Autokauf Lange Lieferfristen und knappes Angebot stärken Stellung des Handels

Von Silvia Lulei

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Der Autokauf ist derzeit für viele Interessenten ein frustrierendes Unternehmen. Kompromisse sind an der Tagesordnung. Doch die beschränkten Möglichkeiten machen den Handel wieder zu einer begehrten Anlaufstelle, zeigt eine DAT-Umfrage.

Wer heute sein neues Auto aussucht, muss lange darauf warten.(Bild:  industrieblick - Fotolia)
Wer heute sein neues Auto aussucht, muss lange darauf warten.
(Bild: industrieblick - Fotolia)

Der Autokauf ist aktuell aufwendig und schwierig. Das ergab eine Umfrage der DAT Anfang Mai 2022, die sich an über 1.000 Verbraucher richtete, die innerhalb der kommenden 6 bis 24 Monate einen Neu- oder Gebrauchtwagen kaufen möchten. Dies liegt nach Meinung der DAT daran, dass viele Autowünsche nicht erfüllt werden können – Neuwagen sind schwer erhältlich und Gebrauchtwagen knapp und teuer. Abstriche und Kompromisse bei Marke, Budget oder Antriebsart stehen bei vielen Befragten auf der Tagesordnung; und so bleibt der Handel eine wichtige Anlaufstelle für Informationen und eröffnet die Chance, individuelle Mobilitätswünsche zu erfüllen.

Neuwageninteressenten möchten ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb; Gebrauchtwagenkäufer wollen hohe Reparaturkosten bei ihrem aktuellen Pkw vermeiden (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).(Bild:  DAT)
Neuwageninteressenten möchten ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb; Gebrauchtwagenkäufer wollen hohe Reparaturkosten bei ihrem aktuellen Pkw vermeiden (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).
(Bild: DAT)

Die Gründe dafür, einen neuen Pkw anzuschaffen, variieren: Liegt der Fokus auf einem Neuwagen, so wurde im Rahmen des DAT-Barometers am häufigsten der Wunsch nach dem Umstieg auf einen alternativ angetriebenen Pkw genannt (33 %); gefolgt von der Aussage, man könne für den bestehenden Pkw einen guten Preis erzielen (28 %). Wer zu einem Gebrauchtwagen tendiert, für den spielen hohe Reparaturkosten eine wesentliche Rolle (37 %). Erst an zweiter Stelle folgt eine veränderte familiäre oder berufliche Situation (26 %).

Benziner bleiben Top-Wunschantriebsart beim Pkw-Kauf

Die meisten Verbraucher planen den Kauf eines Benziners, egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).(Bild:  DAT)
Die meisten Verbraucher planen den Kauf eines Benziners, egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).
(Bild: DAT)

Die befragten Pkw-Kaufplaner gaben als wahrscheinlichste Motorart im Mai 2022 mit 33 Prozent ein Fahrzeug mit Benzinmotor an, gefolgt von Plug-in-Hybriden (25 %) und reinen Elektroautos (22 %).

Diese Angaben variieren je nachdem, ob es ein Neu- oder Gebrauchtwagen werden soll. Während potenzielle Neuwagenkäufer stark in Richtung BEV (31 %) und Benzinmotoren (28 %) tendieren, sehen sich die potenziellen Gebrauchtwagenkäufer mit deutlicher Präferenz bei den Benzinmotoren (41 %), gefolgt von PHEV (24 %) und einem Dieselantrieb (16 %). BEV spielen bei ihnen nur im einstelligen Prozentbereich eine Rolle.

Kaufentscheidung benötigt Rat

Die Verbraucher geben an, professionellen Rat zu benötigen, um zu einer Kaufentscheidung zu kommen. Der Stellenwert des Händlers als Anlauf- und Informationsquelle ist für 55 Prozent elementar und wichtiger geworden.

Mehr als ein Drittel der Autokäufer muss beim Autokauf Kompromisse eingehen (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).(Bild:  DAT)
Mehr als ein Drittel der Autokäufer muss beim Autokauf Kompromisse eingehen (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).
(Bild: DAT)

Abgesehen von den vielen Ausstattungsvarianten und Assistenzsystemen bringt bereits die Elektromobilität einige Fragen mit sich. So gaben beispielsweise 52 Prozent der Kaufinteressenten an, sich aufgrund der Förderprämie intensiver als bisher mit dem Thema Elektromobilität auseinandergesetzt zu haben. Gleichzeitig gaben 69 Prozent der Befragten zu Protokoll, dass es bei den aktuellen Diskussionen rund um das Ende oder die Verlängerung von Förderprämien schwierig sei, „den Durchblick“ zu behalten.

Aktuelle Situation fordert Kompromisse

Mehr als ein Drittel der Autokäufer muss beim Autokauf Kompromisse eingehen (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).(Bild:  DAT)
Mehr als ein Drittel der Autokäufer muss beim Autokauf Kompromisse eingehen (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).
(Bild: DAT)

59 Prozent der Kaufplaner gaben an, dass der Entscheidungsprozess im Vergleich zu vor zwei bis drei Jahren deutlich zeitaufwendiger sei, weitere 63 Prozent finden ihn sogar schwieriger. In dieser Gemengelage findet oftmals ein Umdenken statt: So visieren 38 Prozent anstatt eines wie bisher geplanten Neuwagens nun einen Gebrauchtwagen an (oder umgekehrt). Weitere Kompromisse machen 37 Prozent bei den Antriebsarten, und 30 Prozent überdenken die ursprünglich geplante Automarke. Ein Viertel aller Kaufplaner geht davon aus, ein höheres Budget investieren zu müssen als anfänglich veranschlagt.

Gebrauchtwagen-Wertentwicklung hat Plateau erreicht

Monatelang stiegen die Preise für Gebrauchtwagen kontinuierlich an. Jetzt scheint ein Plateau erreicht zu sein (zum Vergrößern bitte Grafik klicken). (Bild:  DAT)
Monatelang stiegen die Preise für Gebrauchtwagen kontinuierlich an. Jetzt scheint ein Plateau erreicht zu sein (zum Vergrößern bitte Grafik klicken).
(Bild: DAT)

Nachdem die Kurve der Gebrauchtfahrzeugwerte in den vergangenen Monaten kontinuierlich steil nach oben ging, lässt sich nun mit den ersten Prognosen für den Mai ein vorläufiges Ende des Anstiegs erahnen. Drei Jahre alte Benziner erzielen derzeit noch 67,6 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises, vergleichbare Diesel-Gebrauchtwagen konnten im Schnitt für 65,3 Prozent des einstigen Listenneupreises vom Handel an Endverbraucher verkauft werden. Diese beiden Kennzahlen sind weiterhin extrem hoch und waren in der Vergangenheit eher für zwei- bis einjährige Gebrauchtwagen beobachtet worden. Hieran zeigt sich auch, dass die hohe Nachfrage auf ein knappes Angebot trifft und somit die Preise deutlich beeinflusst.

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