Spritpreise Kraftstoff in Deutschland teurer als in EU-Nachbarländern

Quelle: dpa

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Seit dem Ende des Tankrabatts sind die Preise für Benzin und Diesel wieder gestiegen. Dabei ist Deutschland einer der teuersten Staaten in der EU. Die vorübergehende Preissenkung hatte zu einem spürbaren Mehrverbrauch geführt.

Von Juni bis August hat die deutsche Regierung die Steuern auf Benzin und Diesel gesenkt. (Bild:  gemeinfrei)
Von Juni bis August hat die deutsche Regierung die Steuern auf Benzin und Diesel gesenkt.
(Bild: gemeinfrei)

Mit dem Auslaufen des sogenannten Tankrabatts Ende August ist Kraftstoff in Deutschland wieder teurer als in allen direkten EU-Nachbarstaaten. Zum Stichtag 5. September wurden hierzulande Tagesdurchschnittspreise von 2,07 Euro für einen Liter Super E5 und 2,16 Euro für einen Liter Diesel ermittelt, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete.

Nur in Dänemark (2,04 Euro) und den Niederlanden (2,01 Euro) war Superbenzin ähnlich teuer wie in Deutschland. Am günstigsten konnten die Autobesitzer im Nachbarland Polen tanken mit 1,38 Euro für Super und 1,61 Euro für Diesel.

Die vorübergehende Spritsteuersenkung scheint nach Branchendaten die Nachfrage nach Benzin deutlich angeschoben zu haben. Die Inlandslieferungen an Tankstellen und andere Empfänger stiegen zu dem Zeitpunkt im Vergleich zu den Vormonaten kräftig an, wie eine Auswertung der amtlichen Öldaten zeigt. Mit 1,58 Millionen Tonnen übertrafen sie sogar den Vor-Corona-Wert von Juni 2019 um knapp 42 000 Tonnen. Im Frühjahr hatten die Inlandslieferungen bei Benzin deutlich unter den Vor-Corona-Werten gelegen – im Schnitt bei 1,34 Millionen Tonnen pro Monat. Bei Diesel fiel der Lieferungsanstieg zu den Vormonaten deutlich geringer aus, wie die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle veröffentlichten Daten zeigen. Hier war die Steuerentlastung mit 16,7 Cent aber auch geringer.

Allerdings dürfte die Entwicklung auch eine Folge von aufgeschobenen Tankstopps und der späteren Belieferung sein. Da die Steuer nicht beim Verkauf des Benzins an der Tankstelle sondern bei seiner Lieferung anfällt, war es für Tankstellen rentabel, nicht mehr Ende Mai sondern erst Anfang Juni ihre Vorräte aufzufüllen. Auch viele Autofahrer warteten mit dem Tanken auf die niedrigeren Juni-Preise. Entsprechend hatte es im Mai mit 1,29 Millionen Tonnen Benzin die niedrigsten Inlandslieferungen der Vormonate gegeben. Als alleinige Erklärung für das Plus im Juni ist dieses Minus allerdings bei weitem zu klein.

Preisanstieg besonders deutlich bei Diesel

Die Steuern auf Benzin und Diesel wurden in Deutschland zwischen Juni und August gesenkt, so dass die Preise an den Tankstellen sanken. Einschließlich der Mehrwertsteuereffekte wurde so der Liter Super um 35,16 Cent entlastet, beim Diesel waren es 16,71 Cent. Umstritten war, in welchem Umfang die Steuerentlastung tatsächlich an die Endkunden weitergegeben wurde. Seit dem 1. September gelten die normalen Steuersätze. Damit gehört Deutschland wieder zu den teuersten Staaten in der EU.

Insgesamt sind die Kraftstoffpreise laut Bundesamt weiterhin höher als vor Beginn des Kriegs in der Ukraine. So hatte am 21. Februar 2022 ein Liter E5 noch 1,80 Euro und Diesel 1,66 Euro pro Liter gekostet. Besonders deutlich fällt der Preisanstieg damit beim Diesel-Kraftstoff aus. Am teuersten war der Sprit im März.

„Es liegt nahe, dass der Tankrabatt zu einer höheren Nachfrage geführt hat", sagte auch der ADAC-Experte Christian Laberer. „Es ist ja auch psychologisch ein großer Unterschied, ob ich 2,10 oder 1,75 Euro für einen Liter zahlen muss. Damit sinkt der Anreiz, besonders spritsparend unterwegs zu sein.“

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