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Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg: EU plant Verbrennerverbot durch die Hintertür

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Die Pläne der EU-Kommission, die CO2-Grenzwerte für Autos weiter zu verschärfen, führt zu einer Wettbewerbsverzerrung der Kfz-Branche und bedeutet das Aus für Verbrennungsmotoren. Das befürchtet Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Landesverbands Baden-Württemberg.

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Durch die neuen Grenzwerte der EU für Autoabgase befürchtet der Landesverband Baden-Württemberg das Aus für Verbrennungsmotoren.
Durch die neuen Grenzwerte der EU für Autoabgase befürchtet der Landesverband Baden-Württemberg das Aus für Verbrennungsmotoren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

„Die EU fährt sich gerade selbst gegen die Wand“, sagt Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, zu den Plänen der EU-Kommission. Damit würden die Grenzwerte für Verbrennermotoren so verschärft, dass praktisch kein Verbrenner mehr gebaut werden könne.

Das komme einem Verbrennerverbot durch die Hintertür gleich und schade der EU: „Das durchschaut doch jeder, wozu der Green Deal missbraucht werden soll, hier werden politisch getriebene Verbotskonzepte durchgesetzt, die in den EU-Staaten selbst keine Mehrheit finden“, sagt Ziegler. Getroffen würde das industrielle Herz der EU mit den Autobauer-Nationen Deutschland, Frankreich und Italien. Dazu kommen die Produktionsstandorte Polen und Rumänien, wenn beispielsweise als Folge der EU-Politik der Dacia Duster nicht mehr gebaut werde.

Getroffen werde aber auch die deutsche Kfz-Branche. „Autohäuser und Kfz-Werkstätten sind natürlich weniger betroffen als die Hersteller, wenn die EU-Kommission den Wettbewerb verzerrt, weil bei uns immer Autos ankommen, entweder mit Verbrenner oder mit anderen Motoren“, sagt Ziegler.

Wenn aber der Neuwagenmarkt durch überzogene Forderungen zusammenbreche, weil sich niemand mehr Autos leisten könne, treffe das auch beispielsweise Baden-Württemberg als Industriestandort, der sich zudem mitten im Transformationsprozess befinde und nun dabei durch die EU torpediert werde.

„Wir brauchen keine Daumenschrauben“

Ziegler kündigt an, dass das baden-württembergische Kfz-Gewerbe nun das Gespräch mit den EU-Abgeordneten von CDU, Grünen, SPD und FDP suche: „Wir müssen da schnellstens ein Gegengewicht setzen, damit die EU-Kommission unter Führung des Holländers Frans Timmermans nicht über unsere Köpfe hinweg entscheidet.“

Das sei auch notwendig, um auf auf die Sauberkeitswerte neuer Dieselfahrzeuge aufmerksam zu machen. Diese und der Mix aus E-Fuels, Wasserstoff und Brennstoffzelle sowie Batterieautos könnten den Verkehr zum Spitzenreiter bei der CO2-Vermeidung machen, so Ziegler und betont: „Wir brauchen keine Daumenschrauben, wir haben längst intelligente Lösungen.“

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