Kompressor macht dem Micra Beine

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Nissan hat eine leistungsstärkere Variante des Micra vorgestellt. Der per Kompressor auf 98 PS gepushte Dreizylinder soll nur 4,1 Liter verbrauchen.

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Downsizing-Motoren – sprich aufgeladene Hubraumzwerge mit hohem Drehmoment, aber geringem Verbrauch – etablieren sich allmählich in der Kleinwagenklasse. Neuestes Beispiel ist der Nissan Micra DIG-S (die Abkürzung steht für Direct Injection Gasoline – Supercharged). Wer der englischen Sprache mächtig ist, erkennt in dieser Bezeichnung bereits den Unterschied des Nissan-Motors zu all den TSI-, TCE- und Twin-Air-Konzepten der Konkurrenz: Dem Micra macht nicht ein Turbolader Beine, sondern ein mechanisch angetriebener Kompressor.

Dieses Aufladegerät erlebt in der neuesten Ausbaustufe des Herstellers Eaton derzeit eine kleine Renaissance. Vor allem der gute Drehmomentverlauf und das günstige Packaging überzeugen die Autohersteller. Im Micra übernimmt „Digs“ die Rolle des Spitzenmotors und soll die Leistung und das Drehmoment eines herkömmlichen 1,5-Liter-Motors bieten: 72 kW/98 PS und 142 Newtonmeter.

Miller-Zyklus senkt den Verbrauch

Nur beim Verbrauch will das Aggregat nicht spitze sein: Mit Feinarbeit an allen beweglichen Teilen, einem speziellen Verbrennungsablauf (Miller-Zyklus) und Direkteinspritzung soll der Dreizylinder rekordverdächtig sparsam sein und damit den Diesel im Kleinwagen obsolet machen. Nissan hat im NEFZ einen Durchschnittswert von 4,1 Liter auf 100 Kilometern und eine CO2-Emnission von nur 95 Gramm pro Kilometer gemessen. Damit ist der Nissan auf einem Niveau mit dem etwas schwächeren Twin-Air-Zweizylinder von Fiat.

Den größten Spareffekt soll der Miller-Verbrennungszyklus bringen. Dabei schließen die Einlassventile sehr spät – nämlich erst dann, wenn der Kolben sich bereits im Kompressionstakt befindet. Er schiebt deshalb einen Teil der angesaugten Luft wieder aus und verringert damit die Pumpverluste. Den Füllungsverlust gleicht der Kompressor aus. Durch den Miller-Zyklus bleiben zudem die Gemischtemperaturen auf niedrigerem Niveau – und das trotz der für einen aufgeladenen Motor extrem hohen Verdichtung von 13:1.

Untypischer Kompressormotor

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