50 Jahre Unterberger Familienunternehmen wächst auf 561 Millionen Euro Umsatz

Von Silvia Lulei 4 min Lesedauer

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Die Unterberger-Gruppe zählt nach fünf Jahrzehnten zu den größten Autohändlern in Süddeutschland und Österreich. 1976 startete das Autohaus Unterberger mit fünf Mitarbeitern. Heute sind es über 1.000 Mitarbeiter an 27 Standorten in Süddeutschland und Österreich, die mehr als 10.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen.

50 Jahre erfolgreich in der Automobilbranche: Die geschäftsführenden Gesellschafter (v.l.) Florian, Fritz jun., Dieter und Gerald Unterberger mit Geschäftsführer Josef Gruber.(Bild:  schlossmarketing)
50 Jahre erfolgreich in der Automobilbranche: Die geschäftsführenden Gesellschafter (v.l.) Florian, Fritz jun., Dieter und Gerald Unterberger mit Geschäftsführer Josef Gruber.
(Bild: schlossmarketing)

Im abgelaufenen Jahr 2025 erzielte die Unterberger-Gruppe in ihren Geschäftsfeldern Automobile, Immobilien und Beteiligungen einen Jahresumsatz von 561 Millionen Euro. Mit mehr als 10.000 verkauften Neu- und Gebrauchtwagen zählt die Autohausgruppe zu den größten Autohändlern in Süddeutschland und Österreich. Trotz dieser Zahlen versteht sich Unterberger durch und durch als Familienunternehmen, das von den geschäftsführenden Gesellschaftern Gerald, Dieter, Fritz jun. und Florian Unterberger gemeinsam mit Geschäftsführer Josef Gruber geführt wird: „Alle unsere Entscheidungen sind von langfristigem Denken geprägt. Zugleich können wir sehr schnell Entscheidungen treffen“, sind sich die Brüder einig. Als klaren Vorteil sehen sie die kurzen Wege, wie Gerald Unterberger an einem Beispiel verdeutlicht: „Obwohl wir mittlerweile 1.020 Mitarbeiter beschäftigen, haben wir keine eigene Personalabteilung. Wir verstehen uns als direkte Ansprechpartner und haben ein offenes Ohr für alle Anliegen.“

Mitarbeiter als höchstes Kapital

Als einen Erfolgsfaktor sieht das Unternehmen das Prinzip der Kontinuität gegenüber Kunden, Partnern, Lieferanten und Mitarbeitern. Die Mitarbeiter versteht das Familienunternehmen als größtes Kapital. „Wir haben überdurchschnittlich viele langjährige Mitarbeiter. Nicht wenige haben bei uns gelernt und sind mittlerweile auch bei uns in Pension gegangen“, schildert Dieter Unterberger. Seit der Gründung ist das Unternehmen als Ausbildungsbetrieb aktiv und hat in den 50 Jahren seines Bestehens etwa 1.000 Azubis ausgebildet. Aktuell sind es 161 in den Berufen Karosserietechniker, Kfz-Techniker, Lagerlogistiker, Automobilkaufmann/-frau sowie weiteren kaufmännischen Berufen. Mit der Kampagne „#lenkedeinekarriere“ hat Unterberger das Personalthema in der Firmengruppe priorisiert. Dazu gehören die Aus- und Weiterbildung, eine Mitarbeiter-App, Firmenfeiern und Motivationsveranstaltungen, Investitionen in Mitarbeiter-Aufenthaltsräume und interne Aufstiegsmöglichkeiten. „Führungspositionen besetzen wir in erster Linie aus den eigenen Reihen. Es gibt zahlreiche Beispiele, wo jemand bei uns gelernt hat und es später zum Service-, Verkaufs- oder auch Betriebsleiter geschafft hat“, erklärt Fritz Unterberger jun.

Innovation als Antrieb

Die Unternehmensgründer Fritz und Helga Unterberger bauten ihr erstes Autohaus 1976 mit einem Schauraum für Neuwagen – damals noch eine Novität im Autohandel. Die Aufgeschlossenheit gegenüber Modernisierung und Innovation ist ein prägendes Merkmal bei Unterberger: „In den vergangenen 49 Jahren haben wir rund 115 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung unserer Betriebe investiert. Aktuell ist die Umsetzung der neuen Corporate Identity ‚Retail.Next‘ in allen BMW- und Mini-Standorten im Laufen. Dafür sind rund 18 Millionen Euro notwendig“, erläutert Gerald Unterberger. „Modernisierung bedeutet aber auch Nachhaltigkeit. Zeitgemäße Werkstättentechnik, Wärmerückgewinnung und Wasseraufbereitung sparen Energie. Einen großen Anteil unseres Strombedarfs können wir durch unsere Photovoltaikanlagen abdecken. Darüber hinaus haben wir in allen 27 Betrieben schwerpunktmäßig Maßnahmen gesetzt, um Kunststoffabfall zu vermeiden“, ergänzt Dieter Unterberger.

