich knapp unter zwölf Liter. Unser Maximalwert betrug 18 Liter auf 100 Kilometern.

Rational versus emotional

Obwohl es zig rationale Gründe gibt, die gegen die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs sprechen, steht der Ram 1500 auf so manchem Wunschzettel. Die Interessenten sind keinesfalls allesamt Landschaftsgärtner, Maler oder Zimmermänner. Die knapp 50.000 Euro für die Classic-Laramie-Variante schrecken selbst jüngere Menschen nicht ab. Neben dem Coolness-Faktor bekommt man viel Auto fürs Geld – inklusive V8-Motor, dem man nachsagt, das er selbst nach 600.000 Kilometern noch langerund läuft. Ein weiteres Argument ist, dass so ein Auto nicht an jeder Ecke steht. Mit einer Länge von 5,82 Metern wie in unserem Fall und einer Breite von über zwei Metern ist auch nicht an jeder Ecke Platz. Parkhäuser sind für diesen Pick-up jedenfalls passé.

Ob Kraftstoffverbrauch oder Längenmaß – einen echten Ram-Fan schreckt das alles nicht ab. Bei der Rückgabe des Ram 1500 im Autohaus Jakob brachte es ein Interessent so auf den Punkt: „Zum einen lässt sich das Fahrzeug auf Gasbetrieb umrüsten. Zum anderen habe ich zu Hause einen passenden Parkplatz. Hinzu kommt die Anhängelast von 3,5 Tonnen und der Fakt, dass es in der Ausstattungsvariante Laramie viel Auto fürs Geld gibt.“

Noch nicht einmal der fehlende Kofferraum schreckte den Fan ab: „Hauptsache meine zwei Cross-Motorräder gehen auf die Ladefläche.“ Und im Innenraum gäbe es ja schließlich jede Menge Gepäckstauraum. Was es sonst noch alles im und rund um den Ram 1500 Classic „Laramie“ fürs Geld gibt, zeigt die Bildergalerie.

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