Bei Mercedes wächst der Ärger über die X-Klasse

Schlechte Aussichten in Lateinamerika stoppen Produktion vor dem Start

| Autor: Christoph Baeuchle

Daimler kommt mit der Mercedes X-Klasse vom geplanten Weg ab.
Daimler kommt mit der Mercedes X-Klasse vom geplanten Weg ab. (Bild: Daimler)

Beim Autobauer Daimler nimmt der Frust über die 2017 eingeführte Mercedes-Benz X-Klasse weiter zu. Die Produktion in Argentinien will der Stuttgarter Automobilhersteller erst gar nicht hochfahren. „Der Pick-up lässt sich preislich und kostenseitig in den lateinamerikanischen Märkten nicht darstellen“, sagte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber in einer Telefonkonferenz nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum ersten Quartal.

Damit ist eine weitere Hoffnung gestorben, wie der Hersteller die schwachen Pick-up-Verkäufe ins Rollen bringen wollte. Im vergangenen Jahr verkauften die Schwaben von dem 2017 eingeführten Pritschenwagen gut 14.000 Einheiten.

Für Europa und den Rest der Welt wird das Modell in Spanien gebaut. Daran soll sich auch nichts ändern. Das gilt auch für Deutschland, wo der Pick-up ohnehin eine untergeordnete Rolle für die Marke spielt.

Nicht nur die schwachen Absatzzahlen sorgen für Verdruss. Auch die Rückrufe sind kein Ruhmesblatt. Allein in den letzten drei Wochen berichtete »kfz-betrieb« über zwei Rückrufe: Eine lockere Fußraumleuchte droht das Bremspedal zu blockieren, und die Anbauanweisung zur Nachrüstung einer Anhängerkupplung ist fehlerhaft.

Wie beim Smart, den der Hersteller nach China abgeschoben hat, kam auch bei der X-Klasse die Kooperation von Daimler, Nissan und Renault besonders zum Ausdruck. Die X-Klasse nutzt die gleiche Basis wie die Pick-ups Nissan Navara und Renault Alaskan. Damit kommt weiter Sand in das Getriebe der einst hochgepriesenen Allianz Daimler-Renault-Nissan, die nicht zuletzt aufgrund der Schlagzeilen um Ex-Nissan- und -Renault-Chef Carlos Ghosn stark gelitten hat.

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