Kooperation: Zwei heißt nicht gleich einer zu viel

Redakteur: Julia Mauritz

Thomas Koch, Vorstandsvorsitzender der Koch Automobile AG in Berlin, macht immer wieder mit unkonventionellen Ideen von sich reden, wenn es darum geht, sein Unternehmen weiterzuentwickeln und im Wettbewerb zu bestehen.

Anbieter zum Thema

Der Mehrmarkenhändler agiert im Metromarkt Berlin mit den Marken Mazda, Volvo, Citroën und Skoda an acht Standorten. Im Bezirk Friedrichshain in der Persiusstraße hatte er nur fünf Autominuten entfernt einen starken Wettbewerber mit dem Citroën-Händler Thomas Arndt.

In so einer Situation sind normalerweise zwei Dinge üblich: Ein Unternehmen übernimmt den Wettbewerber oder die beiden fusionieren.

Nicht so bei den beiden Berlinern.

Zu viele Standorte, zu hohe Kosten

Thomas Arndt erinnert sich: „Im Sommer vergangenen Jahres bin ich mit Thomas Koch auf einer Veranstaltung ins Gespräch gekommen. Es ging um die allgemeine wirtschaftliche Situation, den Automarkt in Berlin und irgendwann auch um unsere beiden Häuser.“ Arndt war es, der schließlich feststellte: „Einer von uns beiden ist hier zu viel.“ Und Koch schlug ihm vor, darüber mal genauer zu sprechen.

Thomas Koch hatte schon länger erkannt, dass sich die Marke Citroën in der Persiusstraße nicht rechnet: „Unsere Gruppe hatte zu viele Standorte und damit zu hohe Kosten. Wir müssen nicht mit allen Marken an allen Standorten vertreten sein.“ Das sei nicht wirtschaftlich – auch wegen der überzogenen Forderungen der Hersteller. Außerdem seien die Kunden innerhalb der Stadt durchaus bereit, mal ein Stück zu fahren.

Ungewöhnliche Idee

Das erste Gespräch zwischen den beiden Nachbarn fand dann schon sehr bald statt. Von allen diskutierten Varianten der Zusammenarbeit entschieden sie sich für die ungewöhnlichste: Thomas Arndt hat seinen Händlervertrag zurückgegeben und sich mit seinem Unternehmen, dem Autohaus Friedrichshain, als angeschlossene Neuwagenagentur in der Autocenter Koch GmbH (Volvo) eingemietet.

Seine Serviceverträge für Citroën und Peugeot hat er behalten und mitgebracht – genau wie seine 23 Mitarbeiter.

Die Koch AG hat 25 Prozent der Firmenanteile von Arndt übernommen und ihn – als Beweis ihres Vertrauens – zusätzlich zum zweiten Geschäftsführer der Autozentrum Koch GmbH gemacht.

(ID:319335)