Expansion, wenn es Sinn macht

Expandiert wird nicht um jeden Preis, sondern nur, wenn es Sinn macht. „Die wichtigsten Parameter sind die Nähe zu unserem bestehenden Standortnetz sowie das Markenportfolio. Wir sind mit unseren Herstellern sehr gut aufgestellt. Neue Marken würden für uns nur unter ganz besonderen Umständen Sinn machen“, erläutert Fritz Unterberger jun. Zuletzt kamen zu den bestehenden Standorten in Bayern im Januar 2026 zwei BMW- und Mini-Autohäuser in Mühldorf am Inn und Burghausen sowie drei Mehrmarken-Autowelten in Mühldorf am Inn, Burghausen und Waldkraiburg hinzu.

Zukunft als Chance

Unterberger versteht sich seit dem Vertrieb des ersten in Serie gefertigten Elektroautos „Think“ 2009 als Pionier für Elektromobilität und verkauft seit 2013 gezielt alternative Antriebe. „Elektromobilität – egal ob rein elektrisch oder hybrid – ist gekommen, um zu bleiben. Hier ist es uns wichtig zu betonen, dass die Entscheidung über die Antriebsart beim Kunden liegen und nicht durch Zwang erfolgen sollte“, sind sich die Unterberger-Brüder einig. Im Aftersales bestünde die Herausforderung darin, die Effizienz zu erhöhen, Abläufe zu verbessern und das Know-how weiter zu steigern: „Wir investieren große Summen in Räumlichkeiten und Betriebsmittel. Entscheidend wird am Ende des Tages aber die Mitarbeiterkompetenz sein. Deshalb werden wir die Themen Mitarbeiterbindung und -fähigkeiten sowie Personalentwicklung weiter vorantreiben.“ „Wenn wir so weiterleben wollen wie bisher, müssen wir uns verändern“, lautet der Leitspruch von Firmengründer Fritz Unterberger. Dementsprechend versteht die Unternehmerfamilie die Herausforderungen der Gegenwart als Chance für die Zukunft.

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45 Jahre Unterberger Immobilien

Seit 1981 ist Unterberger im Immobilien-, Beteiligungs- und Leasinggeschäft tätig. In den 45 Jahren konnten mehr als 100 Immobilienprojekte abgeschlossen werden, darunter Meilensteine wie das Kaiserreich Kiefersfelden. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Florian Unterberger, Josef Feichtner und Josef Gruber: „Wir verstehen uns als Full-Service-Anbieter – sozusagen als ‚Schweizer Taschenmesser‘ im Immobilienbereich. Als klassischer Bauträger entwickeln wir Immobilien vom Grundstück weg und halten diese nach Fertigstellung als Immobilienverwalter viele Jahre in Bestand.“ Aktuell steht einem schwächelnden Markt für Eigentumswohnungen eine hohe und schwer zu deckende Nachfrage nach Mietwohnungen gegenüber. „Wie die gesamte Immobilienbranche spüren auch wir den Kostendruck bei gewerblichen Mietern und leiden unter teilweise sehr langen Projektvorlaufzeiten aufgrund überbordender Bürokratie“, schildert Florian Unterberger. Dennoch sieht er Unterberger Immobilien aufgrund der Unternehmensstruktur und strategischen Ausrichtung gut aufgestellt: „Dank unseres vielseitigen Bestandsportfolios vom gewerblichen Bereich bis zum Wohnbau können wir vieles kompensieren.“ Das Projektvolumen liegt bei rund 150 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren. Darunter fallen unter anderem der Habach Park Kirchdorf, die Sanierung und Neugestaltung des Moserhauses Lienz, das Dander Areal in St. Johann, das Deixlerhaus in Kufstein oder Chalets am Hintersteiner See.

Beteiligungen als wichtiger Bestandteil

Die Unterberger-Gruppe pflegt seit jeher viele Partnerschaften. Aktuell sind es 16; vorwiegend im Automobil- und Immobilienbereich. „Diese Partnerschaften haben einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum des Familienunternehmens Unterberger beigetragen und sind ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Unternehmens-DNA. Zudem ergeben sich dadurch auch teilweise andere Herangehens- und Sichtweisen über mögliche gemeinsame Geschäftsmöglichkeiten. Dies bereichert unsere Unternehmensgruppe außerordentlich“, verdeutlicht Geschäftsführer Josef Gruber.

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