»kfz-betrieb« Auto-Check: Mercedes X-Klasse 250d 4-Matic

Die „Power Edition“ startet bei 47.690 Euro

| Autor: Wolfgang Michel

Unter den Pick-ups in Deutschland zählt die X-Klasse zu den Exoten. Ende 2017 bei den Mercedes-Benz-Händlern eingeführt, befindet sie sich derzeit im zweiten vollen Verkaufsjahr. 2018 wurden von der Baureihe weltweit gerade einmal rund 17.000 Einheiten vermarktet.
Unter den Pick-ups in Deutschland zählt die X-Klasse zu den Exoten. Ende 2017 bei den Mercedes-Benz-Händlern eingeführt, befindet sie sich derzeit im zweiten vollen Verkaufsjahr. 2018 wurden von der Baureihe weltweit gerade einmal rund 17.000 Einheiten vermarktet. (Bild: Michel/»kfz-betrieb«)

„Mit dem Pickup schließen wir eine der letzten Lücken in unserem Portfolio. Unser Ziel: Wir wollen jedem Kunden genau das zu seinem Einsatz passende Fahrzeug bieten. Die X-Klasse wird dabei neue Standards in einem wachsenden Segment setzen.“ Diese Aussage tätigte Dieter Zetsche im März 2017 auf dem Genfer Autosalon. In der Schweiz präsentierte der damalige Daimler-Boss die Fahrzeugstudie mit dem Namen „Concept X-Class“.

Bereits Ende 2017 führte der Stuttgarter Autobauer die X-Klasse bei den europäischen Mercedes-Händlern ein. Der Pick-up mit Stern ist jedoch kein sortenreiner Mercedes. Er nutzt nicht nur die gleiche Basis wie der Nissan Navara sowie der Renault Alaskan, das Fahrzeug wird auch in Allianz mit Nissan und Renault produziert.

Ursprünglich sollte das Auto für den europäischen, australischen und südafrikanischen Markt aus dem Nissan-Werk in Barcelona/Spanien kommen. Die lateinamerikanischen Kunden sollten über das Renault-Werk in Cordoba/Argentinien bedient werden. Aufgrund der schlechten Aussichten für das Modell in Lateinamerika stoppte Daimler jedoch die Produktion bereits vor dem geplanten Start.

Nach 3.300 verkauften X-Klassen im Startjahr kam das Modell 2018 und damit im ersten vollen Verkaufsjahr weltweit auf lediglich knapp 17.000 Einheiten. Zum Vergleich: Der Renault Alaskan brachte es 2018 weltweit nur auf knapp 3.800 Einheiten, dafür kam der Nissan Navara 2018 weltweit aber auf über 230.000 Einheiten. Vor dem Hintergrund solcher Zahlen verwundert es nicht, dass zwischenzeitlich sogar über das vollständige Aus der X-Klasse spekuliert wurde. Auf Nachfrage von »kfz-betrieb« dementierte Daimler dieses Gerücht jedoch. Die X-Klasse soll es auch weiterhin geben, so eine Konzernsprecherin.

Unabhängig von dieser Aussage ist derzeit jedoch Fakt, dass sich die X-Klasse online seit geraumer Zeit ausschließlich als X 350d 4-Matic mit V6-Dieselmotor (190 kW/258 PS) konfigurieren lässt. Die Modellvarianten X 220d 4-Matic und X 250 d 4-Matic sind laut aktueller Preisliste (Juli 2019) derzeit nur noch als Bestandsfahrzeuge verfügbar und nicht mehr als frei konfigurierbares Fahrzeug ab Werk erhältlich.

Wie viel Nissan/Renault steckt im Mercedes?

Für Testfahrten stellte uns der Hersteller eine X-Klasse 250d 4-Matic (140 kW/190 PS) zu Verfügung. Konkret handelte es sich um eine „Power Edition“ mit zuschaltbarem Allradantrieb. Im Vergleich zum Einstiegsmodell mit Sechsgang-Schaltgetriebe verfügt das Editionsmodell nicht nur über ein Automatikgetriebe mit sieben Gängen, sondern zudem über eine deutlich bessere Ausstattung.

Für aktuell rund 7.000 Euro Aufpreis beinhaltet die „Power Edition“ unter anderem eine eloxierte Reling auf dem Dach, 19-Zoll-Leichtmetallräder, Trittbretter seitlich links und rechts sowie dunkle Scheiben im Fond inklusive elektrischem Schiebefenster in der Heckscheibe.

Der Innenraum verfügt zudem über eine Lederausstattung und das Multimediasystem „Comand Online“ mit 8,4-Zoll-Display. Ebenso inklusive sind ein elektrisch verstellbarer Fahrer- und Beifahrersitz mit Sitzheizung und ein Parkpaket mit 360-Grad-Kamera. Der Mehrpreis ist somit gut angelegtes Geld.

Unabhängig von den Ausstattungspaketen stellt sich grundsätzlich die Frage, wie viel Nissan/Renault in der Mercedes X-Klasse 250d 4-Matic steckt? Antwort: Spätestens beim Keyless-Go-Autoschlüssel fällt auf, dass die X-Klasse kein sortenreiner Mercedes ist. Den Schlüssel ziert zwar ein Mini-Stern. Jedoch erkennt jeder Mercedes-Fahrer auf den ersten Blick, dass das kein klassischer Mercedes-Schlüssel ist. Der zweite Blick fällt auf die Schaltkulisse des Automatikgetriebes in der Mittelkonsole. Die sonst bei Mercedes übliche Lenkradschaltung gibt es in der X-Klasse nicht.

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