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Konsolidierung: Sieben Markenhändler fusionieren zur „Best Group“

| Autor: Martin Achter

Ein weiterer Beleg für den Strukturwandel im Kfz-Gewerbe: Sieben teils große Autohäuser schließen sich zusammen, um ihr Geschäft zukunftssicher zu machen. Der vertriebliche Schwerpunkt liegt bei den Volkswagen-Konzern-Marken. Ein Kooperationspartner gibt künftig den Ton an.

Gemeinsam stark: Sieben Audi- und VW-Händler haben sich in der „Best Group“ zusammengeschlossen.
Gemeinsam stark: Sieben Audi- und VW-Händler haben sich in der „Best Group“ zusammengeschlossen.
(Foto: Achter)

Ein Paukenschlag in Sachen Marktbereinigung: Im Rhein-Main-Gebiet schließen sich sieben bisher voneinander unabhängige inhabergeführte Autohäuser und Handelsgruppen zu einem neuen Großunternehmen zusammen. Die Händler verschmelzen ihre Aktivitäten unter der „gesamtheitlichen Führung“ der Best-Autofamilie (Audi, Skoda, VW) mit Sitz in Mühlheim am Main, wie die Firmen am Freitag mitteilten. Künftig treten die Autohäuser unter dem Namen der „Best Group“ auf, die fortan auch „zentraler Ansprechpartner gegenüber den Herstellern“ sei.

Folgende Unternehmen, die alle im eher ländlichen Raum zwischen den Städten Frankfurt, Fulda, Würzburg und Heilbronn angesiedelt sind, gehören künftig zur neuen Gruppe:

  • Best Auto-Familie (VW, Audi, Skoda), Mühlheim am Main/Hessen (Führung)
  • Autohaus Erlenhoff (VW), Neu-Anspach/Hessen
  • Autohaus Fink (Audi), Bad Hersfeld/Hessen
  • Autohaus Grampp (VW, Audi), Lohr a. Main/Bayern
  • Autohaus Käsmann (VW, Audi), Mosbach/Baden-Württemberg
  • Autohaus Schmitt (VW), Freigericht/Hessen
  • Wolfert-Gruppe/Autohaus Günther (VW, Audi, Skoda), Großwallstadt/Bayern

Anstoß für den Zusammenschluss waren „die Appelle der Hersteller an den Handel, den digitalen Branchenwandel aktiv anzugehen“, erklärte die Best Group. Diesen Impuls hätten die Händler, die hinter dem neuen Firmenkonstrukt stehen, „konstruktiv angenommen“ und „in einem beispiellos innovativen Fusionsprinzip umgesetzt“. Nähere Details zum Inhalt und der Natur der künftigen Zusammenarbeit gaben die beteiligten Unternehmen zunächst nicht bekannt.

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Der Startschuss für die Best Group fiel der Mitteilung der Unternehmen zufolge bereits Ende Januar. Gesamtgeschäftsführer ist demnach Marcus Müller, der auch Geschäftsführer der Best Auto-Familie ist. Der Zusammenschluss zur Best Group markiere „den Aufbruch zu einer neuen Händlerkultur“, erklärte Müller. Co-Geschäftsführer neben Müller sind Jürgen Ruchti (Audi-Zentrum Hanau, Best Auto-Familie) und Peter Grampp (Autohaus Grampp).

Kandidat für die IFA-Liste der großen Autohändler

Für den neuen Unternehmensverbund arbeiten 1.200 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beläuft sich auf rund 400 Millionen Euro. Damit würde die Best Group mit bekannten großen Autohändlern wie AVP Autoland, Seitz, Hugo Pfohe oder Wahl aufschließen. Angaben zum erwarteten Absatz machte die Best Group nicht. Er dürfte sich aber bei gut 15.000 Neu- und Gebrauchtwagen bewegen. Allein das Autohaus Grampp hatte im Jahr 2017 bei einem Umsatz von 87 Millionen Euro knapp 3.900 Einheiten vermarktet.

Die Mitgliedshändler erhoffen sich von der Fusion, Vorteile aus der gemeinsamen Größe ziehen zu können. Es sei gleichzeitig aber auch Ziel, dass die beteiligten Unternehmen vor Ort in den jeweiligen Marktgebieten weiterhin als eigenständige Marken aufträten.

Die Autohäuser hinter der neuen Best Group arbeiten bereits seit Jahren in der 2003 gegründeten Händlerkooperation APM zusammen. Hinter APM stehen 30 Mitgliedsunternehmen mit 80 Betriebsstandorten und 3.500 Mitarbeitern. Die Händler verkaufen vorwiegend Fahrzeuge der Volkswagen-Konzern-Marken.

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«