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Kühlsystem einfach und gründlich spülen

Autor: Ottmar Holz

Rostbrösel und sonstige Schmutzpartikel in verbrauchter Kühlflüssigkeit können den Wasserdurchlauf in Wärmetauschern und Kühlern empfindlich stören und frisch ausgetauschte Wasserpumpen schnell beschädigen.

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Mit Frischwasser und Druckluft gelingt die vollständige Reinigung verschmutzter Kühlsysteme in kurzer Zeit.
Mit Frischwasser und Druckluft gelingt die vollständige Reinigung verschmutzter Kühlsysteme in kurzer Zeit.
(Bild: Meyle AG)

Mit einem neuen Werkzeug unterstützt der Hamburger Hersteller Meyle Werkstätten bei der ordnungsgemäßen Spülung des Kühlkreislaufs. Mit der Spülvorrichtung, die Meyle in einer Kooperation mit dem Remscheider Werkzeugspezialist Hazet anbietet, kann der Monteur das Kühlsystem mithilfe von Wasser und Druckluft säubern– ganz ohne aggressive Chemikalien und Reiniger.

Das Werkzeug besitzt einen fünffach abgestuften Schlauchstutzen. Der Monteur kann Kühlwasserschläuche mit 19, 29, 32, 36,5 und 40 Millimetern Innendurchmesser, die in zahlreichen Fahrzeugen verbaut sind, schnell und wasserdicht anschließen. Der abgedichtete Anschluss der Wasserzuführung vermeidet gerade im Winter ungewollte „Duschen“ für den Monteur, wie sie beim Einsatz von normalen Gartenwasserschläuchen öfter vorkommen.

Ohne Spülen keine Garantie

Verunreinigungen des Kühlsystems und Lufteinschlüsse senken die Kühlleistung und können zu einer Vorschädigung der Wasserpumpen-Gleitringdichtung durch Trockenlauf oder eingedrungene Fremdkörper wie Rostpartikel oder Kesselstein führen. Deshalb sollte eine serviceorientierte Werkstatt die Kühlsysteme der Kundenfahrzeuge regelmäßig und sachgemäß spülen und den korrosionshemmenden Frostschutz erneuern – spätestens beim Austausch der Wasserpumpe oder sonstiger Bauteile des Kühlsystems.

Die Werkstatt sollte das Kühlsystem auf jeden Fall auch deshalb reinigen um eigene Garantieansprüche nicht zu gefährden: Im Reklamationsfall kann die Spülung durch eine technische Prüfung nachgewiesen werden. Nach eigenen Angaben behält beispielsweise Meyle es sich im Zweifelsfall vor, einen Nachweis für die ordnungsgemäße Spülung zu verlangen. Auch andere Wasserpumpenhersteller handeln entsprechend. (Die Verwendung der hauseigenen Spülpistole schreibt Meyle jedoch nicht vor).

Schnell und gründlich

Die Anwendung ist einfach: Der Monteur muss das Kühlsystem entleeren. An die Reinigungspistole schließt er – an die jeweiligen handelsüblichen Anschlussnippel – Wasser- und Druckluftzufuhr per Schnellkupplung an. Den abgestuften Ausgang der Pistole schiebt er in einen von Durchmesser und Lage geeigneten Schlauch des mindestens an zwei Stellen geöffneten Kühlkreislaufs beziehungsweise des zu spülenden Bauteils.

Danach lässt er Frischwasser in das Kühlsystem strömen und unterstützt die Strömung durch kurze wiederholte vorsichtige Druckluftstöße. Das mit alter Kühlflüssigkeit durchsetzte, stoßweise austretende Abwasser fängt er am besten in einer geeigneten Wanne auf. Tritt nur noch klares Wasser aus, kann er den Vorgang beenden und das geleerte Kühlsystem nach den Vorschriften des Fahrzeugherstellers neu befüllen.

Der Anbieter empfiehlt ein optionales Mengenregelventil für das Frischwasser, der Betriebsdruck der Pistole liegt bei sechs bis zehn bar. Meyle nannte auf Nachfrage der Redaktion keinen Verkaufspreis, das entsprechende Pendant von Hazet ist für weniger als 45 Euro (inkl. MwSt.) im Fachhandel erhältlich.

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Redakteur Service und Technik