Kunzmann eröffnet Carlack-Center

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Rund 2,5 Millionen Euro hat der Aschaffenburger Mercedes-Benz-Partner Kunzmann in sein neues Lackierzentrum investiert. Technisches Highlight ist die energiesparende Lackieranlage von Wolf.

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Arbeitsplätze sichern, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessern und die Umwelt schützen – das waren die Ziele, die das Aschaffenburger Autohaus Kunzmann in seinem neuen Carlack-Center verwirklichen wollte. Heute eröffneten die Geschäftsführer Wolfgang und Karl Diehm feierlich die Einrichtung, die die Karosserie- und Lackarbeiten für alle neun Standorte der Kunzmann-Gruppe übernehmen soll.

Die Anlage entstand in vorhandenen Hallen, in denen bisher die K&L-Abteilung, aber auch eine Nutzfahrzeugwerkstatt und die Neufahrzeug-Auslieferung untergebracht waren. Umfangreiche Umbaumaßnahmen waren nötig, damit die Lackiererei nach modernem Workflow ohne „Rücktransporte“ arbeiten kann, erläuterte der Technische Betriebsleiter Willi Gossmann: „Wir haben die Lackiervorbereitung und das Finish räumlich getrennt. Dadurch vermeiden wir, die Fahrzeuge rückwärts bewegen zu müssen. Außerdem fallen beim Finishing Mikrostäube an, die bei der Lackiervorbereitung stören. Auch dieses Problem haben wir mit der neuen Anlage gelöst.“

Energiesparend lackieren

Das Herz des Carlack-Center ist die Lackieranlage von Wolf Anlagentechnik. Kunzmann hat sich für Wolf entschieden, weil laut Willi Gossmann „kein anderer Anbieter eine so intelligente Steuerung und die dadurch mögliche Energieeinsparung vorweisen konnte.“

Über Wärmetauscher heizt die Abluft aus der Lackier- und Trocknerkabine und der Vorbereitungshalle die Zuluft auf. Dadurch kommt das Carlack-Center fast ohne Heizung aus. Wenn in der Kabine drei Minuten keine Drucklift verwendet wird, geht die Anlage in den Sparmodus. Insgesamt gewinnt das System so 50 Prozent der eingebrachten Energie zurück.

Durch die leistungsstarke Lüftung in der Lackierkabine sinkt zudem die Ablüftzeit von 30 auf rund sechs Minuten und gleicht dadurch den Zeitverlust aus, den die Wasserbasislacke bislang gegenüber konventionellen Lacken verursachten. Die neue Bodenabsaugung verbessert die Luftqualität an den Vorbereitungsarbeitsplätzen, wo viel Schleifstaub anfällt.

Arbeitskräfte gesucht

Die Anzahl der Mitarbeiter in der Karosserieabteilung soll von 12 auf 16 steigen, im Bereich Lack von 10 auf 13. Zusätzlich zu den insgesamt 35 Mitarbeitern bietet das Carlack-Center elf jungen Leuten einen Ausbildungsplatz in einer zukunftssicheren Branche.

Trotz der vergrößerten Kapazität – der Tagesdurchsatz beträgt 18 bis 20 Fahrzeuge – lasten schon die hausinternen Arbeiten das Carlack-Center gut aus. In Zukunft will Kunzmann jedoch auch Fremdaufträge bearbeiten. Dazu plant das Unternehmen, weitere Mitarbeiter – Karosseriebauer und Lackierer – einstellen.

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