CO2-Bepreisung Kraftstoffpreise steigen zum Jahreswechsel

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Zum Jahreswechsel sind die Kraftstoffkosten leicht gestiegen, denn die Abgabe für die CO2-Emissionen wurde angehoben. Für das Gesamtjahr erwarten Marktbeobachter aber tendenziell stabile Benzin- und Dieselpreise.

Die Preise für Benzin und Diesel sind zum Jahreswechsel gestiegen. Die Sparalternative E10 kommt weiterhin nicht gut an bei den Autofahrern.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Preise für Benzin und Diesel sind zum Jahreswechsel gestiegen. Die Sparalternative E10 kommt weiterhin nicht gut an bei den Autofahrern.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Spritpreise sind mit einem deutlichen Sprung ins neue Jahr gestartet. Sowohl Benzin als auch Diesel sind deutlich teurer als Ende 2025, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Wichtigster Treiber für den Anstieg dürfte die neue CO2-Bepreisung sein, die bis zu 3 Cent pro Liter ausmachen kann.

Der Preissprung zum Jahresstart ging allerdings etwas darüber hinaus. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn man als Vergleichswert nicht Silvester, sondern den 29. Dezember heranzieht. Dann lag das Preisplus bei 5,4 Cent für E10 und 6 Cent für Diesel. Erfahrungsgemäß steigen Preise bei Änderungen wie dem CO2-Preis nicht schlagartig zum Stichtag, sondern zumindest teilweise auch schon knapp vor dem Ereignis.

Seit 2021 gibt es in Deutschland den CO2-Preis für Heiz- und Brennstoffe. Mit einer schrittweise steigenden CO2-Bepreisung soll ein Anreiz für mehr Sparsamkeit sowie den Umstieg auf klimafreundliche Technologien gesetzt werden, um CO2-Emissionen zu verringern. Die Kosten werden an die Endverbraucher weitergegeben. Mit einer steigenden CO2-Bepreisung verteuern sich das Tanken mit Benzin und Diesel sowie das Heizen mit Erdgas und Öl. Autofahrer müssen durch die CO2-Bepreisung beim Tanken tendenziell tiefer in die Tasche greifen – eben die oben genannten knapp 3 Cent pro Liter.

2025 war viertteuerstes Tankjahr

Für die Spritpreise des vergangenen Jahres liegen die finalen Zahlen vor. Für E10 ergibt sich ein Durchschnittspreis von 1,688 Euro, für Diesel von 1,611 Euro. Beides sind einige Cent weniger als 2024. Es ist der dritte Jahresrückgang in Folge. 2022 – damals hatte der Beginn des Ukraine-Krieges die Preise in bisher nicht gekannte Höhen getrieben – waren es noch 1,946 Euro pro Liter Diesel und 1,86 Euro pro Liter E10.

Trotz des Rückgangs 2025 sei Tanken immer noch relativ teuer, sagte der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Zudem könne sich die Lage schnell ändern, wenn internationale Krisen hinzukämen – gerade im Nahen Osten. Das liegt daran, dass der mit Abstand wichtigste Faktor für die Entwicklung des Spritpreises der Rohölpreis ist.

Blick nach vorne ist schwierig

Dementsprechend schwierig ist der Blick nach vorne. „Wenn die Heizsaison endet, könnte es bei Diesel wieder deutlicher abwärtsgehen“, sagte Laberer im Dezember. „Darüber hinaus ist aber nicht besonders viel Spielraum nach unten erkennbar, denn sinkt der Ölpreis noch weiter, würde sich Fracking häufig nicht mehr lohnen.“ Fällt diese Methode zur Ölförderung aus, sinkt das Angebot, was den Preis wieder treiben würde. Kurzfristige Gründe für einen deutlichen Anstieg gebe es aber auch nicht. Dafür sei die Nachfrage angesichts der Schwäche der Weltwirtschaft einfach zu gering. „Am wahrscheinlichsten ist eine Seitwärtsbewegung – also relativ gleichbleibende Spritpreise.“

E10 führt weiter ein Nischendasein

Wer beim Sprit sparen will, sollte nach Empfehlung des ADAC versuchen, in den Abendstunden zu tanken – dann kann der Preis um gut 10 Cent niedriger sein als am Morgen, wenn typischerweise die höchsten Preise aufgerufen werden. Zudem könnten die meisten Fahrer von Benzinern zu billigerem E10 greifen. Das tut bisher aber nur gut ein Viertel.

Von Januar bis Oktober machte der Treibstoff, der bis zu 10 Prozent Biosprit enthalten darf, nach Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 28,2 Prozent der Inlandsablieferungen von Benzin aus. Normales Super E5 bleibt damit die mit Abstand dominierende Benzinsorte – obwohl sie laut ADAC im Schnitt rund 6 Cent pro Liter teurer ist.

„Die eher irrationale Angst, dass das Auto davon kaputtgeht, hält sich“, sagt Laberer. „Denn fast alle Autos mit Ottomotor können problemlos mit Super E10 fahren. Das raten wir als ADAC bei Fahrzeugfreigabe auch – aus Umwelt- und Kostengründen. Es erschließt sich rational nicht, warum der Kraftstoff so wenig genutzt wird. Eigentlich sollte Super E10 mehr als 90 Prozent Marktanteil bei Benzin haben.

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